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ORM: Liezen-Rallye

Schlüssel-Rallye auch ohne Zielankunft: Zwei Bestzeiten beim R3-Debüt!

Dramatische Rallye Liezen! Ohne jeden Test konnte Simon Wagner bei seiner ersten Fahrt im Wurmbrand Racing Citroen DS3 R3max gleich einmal zwei Bestzeiten in den Asphalt brennen! Doch dann galt die Sorge seinem Copiloten Fred Winklhofer – Spätfolgen einer Daumen-OP sorgten für die vorzeitige Aufgabe. Jetzt wird am Paket für 2016 geschnürt.

Fotos: Daniel Fessl

Absolut traumhaft hat die Rallye Liezen für Simon Wagner begonnen: Zum ersten Mal fuhr der 22-jährige Mauthausner mit einem Citroen DS3 R3max aus dem Hause Wurmbrand Racing – es wurde im Vorfeld kein einziger Testkilometer absolviert, es war also der sprichwörtliche „Sprung ins kalte Wasser“…

Doch Simon fühlte sich sofort wohl im neuen Boliden, fuhr zugleich auf Sicherheit, wollte sich selbst die Chance einräumen, sich an das neue Arbeitsgerät zu gewöhnen. Wagner erklärte nach der ersten Sonderprüfung: „Der Citroen DS3 R3max hat eine komplett andere Technik als der Peugeot 208 R2.“

Zwei Bestzeiten

Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, auf der zweiten Prüfung (Birnberg) gleich einmal gehörig aufzuzeigen: Als Gesamt-Vierter hinter drei R5-Boliden markierte Wagner die Bestzeit bei den zweiradangetriebenen Fahrzeugen (2WD).

Für SP 3 hatte man die falsche Reifenwahl getroffen – im Regen war man mit Slicks unterwegs, noch dazu mit der härteren Mischung. Doch auf SP 4, der zweiten Durchfahrt der SP Birnberg, wiederholte Wagner das Kunststück, brannte erneut die schnellste 2WD-Zeit in den nun wieder trockenen Asphalt. Auf der nassen SP 5 (Rundkurs Weißenbach) setzte Wagner auf eine verwegene Mischung: „Wir hatten vorne alte Regenreifen und hinten Slicks montiert – das fühlte sich unmöglich an.“

Wie auch immer: Am Ende der erste Etappe lagen Simon Wagner und Fred Winklhofer auf Platz drei der 2WD, es fehlten nur wenige Sekunden auf den führenden Hannes Danzinger und Günther Knobloch, der ebenfalls einen Wurmbrand Citroen DS3 R3 pilotierte.

Vor allem aber haben die beiden 2WD-Bestzeiten gezeigt, welch großes Potential in der Kombination Simon Wagner & Citroen DS3 R3max steckt. Rückblickend auf die sportliche Performance meinte Simon: „Es war wirklich vielversprechend – zumal wir noch Luft nach oben haben und ich das Setup sicher noch besser an meinen Fahrstil anpassen kann. Das Wurmbrand Racing Team hat das Auto perfekt vorbereitet, es lief völlig problemlos!“

Dramatische Abendstunden

Allerdings bahnte sich bereits den gesamten Tag über etwas an, was schlussendlich zu dramatischen Abendstunden und zur vorzeitigen Aufgabe der Rallye Liezen führte: Stamm-Copilot Fred Winklhofer hat vor rund zwei Wochen eine Sehnen-Operation an seinem Daumen über sich ergehen lassen müssen, fühlte sich jedoch bereits topfit für die Rallyeteilnahme.

Dann jedoch stellten sich am Freitag Schmerzen ein, die immer heftiger wurden. Am Abend waren Arm und Hand bereits stark angeschwollen, in den Fingern stellte sich zudem ein taubes Gefühl ein. Die Familie Wagner musste Vollprofi Fred Winklhofer davon überzeugen, ins Spital zu fahren – selbst zu diesem Zeitpunkt dachte Winklhofer nicht ans Aufgeben, ganz im Gegenteil: Während man mit Fred ins Spital fuhr, erledigte Sohn Pirmin Winklhofer die bei den Winklhofers übliche neuerliche Reinschrift des Aufschriebs, bei der auch die Rundkurse neu durchgeschrieben werden. Offenbar dachte Fred, dass er die Rallye doch noch fortsetzen könne…

Die Ärzte jedoch zeigten den Ernst der Lage auf, Fred Winklhofer musste sich umgehend in Behandlung begeben, schweren Herzens musste er seine weitere Teilnahme an der Rallye Liezen zurückziehen.

Simon Wagner erzählt: „Es war schon tagsüber sehr ungewöhnlich für mich: Wenn du siehst, wie dein Copilot versucht, die Schmerzen zu verbergen – das hat mich schon auch verunsichert. Trotz seiner Schmerzen hat Fred wie immer einen perfekten Job geliefert, das hat mich schwer beeindruckt. Mit der Gesundheit ist auf keinen Fall zu spaßen, es war nach dem Spitalsbesuch völlig klar, dass wir die Fahrt nicht fortsetzen – wir wünschen unserem Fred jetzt eine baldige Genesung und bedanken uns für seinen überaus tapferen Einsatz. Fred ist ein Copilot aus wahrer Leidenschaft und wir sind sehr froh, dass wir ihn haben. Jetzt zählt nur noch seine vollständige Genesung.“

ORM2WD-Projekt für 2016

Freilich wäre Simon gerne am zweiten Tag gefahren – zumal ihm die schwierigen Bedingungen wohl entgegengekommen wären, Stichwort Jännerrallye. Doch auch der Rückblick auf die fünf gefahrenen Prüfungen stimmen die gesamte Wagner-Familie äußerst positiv: „Wir haben nach wenigen Kilometern gesehen, welches Potential mit so einem Auto vorhanden ist. Das ergibt ein erfolgversprechendes Projekt – jetzt wollen wir schauen, dass wir für das kommende Jahr ein Paket schnüren können. Ich denke, dass es nun durchaus Sinn machen würde, für 2016 eine Kampagne in der ORM2WD zu starten – man soll sich ja ehrgeizige Ziele stecken und ich würde im nächsten Jahr sehr gerne um den Titel in der 2WD-Staatsmeisterschaft kämpfen. Ich hoffe sehr, dass wir unsere Partner überzeugen und neue dazugewinnen können. An der Motivation scheitert es ganz sicher nicht – ich habe ‚Blut geleckt‘, ich fühle mich jetzt reif genug, es zumindest zu probieren. Ich hoffe sehr, dass mir unsere Fans dafür kräftig die Daumen drücken.“

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