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ORM: Waldviertel-Rallye

Mut zur Uneinsichtigkeit

Politische Werbung ist auf Österreichs Rallyepisten verboten – Erwin Franz, der deshalb von der OSK bestraft wurde, sieht das offenbar gar nicht ein…

Michael Noir Trawniczek

Ein blau-weißer VW Golf, vollgepflastert mit einem hinlänglich bekannten Slogan einer politischen Partei, sogar das Parteilogo findet sich mehrfach auf dem Boliden. Die Overalls der Piloten Erwin und Michael Franz sind zudem ebenfalls mit dem Leitsatz dieser Partei gebrandet.

motorline.cc hat noch während der Veranstaltung bei der Rennleitung nachgefragt, ob dies dem Reglement entspricht – schließlich ist politische und auch religiöse Werbung im heimischen Motorsport verboten.

In der Folge haben die Sportkommissare Hans Christoph Mehmel, Daut Damarija und Dietmar Hinteregger (in Österreich Vorsitzender der OSK-Rallyekollegiums) bei der Zeitkontrolle 9A das Fahrzeug begutachtet und den Bewerber Erwin Franz zur Rede gestellt. Dabei wurde festgestellt, dass Erwin Franz gegen den Artikel 18.7.1. der aktuell gültigen OSK Rallye Regulations verstoßen hat, wonach Werbung politischer und religiöser Natur verboten ist. Der Bewerber wurde zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt und aufgefordert, die politische Werbung von seinem Fahrzeug zu entfernen.

Doch Erwin Franz dachte nicht im Geringsten daran - motorline.cc wurde Zeuge, als Franz in schroffem Ton erklärte, er werde garantiert nichts an seinem Fahrzeug ändern, da dieses mit den Klebern durch die Technische Abnahme gekommen sei. Zudem drohte er den Sportkommissaren mit den Worten: „Sollte hier irgendetwas gemacht werden, dann steht das morgen in der Tageszeitung!“

Weil sich Erwin Franz weigerte, die Entscheidung der Stewards zu unterschreiben und aufgrund seines gesamten Verhaltens gegenüber den Offiziellen wird der Vorfall nun vor das Sportgericht der OSK gebracht.

So lange ein Verfahren gegen Erwin Franz anhängig ist, kann er keine Lizenz als Pilot einlösen beziehungsweise ist seine Lizenz ungültig. Es ist damit zu rechnen, dass Franz vom Sportgericht zu einer weitaus höheren Geldstrafe verurteilt wird.

motorline.cc bat Erwin Franz noch bei der Zeitkontrolle 9A um eine Stellungnahme, welche er brüsk abgelehnt hat. In einem einige Tage später absolvierten Telefongespräch hat Franz zwar auf höfliche Art und Weise seine Sichtweise dargestellt, möchte diese aber wegen des laufenden Verfahrens nicht öffentlich kundtun.

Erwin Franz fuhr nicht zum ersten Mal mit einem politisch gebrandeten Fahrzeug. Auf motorline.cc werden prinzipiell keine Fotos von Fahrzeugen mit politischer oder religiöser Werbung veröffentlicht. Auch die Zeitschrift Rally & more bringt lediglich Portraitbilder der betreffenden Piloten, welche frei von politischer oder religiöser Werbung sind.

Link zur Stewards-Decision No.1

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