Rallye

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Inhalt

ORM: Waldviertel-Rallye

ÖM-Entscheidungen zum Saisonabschluss

Zwei dreifache Titelkämpfe stehen im Mittelpunkt: Neubauer vs. Baumschlager vs. Mayr-Melnhof sowie Kogler vs. Wollinger vs. Wagner.

Fotos: Harald Illmer

Am Donnerstag hat die 37. Waldviertel-Rallye mit der administrativen und technischen Abnahme in Fuglau begonnen. Die Servicezone wurde in Rosenburg aufgebaut, während sich die Rallyeleitung auf dem ehemaligen Nordring in Fuglau befindet. Insgesamt haben 63 Teams aus sieben Nationen ihre Nennung für das heimische Saisonfinale abgegeben, darunter sechs nationale Prioritätsfahrer, wobei drei Mannschaften in WRCs und neun Teams in R5-Boliden am Start stehen werden. Es sollte die spannendste Waldviertel-Rallye der letzten Jahre werden. Das Zuschauerinteresse ist bereits vor dem Start groß, die Nachfrage nach den Rallyepässen enorm. Der Grund dafür ist klar: Es geht diesmal um die begehrten Staatsmeistertitel, sowohl in der Kategorie "ORM" als auch in der 2WD-Wertung.

Was den Gesamttitel betrifft hat Hermann Neubauer, der mit zwei Punkten Vorsprung auf Raimund Baumschlager in Führung liegt, seine Favoritenrolle als regierender Staatsmeister an den Rosenauer abgegeben, verweist auf fehlende Streckenkenntnis und die Tatsache, dass jener mit dem VW Polo WRC ein Auto einsetzt, mit dem man gerade auf Schotter mit Vorteilen rechnen muss. Trotzdem will Neubauer mit seinem Ford Fiesta WRC jede geringste Chance wahrnehmen, um seinen Titel erfolgreich verteidigen zu können. Raimund Baumschlager bleibt in seiner persönlichen Einschätzung durchaus optimistisch. Für ihn spricht die Tatsache, diese Rallye schon acht Mal gewonnen zu haben und mit dem Polo WRC ein Auto zu besitzen, das mit dem letzten Stand der Technik ausgerüstet ist.

Für Baumschlager gilt es von Beginn der Rallye an, voll auf Angriff zu fahren. Ebenfalls noch rechnerische Titelchancen hat Niki Mayr-Melnhof, der in der Meisterschaftstabelle 14 bzw. zwölf Punkte hinter Neubauer bzw. Baumschlager zurückliegt. Seine Vorgabe lautet, den Citroën DS3 WRC beim ersten Antreten erfolgreich ins Ziel zu bringen und erst dann zu schauen, wie Neubauer und Baumschlager abgeschnitten haben. Natürlich können Christian Schuberth-Mrlik (Škoda Fabia R5) oder Gerald Rigler (Ford Fiesta R5) dabei eine gewisse Rolle spielen, dies trifft auch auf die starken Ausländer zu, die ebenfalls ÖM-Punkte einfahren können.

Aus Ungarn sind dies etwa Dávid Botka, József Trencsényi und Zoltán Szabó (alle Škoda Fabia R5), Gergely Fogasy (Peugeot 208 R5) sowie Attila Rongits und Gergő Szauer (beide Mitsubishi Evo X). Auch die Tschechische Republik ist mit zwei sehr starken R5-Piloten vertreten: Jaroslav Orsák und Tomáš Kůrka sind mit zwei Ford Fiesta R5 im Waldviertel am Start. Übrigens werden am Ende weder bei Neubauer, Baumschlager noch Mayr-Melnhof Streichresultate zu berücksichtigen sein, da alle drei heuer schon einmal ohne Punkte geblieben sind. Interessant ist auch der Umstand, dass bei Punktegleichheit nach der Power Stage derjenige Fahrer gewinnt, der heuer die meisten Siege eingefahren hat.

Dies ist in der 2WD-Wertung etwas anders, in der derzeit Michael Kogler mit seinem Citroën DS3 R3 mit 122 Bruttopunkten führt. Er ist heuer beständig gefahren und nie ausgefallen. Bei ihm würden beim derzeitigen Stand das schlechteste Resultat und somit 16 Punkte gestrichen werden, dies ergibt 106 Nettopunkte. Seine beiden Verfolger Daniel Wollinger (Renault Clio) und Julian Wagner (Opel Adam R2) haben ihr Streichresultat schon bei der Weiz-Rallye verbucht, sie weisen vor dem Finale 118 bzw. 104 Punkte auf. Dies bedeutet, dass Daniel Wollinger die besten Möglichkeiten hat – er muss als einziger der drei Piloten nicht unbedingt gewinnen, um sich zum ersten Mal den Titel zu sichern.

Mit Vorjahresmeister Simon Wagner und Christoph Lieb (beide Opel Adam R2) sowie Raffael Sulzinger (Ford Fiesta R2) und Kristof Klausz (Peugeot 208 R2) sind aber auch 2WD-Punkteanwärter dabei, die rechnerisch Einfluss auf die Titelvergabe haben können. Offen ist auch noch die Entscheidung im Opel OPC Cup, in dem der Salzburger Rene Rieder mit 87 Zählern vor dem Steirer Manuel Pfeifer (63 Punkte) und dem Deutschen Alois Scheidhammer (60) führt. Rieder ist natürlich Favorit; wenn er aber Pech hat, werden die beiden anderen Piloten zuschlagen.

Eine Show im wahrsten Sinn des Wortes wird dem Publikum auch abseits der Titelkämpfe geboten, denn sowohl am Freitag, dem 10., als auch am Samstag, dem 11. November, geben sich praktisch sämtliche Driftchampions der letzten Jahre mit ihren Boliden die Ehre. Im Rahmen einer Rallyeshow lassen diese ihre Motoren auf dem neu adaptierten Gelände der MJP Racing Arena (weiland Nordring) in Fuglau heulen, der direkte Kampf Mann gegen Mann steht dabei im Mittelpunkt. Als SP 5 und SP 9 der Rallye geht es für die Drifter sogar auf einen speziell konzipierten, zwei Kilometer langen Parallelslalom. Nach zwei Runden steht der Sieger im direkten Duell fest.

Das Beste daran: Jedem Zuschauer, der Driftfeeling einmal hautnah erleben möchte, wird dieses per Mitfahrgelegenheit geboten. Am Freitag steht den Wagemutigen der heiße Sitz von 9:15 Uhr bis 13:30 Uhr zur Verfügung; am Samstag steigt ab 9 Uhr zusätzlich auch noch die quattrolegende u.a. mit einem Audi Sport S1 in die Mitfahraktion ein. Anmeldungen dazu werden direkt vor Ort möglich sein.

Vor dem Start Vor dem Start Vorschau Mühlberger Vorschau Mühlberger

Ähnliche Themen:

ORM: Waldviertel-Rallye

- special features -

Weitere Artikel

15.000 Stellen werden gestrichen

Auch Renault setzt den Rotstift an

Renault will in den nächsten Jahren rund 15.000 Stellen streichen. Diese "notwendigen Personalanpassungen" seien die Basis für die Rückkehr zu rentablem und nachhaltigem Wachstum, heißt es in einem Strategiepapier des französischen Herstellers.

Nike, Ben & Jerry’s & Domino’s und ihre automobilen Anfänge

Drei große Marken fingen klein an: mit VW

Viele erfolgreiche Unternehmen führen ihr Erbe auf ein Kleinunternehmen zurück, das als ein Projekt aus Leidenschaft begann. Einige dieser inzwischen berühmten Unternehmen sehen in einem Volkswagen-Modell einen Schlüsselakteur ihrer Anfangszeit

Corona-Krise zwingt Williams in die Knie

Williams bietet Formel-1-Team zum Verkauf an

Schlechte Ergebnisse in der Formel 1 und die Coronakrise zwingen Williams in die Knie: Traditionsteam könnte aufgrund schlechter Geschäftszahlen verkauft werden.

Auf drei Rädern durch die Stadt

Yamaha Tricity 300 vorgestellt

Yamaha bereitet den neuen Tricity 300 für den Startschuss vor. Der erfolgt im Juli 2020, dann ist das Dreirad-Modell in drei Farben erhältlich und soll in Deutschland 7.999 Euro, in Österreich 8.299 Euro kosten.