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ORM: Waldviertel-Rallye

Staatsmeistertitel mit RCP-Beteiligung

Mitglieder des Rallye Club Perg waren bei der Waldviertel-Rallye unmittelbar in den Kampf um Klassentitel und Podiumsplatzierungen involviert.

Fotos: Harald Illmer

Vergangenes Wochenende fand der Saisonabschluss der Rallye-ÖM, die Waldviertel-Rallye, statt. Die Staatsmeisterschaft in der großen Klasse war bereits an Hermann Neubauer vergeben, der Kampf um den Titel bei den zweiradgetriebenen Fahrzeugen versprach heiß zu werden, da vor der Rallye nur zwei Punkte den Führenden vom Zweiten trennten: Simon Wagner und seine RCP-Co-Pilotin Ursula Mayrhofer lagen mit ihrem Citroën DS3 R3Tmax an der zweiten Position, hinter dem Steirer Daniel Wollinger auf Renault Clio R3. Für den Gesamtsieg mussten sie die Rallye in den Punkterängen vor Wollinger beenden.

Schon bei der Besichtigung stellte sich heraus, dass die Strecken – die Rallye hatte einen Schotteranteil von über 60 Prozent – durch den vielen Regen in den Tagen davor sehr aufgeweicht und schlammig waren, was keinen Platz für Fehler ließ. Den ersten Tag begann man entsprechend vorsichtig und beendete diesen lediglich 4,2 Sekunden hinter Wollinger; alles offen also für den langen zweiten Tag. Wichtig war es nun, klug zu taktieren und den Wagen heil über die rutschigen Sonderprüfungen zu bringen.

Bereits auf der ersten Samstagsprüfung konnten Wagner/Mayrhofer an Wollinger vorbeiziehen und waren nun gefordert, taktisch zu fahren: Einerseits bei den rutschigen Bedingungen auf der Strecke zu bleiben, andererseits Wollinger in Schach zu halten – das war kein leichtes Unterfangen, gelang aber ganz gut. Auf der letzten Vormittagsprüfung fiel dann die Vorentscheidung. Wagner/Mayrhofer, die aufgrund der Platzierung vom Freitag drei Plätze hinter Wollinger starteten, sahen diesen auf SP 8 am Streckenrand einen defekten Reifen wechseln.

Somit war klar, dass dieser bereits mehrere Minuten verloren hatte und dieser Rückstand unter normalen Umständen nicht mehr aufzuholen war. Freuen konnte man sich darüber jedoch noch nicht, schließlich musste man das Auto noch heil über vier weitere Sonderprüfungen bringen. Letztendlich konnten die Beiden diese Herausforderung meistern und die Rallye sogar auf dem dritten Platz der 2WD-Wertung beenden. Somit krönten sich der Mauthausner und die Sierningerin zu den 2WD-Staatsmeistern 2016; nach dem Vizetitel in der deutschen 2WD-Meisterschaft mit Hermann Gaßner junior der zweite große Erfolg von Ursula Mayrhofer, die Simon Wagner zuvor bereits zum Juniorentitel navigiert hatte.

Das RCP-Team aus Julian Wagner (der jüngere der beiden Brüder) und seinem Co-Piloten Jürgen Heigl konnte im Gegensatz zu Simon seinen Opel Adam R2 so richtig fliegen lassen. Die Beiden hatten absolut keinen Druck, irgendwelche Punkte holen zu müssen, und fuhren frei drauf los. Erneut konnte dabei Julian Wagner sein Talent unter Beweis stellen, indem er bei den erwähnt schwierigen Bedingungen sechs von zehn SP-Bestzeiten in der 2WD-Wertung einfuhr und dabei einige Konkurrenten hinter sich ließ. Den 2WD-Sieg vor Augen ereilte ihn auf der letzten Sonderprüfung jedoch ein Reifenschaden, und das RCP-Duo musste etwa elf Kilometer auf letztlich – nachdem sich der Reifen komplett von der Felge gelöst hatte – nur drei Rädern zu Ende fahren, da ein Wechsel weit mehr Zeit gekostet hätte. Für den zweiten Platz reichte es dennoch, somit wurden zwei von drei Stockerlplätzen von den Wagners belegt.

Im Zuge der Waldviertel-Rallye gab es im VAZ St. Pölten, wo auch zwei Sonderprüfungen abgehalten wurden, jede Menge Rahmenprogramm. Unter anderem baten einige Teilnehmer der Drift Challenge Austria Zuseher und Fans zum "Tanz" um die Pylonen. Gegen eine Spende von 20 Euro konnte man an der Seite der Driftasse Platz nehmen, was letztendlich etwa 1.200 Euro für den guten Zweck eingebracht hat. Mit von der Partie war auch der RCP-Drifter Roman Steinbauer, der mit seinem BMW 325i etliche Fans von seinem Können überzeugen konnte. Am kommenden Sonntag findet die Santa Domenica Rallyeshow in Kroatien statt. Gerald Rigler wird dort erneut den Ford Fiesta WRC an den Start bringen und bei der Schotterveranstaltung mit dem ehemaligen österreichischen Staatsmeister Beppo Harrach sowie einigen internationalen Topfahrern um Podestplätze kämpfen.

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