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ORM: Schneebergland-Rallye

Das freie Spiel der Kräfte in Rohr

Die Saison 2018 bricht mit den Traditionen der Rallye-ÖM: Vor dem Schotterklassiker im Schneebergland steht kein klarer Favorit fest.

Fotos: Harald Illmer

Die Schneebergland-Rallye steht nun schon zum neunten Mal im frühsommerlichen Zentrum der österreichischen Rallyestaatsmeisterschaft. Sie bildet damit den terminlichen Mittelpunkt der Saison – und hinsichtlich Streckenbelag und Sonderprüfungen zweifellos einen besonderen Höhepunkt. Historisch gesehen stand zur Halbzeit des Rallyejahres meist auch der Fahrplan hinsichtlich der Meisterschaft fest: Die letzten Jahre war es meist das Duell zwischen Raimund Baumschlager und Hermann Neubauer, das die zweite Saisonhälfte bestimmte. Heuer kam aber alles ganz anders.

Serienstaatsmeister Baumschlager ist in der Tabelle bislang punktelos: Der Unfall im Rebenland hat weitere Rallyestarts bislang verhindert, und auch im Schneebergland wird er diese Bilanz nicht aufbessern, da sein Einsatzfahrzeug durch Verzögerungen bei der Anlieferung nicht rechtzeitig nach Rohr ins Gebirge gebracht werden kann. Der Meister von 2016, Hermann Neubauer, hat sich heuer vorübergehend aus der ÖM verabschiedet, um ein internationales Programm zu bestreiten.

So kommt es, dass plötzlich der Schneebergland-Sieger des Vorjahres, Niki Mayr-Melnhof mit 56 Punkten an der Spitze der Staatsmeisterschaft zu finden ist. Er hat mit seinen Siegen im Rebenland und im Lavanttal bereits Titelambitionen angemeldet, doch das eine Streichresultat für diese Saison hat er bereits bei der Jännerrallye verbraucht – ein weiterer Ausfall ist absolut tabu.

Hinter ihm lauern in der Tabelle zwei Oberösterreicher, die bei der Jännerrallye groß Punkte abgeräumt haben: Gerhard Aigner (47) und Johannes Keferböck (44). Für beide ist es eine neue Situation, in Schlagdistanz zur ÖM-Führung zu liegen. Das Ass im Ärmel von Aigner ist sicherlich sein bärenstarker Ford Fiesta WRC. Keferböck wiederum hat für die Schneebergland-Rallye von seinem Fiesta R5 auf einen Škoda Fabia R5 gewechselt und wird von der vielleicht erfahrensten Co-Pilotin des Landes, Ilka Minor, geleitet.

In der bisherigen Saison haben sich weder Keferböck noch Aigner Ausfälle geleistet. Anders Gerwald Grössing (34 Punkte): Der Hausherr im Schneebergland hat durch sein DNF bei der Jännerrallye momentan nur Platz vier in der Meisterschaft inne. Ein Rallyesieg bringt 25 Punkte aufs ÖM-Konto, die schnellste Zeit auf der Powerstage zusätzliche drei Zähler. Damit ist zur Saisonhalbzeit 2018 auch für einen Neueinsteiger der Weg an die Tabellenspitze kein langer; abgesehen von den vier genannten Spitzenreitern könnte das Schneebergland also noch weitere Überraschungen bereithalten.

In den Jahren 2012 bis 2016 galt: Wer im Schneebergland gewinnt, holt auch die Meisterschaft. Es bleibt spannend, ob nach der letztjährigen Überraschung durch Niki Mayr-Melnhof diese Regel heuer wieder in Kraft tritt. Die Rallye startet am Samstag, dem 23. Juni, um 9 Uhr in Rohr im Gebirge, der Zieleinlauf ist für 17:30 Uhr ebendort geplant. Das Rallye Radio hält Sie auf dem Laufenden. Die Übertragungszeiten: 8:45 Uhr (Livestimmen vor dem Start), 13:30 Uhr (Stimmen nach SP 4), 15:30 Uhr (Stimmen nach SP 6) sowie 17:15 Uhr (Livestimmen im Ziel).

Live zu hören: mixlr.com/michael-noir-trawniczek/
Zum Nachhören nach Ende der Übertragungen: mixlr.com/michael-noir-trawniczek/showreel/
Livebilder dazu werden Sie auf dem Instagram-Account der Schneebergland-Rallye finden.

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