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ORM: Lavanttal-Rallye

Johannes Keferböck verlor ÖM-Führung

Von der Kooperation mit Co-Pilotin Ilka Minor versprach sich Johannes Keferböck einiges, am Ende reichte es für den vierten Platz.

Fotos: Daniel Fessl; Harald Illmer

Eine neue Form des Aufschriebs zeigte sich im Lavanttal als zielführend. Zwar griff Keferböck bei der Reifenwahl einmal schwer daneben, doch am Ende reichte es für Platz vier. Die gewonnenen Erkenntnisse stimmen ihn für die Zukunft optimistisch.

Zum dritten Lauf der Rallye-ÖM, der Lavanttal-Rallye, kam Johannes Keferböck noch als Tabellenführender. Wegen der beruflichen Verhinderung seines Stamm-Co-Piloten engagierte er niemand geringeren als Ilka Minor, zuletzt Österreichs einzige Aktive in der obersten Klasse der Rallye-WM. Zwar haben die beiden einander schon im Vorfeld der Rallye getroffen und theoretische Optimierungen am Aufschrieb vernommen, doch wirklich ernst wurde es dann auf den Sonderprüfungen rund um Wolfsberg.

Was sich Keferböck davon versprach, war eine Optimierung seines Aufschriebs, um die Rallyechance seines Lebens (Erhöhung des Sponsorenbudgets nach dem Sensationssieg bei der Jännnerrallye) optimal nützen zu können. Zum Einsatz kam wieder ein Ford Fiesta R5 von HK Racing aus Italien.

Gleich auf der allerersten Prüfung hätte man einen solchen Lerneffekt sichtbar machen können, wenn da nicht ein Lapsus hinzugekommen wäre. Keferböck erzählt: "Es ist gleich auf der ersten Prüfung alles perfekt gelaufen, doch nach rund vier oder fünf Kilometern bekam ich als Fahrer eine 'Klatsche' in Form eines Drehers, der uns rund zehn Sekunden gekostet hat. Da wäre also die drittschnellste Zeit möglich gewesen."

WRC-Pilot im Visier

Orientiert hat sich Johannes Keferböck an Gerhard Aigner, der in einem der stärkeren World Rally Cars saß, denn eines war Keferböck klar: "Auch wenn er wie wir ein R5 fuhr: An Niki Mayr-Melnhof führt einfach kein Weg vorbei, denn bei ihm stimmt einfach alles; und auch Gerwald Grössing im WRC war für uns kein Thema."

Doch auch der anvisierte WRC-Pilot Gerhard Aigner war alles andere als eine "leichte Nuss" für das Duo Keferböck/Minor: "Am Samstag konnten wir zunächst wieder optimal fahren und lagen nur noch rund sieben Sekunden hinter Aigner. Als wir im zweiten 'Ringerl' noch eine Stufe zulegen wollten, hab ich bei der Reifenwahl total verwachst. Die Reifen waren für diese Bedingungen eindeutig zu weich, sodass wir auf jeder der beiden Prüfungen rund 20 Sekunden verloren haben."

Zum Mittagsservice lagen Keferböck/Minor bereits mehr als eine Minute hinter Aigner auf Platz vier – weil auch der Deutsche Dominik Dinkel Probleme hatte, lag er bereits 43 Sekunden hinter Keferböck: "Da war dann irgendwie die Luft draußen. Da unsere Position ziemlich gesichert schien, haben wir nicht mehr attackiert, sondern lieber am Setup des Autos gearbeitet." Was sich als sinnvoll erwies: "Wir sind auf Platz vier ins Ziel gekommen, und am Auto hat alles gepasst. Wir sind sehr zufrieden mit dem Fahrverhalten und mit dem Ausgang dieser Rallye."

Riesengroßer Lerneffekt

Dass man die ÖM-Führung nicht ewig halten können wird, war Keferböck angesichts der starken und auch beständigen Leistung von Mayr-Melnhof ohnehin klar – wichtig war es Keferböck, nach der Rebenland-Rallye, bei der man wegen einer fehlenden Reifenmischung weit unter den eigenen Erwartungen blieb, das entstandene Bild zu korrigieren: "Nach der Rebenland-Rallye hat sicher keiner mit jenen Zeiten gerechnet, die wir im Lavanttal fahren konnten – dabei war die Rallye für mich Neuland, ebenso wie eben auch die Zusammenarbeit mit Ilka Minor."

Diese erwies sich für Johannes Keferböck mehr als nur fruchtbar: "Der Lerneffekt war riesengroß! Der Aufschrieb war für mich auch völlig neu aufgebaut, was natürlich auch wieder eine Umstellung war, doch er brachte mir die totale Erkenntnis. Jetzt werden wir uns mit unseren Partnern und Sponsoren zusammensetzen, ein Zwischenresümee ziehen und den Plan für die weitere Saison festlegen."

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