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ORM: Waldviertel-Rallye

Lamprecht: K.O. nach starker Fahrt

Von einer äußerst beherzten Fahrt gekennzeichnet war der Einsatz von Marvin Lamprecht/Eva Kollmann bei der Waldviertel-Rallye 2016.

Fotos: Rene Rossmann

Dass ihr erster gemeinsamer Rallyeausflug mit einem Ausfall endete, ist schlicht technischem Pech geschuldet: Auf der letzten Sonderprüfung versagte der Antrieb des ansonsten sehr bewährten Mitsubishi Lancer Evo III ...

Das hoffnungsvolle Waldviertler Rallyejungtalent Marvin Lamprecht ging mit sehr ambitionierten Vorsätzen an den Start der internationalen Waldviertel-Rallye, die nicht nur zur österreichischen Rallyemeisterschaft zählte, sondern auch den Abschluss der European Rally Trophy bildete und mit entsprechend vielen starken Gegnern besetzt war. Es sah auch in der Tat lange Zeit danach aus, als würde die Rechnung aufgehen, und die Erwartungen des 23jährigen erfüllt werden. Leider aber setzte ein Antriebswellenschaden der blendenden Vorstellung ein Ende, und das ausgerechnet auf der letzten Sonderprüfung.

Bereits zu Beginn setzte Lamprecht auf der ersten Prüfung, dem etwa 14 Kilometer langen Rundkurs St. Pölten, mit einer drittschnellsten Zeit in der Kategorie 7.2 bzw. der Division C2 des Rallyecups der OSK ein starkes Zeichen, mit dem unterlegenen, exakt 23 Jahre alten Mitsubishi Lancer Evo III schaffte er es auf Gesamtplatz 30. Schon hier zeigte sich, dass die Zusammenarbeit mit Eva Kollmann, der neuen Co-Pilotin, hervorragend funktionierte. Dies war auch auf dem darauffolgenden kurzen Rundkurs "Rallyeshow", der direkt in St. Pölten stattfand und live im österreichischen Fernsehen übertragen wurde, sehr wichtig: Das jugendliche Waldviertler Duo glänzte mit einer 24. Gesamtzeit. Nach dem Ende des ersten Tages schließlich befanden sich Marvin Lamprecht und Eva Kollmann, die unter der Bewerbung von Race Rent Austria angetreten waren, auf dem 29. Gesamtrang und auf Platz drei in ihrer Klasse.

Auch am zweiten Tag waren die Jungstars taktisch klug und dennoch auch schnell unterwegs. Nach dem Ausfall des bis dahin führenden Guntis Lielkajis aus Lettland stiegen sie sogar auf Platz zwei in der Kategorie C2 auf. Ebenso ging es in der Gesamtwertung etwas nach vorne, sodass sich Lamprecht und Kollmann zwischenzeitlich bis auf den 22. Rang vorkämpfen konnten.

Vor allem der gute und so gut wie sichere zweite Platz in der Division C2 war eine starke Motivation für die jungen Waldviertler, das erreichte Ergebnis ins Ziel zu retten. Doch leider versagte auf der allerletzten Prüfung ein wichtiges Teil der Technik, da rechts vorne die Antriebswelle kaputtgegangen war. Lamprecht versuchte zwar noch, sein Auto mit Hilfe der Differentialsperren über die Prüfung zu bringen, aber etwa zwei Kilometer nach dem Halbachsbruch war es mit dem Vortrieb endgültig vorbei. Der jüngste der Lamprecht-Brüder musste den ersten Ausfall in seiner Rallyekarriere hinnehmen.

Als positiv war bei diesem Einsatz hervorzuheben, dass Marvin Lamprecht und Eva Kollmann die strecken- und witterungsbedingt sehr schwierigen Verhältnisse – der Waldviertler Herbst hatte sich von seiner ausgesprochen ungemütlichen Seite gezeigt – bis zu ihrem Ausfall auffallend souverän bewältigt hatten, was mit Sicherheit darauf hindeutet, dass ihnen sportlich eine große Zukunft bevorstehen könnte. Lamprechts Pläne für die Saison 2017 haben bereits eine sehr konkrete Form angenommen, er wird aller Voraussicht nach ein etwas neueres Mitsubishi-Modell in der Austrian Rallye Challenge einsetzen. Nach dem heuer schon erreichten dritten Platz in der Jahresendabrechnung ist es erneut das Ziel, möglichst weit vorne mitzumischen. Bekanntlich ist der Weg das Ziel, aber auch das Ziel als solches ...

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