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ORM: Rebenland-Rallye

Keferböck als ÖM-Führender am Start

Eigentlich war nur die Jännerrallye geplant, doch nach dem Überraschungssieg möchte Johannes Keferböck die Tabellenführung halten.

Foto: Daniel Fessl

In der aktuellen Punktetabelle der Rallye-ÖM findet man weder den im Vorjahr knapp triumphierenden Rekordstaatsmeister noch seine beiden damaligen Herausforderer, denn beim diesjährigen Auftakt, der heuer wieder abgehaltenen Jännerrallye, war nur einer der letztjährigen Protagonisten am Start, konnte sich jedoch ausfallsbedingt keine Punkte gutschreiben lassen.

Die selektive Winterrallye rund um Freistadt rückte folglich neue Hauptdarsteller ins Rampenlicht. Die Jännerrallye schreibt seit jeher ohnehin ihre eigenen Gesetze. Nicht wenige Piloten starten selbst dann, wenn sie ansonsten kleinere oder gar keine Brötchen backen. Einer dieser Jännnerrallye-Enthusiasten ist Johannes Keferböck. Beim ÖM-Comeback in Freistadt zündete er zum ersten Mal einen R5-Boliden und konnte mit Co-Pilot Hannnes Gründlinger, wohl auch aufgrund seiner bis dahin elf Starts bei der Jännnerrallye, die auch heuer wieder selektive und ausfallsreiche Veranstaltung als jubelnder Überraschungssieger beenden.

Rückblickend analysiert der 45jährige seinen unverhofften Premierensieg recht entspannt: "Wir haben uns supergut in dem für mich neuen Auto gefühlt, obwohl wir zuvor 18 Monate lang nicht im Cockpit saßen. Da stimmt es mich dann doch optimistisch, dass wir trotzdem so manche Topzeit markieren konnten. Freilich: Für dieses letzte Umwuchten des Autos durch die oft eisglatten Kurven fehlte uns noch das Vertrauen, doch wir wollen bei solchen Einsätzen auch stets durchkommen."

Zwölf Jahre nach seiner bislang ersten und einzigen vollen Rallye-ÖM-Saison fand sich der zum Gelegenheitsstarter konvertierte Johannes Keferböck an der Spitze der ÖM-Tabelle wieder. Geplant war so etwas natürlich nicht: "Wir hatten nicht vor, in der ORM zu fahren. Unser anvisiertes Highlight in dieser Saison ist ein Start bei der WM-Rallye in Katalonien Ende Oktober. Die Meisterschaft anzuführen ist schon eine ganz spezielle Situation, es haben sich auch ein paar Leute bei mir gemeldet. Es ist für das Rallyeteam Keferböck eine komplett neue Situation."

Doch die Überlegungen rund um das plötzlich gleißende Scheinwerferlicht führten dazu, dass einer der Langzeitpartner des Teams kurzerhand beschloss, die Kooperation mit dem Rallyeteam Keferböck zu intensivieren. Keferböck weiß dies sehr zu schätzen. Auf der Neuwagenmesse AutoEmotion von 9. bis 11. März auf dem Grazer Messegelände wird der neue heimische Rallyespitzenreiter am Stand des Sponsors Benzingespräche führen und natürlich auch fleißig Autogramme schreiben.

Mit dem vermehrten Engagement entstand für das Rallyeteam Keferböck eine neue und vor allem höchst interessante Aufgabe: Was ist mit dem vorhandenen Punktevorsprung von 25 Zählern möglich, wie lange kann gegen die nunmehr wieder startende ÖM-Elite die Tabellenspitze verteidigt werden, oder ist mit ein wenig Glück sogar der große Überraschungscoup möglich? Johannes Keferböck möchte sich diesen Fragen Schritt für Schritt annähern.

Bei der Rebenland-Rallye am 16./17. März im Raum Leutschach wird wie schon bei der siegreichen Jännerrallye ein vom italienischen HK Racing Team eingesetzter Ford Fiesta R5 bewegt. Keferböck hat ein klar definiertes und realistisches Ziel gesteckt: "Wir wollen versuchen, möglichst viele Punkte mitzunehmen. Das Ziel ist es auf jeden Fall, auch bei der darauffolgenden Lavanttal-Rallye als Tabellenführender an den Start zu gehen. Dazu ist es extrem wichtig, dass wir auf der Straße bleiben und ins Ziel kommen."

Das klingt einfacher, als es wohl sein wird. Zum einen ist rund eine Woche vor der Rebenland-Rallye noch überhaupt nicht klar, was mit dem auf manchen Prüfungen noch massiv vorhandenen Schnee geschehen wird, zum anderen sorgt der auf den Prüfungen rund um Leutschach stets vorhandene Rollsplit für Respekt im Pilotenfeld.

Für Johannes Keferböck ist diese relativ junge Rallye in der steirischen Weingegend absolutes Neuland: "Auf mich warten komplett neue Sonderprüfungen, was mich mit Vorfreude erfüllt. Natürlich wissen wir, dass einem der feine Rollsplitt schnell zum Verhängnis werden kann, doch wenn wir im Lavanttal tatsächlich als Tabellenführende an den Start gehen wollen, müssen wir im Rebenland unbedingt auf der Straße bleiben. Immmerhin haben wir schon oft zeigen können, dass wir dazu die nötige innere Ruhe haben."

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