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ORM: Wechselland-Rallye

Stengg: "Nur die Menschen zählen"

Wechselland-Mastermind Willi Stengg sen. verrät sein Erfolgsrezept: Persönlicher Kontakt zu den Menschen der Region als Um und Auf.

Fotos: Daniel Fessl; Stengg privat

Zahlen, Fakten und die Unterstützung durch Sponsoren bilden das Fundament einer Rallye – für die alljährliche Abwicklung einer solchen Großveranstaltung ist der persönliche Kontakt zu den oft auch tatkräftig mithelfenden Menschen der Region das Um und Auf. Wechselland-Rallye-Mastermind Willi Stengg senior verrät sein Erfolgsrezept.

Willi Stengg senior könnte wohl tage- und nächtelang aus dem "Nähkästchen" seiner sich nunmehr über mehr als 20 Jahre erstreckenden Organisationsarbeit plaudern – stets würde man dabei eines erkennen: Die Zahlen, die Fakten sind freilich wichtig, dazu kommt die lebensnotwendige Unterstützung durch Sponsoren. Am Ende sind es jedoch die Menschen, die freiwilligen Helfer, die ein Projekt wie die Wechselland-Rallye überhaupt erst möglich machen. Es sind die Menschen aus der Region, die gerne mit anpacken – wie zum Beispiel der junge Bürgermeister der Gemeinde Waldbach-Mönichwald, Stefan Hold.

Willi Stengg senior erzählt: "Wir hatten vor zwölf Jahren eine Sonderprüfung auf den Hochwechsel, die wollte ich heuer wiederbeleben. Ich bin zu Stefan Hold gefahren und habe ihn gefragt, wie es in dieser Frage ausschauen würde. Hold ist ein junger und sehr entgegenkommender Bürgermeister, und als ich ihm mein Anliegen erzählt habe, meinte er nur: 'Dann setzen wir uns doch gleich ins Auto und fahren mal rauf!' Dort hat er dann von sich aus eine Strecke vorgeschlagen, die ich in diesem Umfang gar nicht erst angedacht habe. Natürlich hab ich mich gefreut, dass er gleich so eine schöne Strecke vorgeschlagen hat. So etwas ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit – aber so sind zum Glück sehr viele Menschen bei uns in der Region, da können wir uns wirklich glücklich schätzen."

So passt auch die Abstimmung der sogenannten Weggenossenschaft ins Bild – jener Gemeinschaft an Grundbesitzern, denen die Straße auf den Hochwechsel gehört. Willi Stengg senior berichtet mit großer Freude: "In einer Abstimmung der Genossenschaft wurde mit großer Mehrheit beschlossen, dass wir fahren dürfen."

Auf den Spuren der Alpenfahrt

Dieser Vertrauensvorschuss der Menschen im Wechselland liegt mit Sicherheit darin begründet, dass die Familie Stengg stets die Nähe zu den Leuten sucht. Stengg nickt: "Es ist hier in der Region noch nicht so anonymisiert wie es in den großen Städten der Fall ist – bei uns reden die Menschen miteinander, bei uns wird sehr viel direkt ausgemacht, es zählt das persönliche Gespräch. Ein Beispiel: Als ich gestern bei der Feuerwehr von Waidbach-Mönichwald war, wurde mir gleich einmal gesagt: 'Willi, wir haben 20 Mann für die Rallye abgestellt!' Die Leute freuen sich über die Rallye, sie sagen: 'Jetzt ist hier wieder was los.'"

Auf der Website der Volksschule Mönichwald wird unter dem Titel "Besondere Ereignisse des Orts- und Schulgeschehens" mit Stolz berichtet, dass am 14. Mai 1971 die österreichische Alpenfahrt durch den Ort führte. Später einmal wird dort zu lesen sein, dass auf diesem legendären Streckenteil die Wechselland-Rallye 2016 die alten Zeiten aufleben ließ. Die Fahrt auf den Hochwechsel ist ein Highlight der diesjährigen 21. Ausgabe der Wechselland-Rallye – auf die Teilnehmer warten anspruchsvolle Passagen, garniert mit einem Ausblick, der seinesgleichen sucht. Die Bilder von den Rallyeboliden in rund 1.400 Meter Seehöhe werden wohl Bände sprechen – und den einen oder anderen dazu animieren, ab dem 1. Mai selbst die Aussicht zu genießen, denn streng genommen wird die Bergstraße erst ab dem 1. Mai wieder für den allgemeinen Straßenverkehr geöffnet. Für die Wechselland-Rallye wurde für den 29. April jedoch eine Ausnahmeerlaubnis erteilt.

Rund 150 Helfer im Einsatz

Dass man Willi Stengg senior und seinem Organisationsteam in der Region gerne entgegenkommt, beruht wohl auf Gegenseitigkeit, denn der stets hilfsbereite und mitunter in Notsituationen auch als "Feuerwehrmann" agierende "Mister Wechselland-Rallye" – im Rebenland löschte er geistesgegenwärtig einen Brand an Michael Böhms Auto – weiß ganz genau, dass er ohne sein Team und ohne die Menschen in der Region ganz sicher nicht zwei Jahrzehnte lang eine dermaßen aufwändige Organisationsarbeit hätte leisten können.

So ist es Willi Stengg senior ein Anliegen, seinen Organisationschef Anton Fleißinger namentlich zu erwähnen: "Da freut er sich ganz sicher darüber; er dirigiert seit vielen Jahren mehr als 150 freiwillige Helfer und stellt für mich eine unsagbare Stütze dar." Was Stengg freut: Der Motorradklub der neu hinzugekommenen Gemeinde Waldbach-Mönichwald hat umgehend zehn Mitglieder ins Organisationsteam gesandt. Ungefähr 20 weitere Helfer würden Willi Stengg senior und sein Team noch benötigen. Sie erhalten eine "kleine Aufmerksamkeit", sagt Stengg; vor allem aber erleben sie das wunderbare Gefühl, gemeinsam etwas bewegt zu haben.

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