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ORM: Lavanttal-Rallye

5. April 2008: Als im Lavanttal die Welt stehen blieb...

Vor genau zehn Jahren verunglückte Herbert Breiteneder bei der Lavanttal-Rallye. motorline.cc hat mit seinem Sohn Patrick gesprochen...

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Peter Tomschi

Vor genau zehn Jahren, am 5. April 2008, wurde die Lavanttal-Rallye wegen eines Unfalls von Herbert Breiteneder und dessen Copilot Marco Mayrhofer unterbrochen. Patrick Breiteneder, der sich den Rallyewagen mit seinem Vater teilte, ihn in der ARC pilotierte und vor Ort war, erinnert sich: „Der Papa war ein wilder Hund, da sind Abflüge schon mal vorgekommen - da habe ich mir in dem Moment noch nichts Schlimmes gedacht. Doch dann habe ich gesehen, dass Niki Glisic geweint hat - da kam mir zum ersten Mal der Gedanke: ‚Da hat es etwas Gröberes!’“

motorline.cc, damals vor Ort, kann bezeugen: Dieser Unfall erschütterte die Rallye-Szene auf das Schwerste. Das Seat Ibiza Kitcar kam in einer Waldpassage von der Strecke ab und stürzte eine steile Böschung hinab und blieb wie ein Pfeil im Boden stecken. Obwohl sofort Rettungsmaßnahmen eingeleitet wurden, konnte der 54-jährige Herbert Breitender nicht mehr gerettet werden, noch am Unfallort erlag er den schweren inneren Verletzungen, während Copilot Mayrhofer mit leichten Verletzungen davonkam. Der Unfall verlief so ungewöhnlich, dass es hernach reichlich Spekulationen gab, Breiteneder könnte im Auto einen Infarkt erlitten haben oder ähnliches. Doch diese Theorien wurden von Mayrhofer dementiert. Patrick Breitender erklärt heute: „Es war ein ganz normaler Rennunfall. Es war nass und rutschig. Und Marco hat glaubwürdig erklärt, dass mein Papa noch versucht hat, mit Gegenlenken den Abflug zu verhindern.“

Patrick hat heute ein abgeklärtes Bild von diesem targischen Unfall: „Er wird vor dem Einschlag etwa drei Sekunden Angst gehabt haben, doch ansonsten ist mein Papa bei dem verstorben, was er am allerliebsten getan hat und er hat nicht lange leiden müssen. Er hat mir einen Betrieb hinterlassen, der gut aufgebaut war und in dem es keine Leichen im Keller gab. Als ich den Betrieb, eine Gebrauchtwagen-Werkstatt übernommen habe, hatten wir drei Mitarbeiter, jetzt sind es acht.“

Herbert Breiteneder wurde vor allem durch seine Heldenfahrten in der damaligen Rallycross-Europameisterschaft bekannt. Er wurde in Österreich fünfmal RX-Staatsmeister sowie zweimal, 1987 und 1988 Vize-Europameister - 1987 wäre er beinahe Champion geworden, lediglich ein Angriff eines verhärmten Gegners, der sich bei einem Vorlauf am Start von Breiteneder behindert fühlte, verhinderte einen Sensationstitel. Der Mann ließ sich absichtlich eine Runde zurückfallen, um Breiteneder abzuschießen. Patrick dazu: „Er wurde dann ein Jahr lang gesperrt und musste sich vor dem wütenden Publikum in Sicherheit bringen. Denn mein Papa war ein echter Lebenskünstler in Budgetfragen und daher war er bei den Fans sehr beliebt. Er war beim Budget immer am Limit und konnte mit wenigen Mitteln sehr viel erreichen. Zwar hatte er den Audi Sport quattro für die EM-Einsätze in der Garage stehen, doch war die Lage manchmal so, dass er zur selben Zeit nicht einmal wusste, wie er seinen privaten PKW betanken soll. Er hat diesen Sport so sehr geliebt und dafür auch viele Entbehrungen auf sich genommen - etwas, dass ich mir für mich selbst nicht vorstellen kann.“

Patrick Breiteneder hat heute eine vierjährige Tochter und fuhr zuletzt nur noch Rallycross. Einen Traum möchte er sich jedoch noch verwirklichen: „Wenn die Tochter einmal etwas größer ist und der Ponyhof ohnehin wichtiger sein wird als wir Eltern, möchte ich mit einem Porsche GT3 noch einmal eine Rallye fahren.“

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