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ORM: Waldviertel-Rallye

„Mister Lik“ im siebten Rallyehimmel

Inspirierender Test mit Ilka Minor, Top-Betreuung durch BRR und Mastermind Raimund Baumschlager: Christian Schuberth-Mrlik will im Skoda Fabia R5 erneut das Podium der Waldviertel-Rallye erobern.

Foto: Thomas Polt, Martin Butschell, Dominikl Fess

„Das hat mir so viel gegeben! Nicht nur was die reine Testarbeit anbelangt - wir sind auch rein menschlich auf der gleichen Wellenlänge unterwegs. Es ist ganz einfach eine große Freude, mit ihr zu arbeiten“, schwärmt Christian Schuberth-Mrlik vom gemeinsamen Test mit Österreichs zurzeit einzigem Export in der Rallye-Weltmeisterschaft, der in Wien lebenden Kärntnerin Ilka Minor.

Mit der erfahrenen Weltklasse-Copilotin gab es dieser Tage, bei einem Test des Baumschlager Rallye Racing-Teams im Vorfeld der am Wochenende stattfindenden Waldviertel-Rallye (17. bis 19. November) bereits zum zweiten Mal die Gelegenheit, gemeinsam am Aufschrieb zu arbeiten…

Tolle Inputs von Ilka Minor

Schon im Hochsommer, vor seinem ersten Einsatz für BRR im Schneebergland, ergab sich für Christian Schuberth-Mrlik die Gelegenheit einer solchermaßen fruchtbaren Kooperation. Die „Mister Lik“ zu beschreiben versucht: „Wir haben gemeinsam für die Testrecke einen Aufschrieb erstellt und sind dann schlussendlich auch im Renntempo über die Prüfung gefahren – es war also wie ein gemeinsamer Rallye-Einsatz. Man spürt es klar und deutlich, dass Ilka bereits so lange in diesem Sport auf Weltklasse-Niveau unterwegs ist. Natürlich bin ich national auch schon sehr viele Rallyes gefahren und habe daher auch schon meine eigene Art der Aufschrieb-Erstellung entwickelt – man hört jedoch niemals auf, sich weiterzuentwickeln und von unserer WM-Dame kommen einfach großartige Inputs.“

Im Waldviertel wird der bei den Fans wegen seiner unprätentiösen Art beliebte Lokalmatador, der dort vor zwei Jahren im unterlegenen Gruppe N-Fahrzeug einen Sensationssieg einfahren konnte, zum bereits zweiten Mal einen von BRR eingesetzten Skoda Fabia R5-Boliden zünden.

Beim Test herrschte „Waldviertel-Wetter“, wie es Christian mit einem Schmunzeln beschreibt: „Das Wetter war genauso, wie es auch bei den letzten Waldviertel-Rallyes war. Der Regen sorgt dafür, dass sich der Untergrund mitunter so anfühlt, als würdest du auf Schmierseife fahren. Da werden dir jene Grenzen angezeigt, die nur einen schmalen Grad darstellen – wo man genau weiß, dass man beim Überschreiten einen Abflug fabrizieren würde. Sobald du etwas aus der Spur kommst, beginnt das Auto zu rutschen – dann heißt es Pobacken zusammenzwicken und schauen, dass man wieder herauskommt. Den schmalen Grad konnte ich bei diesem Test ein paar Mal schön deutlich spüren - jedoch nicht so, dass man sich fürchten muss, da man beim Test nicht das Letzte auslotet. Doch genau dafür, um ein Gefühl für diese schmale Grenze zum Abflug zu entwickeln, ist ein Test auch da.“

Wäre es so gesehen nicht sinnvoll, eine Strecke zu kreieren, welche die verschiedenen Charakteristika von Rallyeprüfungen aufweist – jedoch ohne Bäume, ohne umliegende Häuser? Christian schüttelt den Kopf: „Die Bäume am Streckenrand sind sehr wichtig für den Respekt. Und der hat natürlich auch einen gesunden Einfluss auf den zu erstellenden Aufschrieb.“

Am kommenden Wochenende wird Christian Schuberth-Mrlik zum ersten Mal mit Jasmin Noll als Copilotin in die Rallye starten. Um einen zu ihm passenden Beifahrer zu finden, studiert Schuberth-Mrlik unzählige ins Netz gestellte Onboard-Aufnahmen.

Dabei geht es nicht darum, was der Copilot vorliest, da dies bekanntlich in erster Linie vom Fahrer entschieden wird – es geht vielmehr darum, wie der jeweilige Aufschrieb vorgelesen wird. Christian lacht: „Du kannst einen Schrieb trocken wie eine Zeitung vorlesen oder aber ihn geradezu arienhaft vorsingen – meine bevorzugte Variante liegt irgendwo zwischen diesen beiden Extremen. Ein Aufschrieb muss im Cockpit gelebt werden – Jasmin und ich haben uns auch schon zusammengesetzt und die für mich wichtigen Betonungen besprochen. Um das noch einmal in der Praxis auszuloten, werden wir auch am Shakedown am Freitagvormittag teilnehmen.“

„Möchte es genießen“

Wenn Christian Schuberth-Mrlik offenbart, dass er „total happy“ ist, dann ist klar und deutlich zu spüren, dass es sich hier keinesfalls um eine Übertreibung oder gar eine Floskel handelt. Schließlich hat der Betreiber einer KFZ-Werkstatt sich stets „nach der Decke gestreckt“ und den von seiner Performance her schon früher möglichen Sprung in die Topklasse ganz bewusst erst dann gewagt, als es das Budget erlaubte, ein Topauto zu pilotieren.

„Mister Lik“ grübelt – und sagt etwas, das geradezu typisch ist für seine von Fans und Kollegen hoch geschätzte Selbstreflexion: „Ich möchte keinesfalls erleben, dass ich das Fahren mit solchen Spitzenboliden irgendwann nicht mehr genießen kann, dass ich es vielleicht irgendwann als gegeben empfinde. Daher schaue ich auch bei der Rallye, dass ich diesen Einsatz richtig genießen kann. Denn so ein Projekt aufzustellen, ist ganz sicher keine Selbstverständlichkeit – und das ist nur aufgrund meiner Sponsoren möglich geworden.“

Sein Dank geht daher an langjährige Partner wie Pirelli oder die Bezirksblätter – dazu kommen die heimische Skoda Auto a.s. („Ich bin sehr dankbar und stolz, dass mich Skoda so tatkräftig unterstützt.“) und ein Wiener Casino. Für dessen Charity-Aktion „Poker mit Herz“, bei der über das gesamte Jahr hinweg Spenden für Menschen mit Krankheit oder Behinderung vom Betreiber verdoppelt werden, wirbt Christian mit voller Überzeugung: „Das ist einfach optimal, denn es ist für mich großartig, für eine derart wichtige Charity-Kampagne die Werbetrommel zu rühren."

Schuberth-Mrlik fügt hinzu: "Das Casino wiederum ist schwer begeistert von unserem Werbeauftritt und die Charity-Aktion wird es auch im nächsten Jahr geben – natürlich hoffe ich sehr, dass wir auch 2017 gemeinsam diese Aktion in die Medien bringen.“

Die „Poker mit Herz“-Kampagne wird nicht nur auf den Rallyepisten beworben, denn Christian stellt sich natürlich gerne auch für weitere PR-Aktionen zur Verfügung – und lernt so auch Neues dazu: „Ich wurde eingeladen, im Dezember an einem Pokerturnier teilzunehmen – da werde ich der Bounty sein. Ich habe diesen Begriff davor noch nie gehört – es geht darum, dass ich als Poker-Rookie der Bounty bin, die anderen Spieler erhalten einen speziellen Bonus, wenn sie mich rauskicken können. Das wird sicher eine lustige und spannende Aktion werden, das Casino überträgt solche Turniere auch gerne live im Internet.“

Der Skoda Fabia R5 wird beim Grande Finale der Österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft wieder im knalligen Spielkarten-Design antreten, dass Christian gemeinsam mit einem tschechischen Graphiker entwickelt hat.

Neues Sportmedizinprojekt

Etwas Neues startet Christian Schuberth-Mrlik auch am Wochenende. Dr. Erich Weghofer, in Mörtersdorf ordinierender Unfallchirurg und Allgemeinmediziner, der auch als Sportarzt tätig ist und bereits mit Motorradsportlern sportmedizinische Untersuchungen vorgenommen hat, wird mit Schuberth-Mrlik zum ersten Mal auch im Rallyesport seine Recherchen durchführen.

Christian erzählt: „Erich ist ein großer Rallyefan und ist an mich herangetreten, ob ich Interesse hätte an einem gemeinsamen Projekt. Das interessiert mich natürlich sehr und so werden wir bereits am Donnerstagabend bei uns im Servicepark einen Ergometer aufstellen und Interessierten die Aktion näherbringen."

"Dr. Erich Weghofer wird über das gesamte Rallye-Wochenende meine Frequenzen, meine gesamten Werte wie Laktate aufzeichnen, es wird sogar eine zusätzliche Kamera in meinem Cockpit montiert."

"Am Abend gibt es dann die Nachbesprechung, wenn Erich die Daten ausgelesen hat. Aufgrund dieser Daten erstellt er mir dann auch einen eigenen Trainingsplan, der dann praktisch auf meine speziellen Anforderungen hin optimiert ist, was natürlich ein guter und wichtiger Schritt vorwärts ist. Ich freue mich schon sehr auf dieses interessante Projekt.“

Interessant wird auch der sportliche Wettkampf bei der Waldviertel-Rallye sein – schließlich haben sich zwölf R5-Teams angekündigt, denn die Rallye bildet auch das Finale der European Rally Trophy (ERT), womit starke Piloten aus ganz Europa am Start sein werden.

Christian sagt selbstbewusst: „Natürlich könnte ich jetzt tiefstapeln und aus Vorsicht aufgrund der nicht leicht einzuschätzenden, ganz sicher jedoch starken Konkurrenz den Ball flach halten. Aber ich habe die Rallye bereits 2014 gewonnen – ich bin zudem ziemlich ehrgeizig und daher möchte ich im BRR Skoda Fabia R5 einen Podiumsplatz erringen!“

Schließlich hat Christian Schuberth-Mrlik mit Baumschlager Rallye Racing ein international erfolgreiches Topteam hinter sich stehen, was den St. Leonharder im Vorfeld seiner großen Heimrallye noch zusätzlich motiviert. Voller Vorfreude erklärt Christian: „Es ist ja so, dass BRR nicht nur eines der besten Teams ist – das Großartige an dieser Kooperation ist ja auch, dass mich Teamchef Raimund Baumschlager tatkräftig unterstützt. Ich profitiere viel von seiner großen Erfahrung und wir kommunizieren total offen miteinander, es gibt keine Geheimniskrämerei."

"Mir gefällt diese Geradlinigkeit, mit der wir gemeinsam ans Werk gehen. Ich habe das Gefühl, dass man meine direkte Art im Team von Raimund begrüßt – und es wird auch erwünscht, dass man geradeheraus sagt, was einem am Herzen liegt. Die Zusammenarbeit ist dermaßen fruchtbar, dass ich es schon gar nicht mehr erwarten kann, endlich wieder loszulegen.“

Mrlik Racing Team vor Ort: "Meine Freunde und größten Fans!"

Das kleine, aber feine vierköpfige Mrlik Racing Team, mit dem Christian seinen privaten Subaru eingesetzt und 2014 den unglaublich emotionalen ersten ORM-Sieg errungen hat, ist übrigens weiter vor Ort. Christian verrät: „Sie sind als Zuschauer mit von der Partie – es sind meine Freunde und sie gehören wohl zu meinen allergrößten Fans. Ich freue mich riesig, dass sie auch weiterhin vor Ort sind und ich sie in meiner Nähe habe.“

Bleibt nur noch der Blick in den Himmel – welche Wünsche möchte „Mister Lik“ beim sogenannten „Wettergott“ deponieren? Christian lacht: „Ich wünsche mir das Wetter aus 2014! Laut den aktuellen Prognosen schaut es auch tatsächlich so aus, als würde ich mein Lieblingswetter erhalten. Das gefällt mir!“

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