RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ÖRM: "Rallye W4"

Bitteres Ende für Julian Wagner

Julian Wagner wurde bei der Rallye W4 durch ein Getriebeproblem aus seinen Meisterträumen gerissen.

Fotos: Harald Illmer

Der Ausfall kündigte sich auf den letzten Kilometern der fünften Sonderprüfung, der ersten am zweiten Wettkampftag, an. Der Oberösterreicher, der als Führender in der Meisterschaft ins Waldviertel gekommen ist, konnte plötzlich die Gänge nicht mehr wechseln, fuhr die Prüfung aber dennoch mit der zweitbesten Zeit zu Ende. Vor der sechsten Sonderprüfung mussten Wagner und sein Co Pilot Jürgen Heigl den Soda Fabia R5 schließlich abstellen.

Besonders bitter, denn Wagner zeigte sich bei seiner ersten Schotter-Rallye mit einem R5 Boliden in Topform, fuhr Bestzeiten auf der ersten und der dritten Sonderprüfung und führte zum Zeitpunkt des Ausfalls die Rallye mit einem Vorsprung von 1,3 Sekunden auf seinen Bruder Simon Wagner bzw. 26,5 Sekunden auf Hermann Neubauer an. Den Sieg bei der Rallye W4 holte sich schließlich Simon Wagner vor Hermann Neubauer, dem der zweite Platz zum Titelgewinn reichte. Julian Wagner übertrifft in seiner ersten Saison mit einem R5 Boliden mit zwei Siegen und vier zweiten Plätzen die Erwartungen bei Weitem und beendet die Meisterschaft auf dem zweiten Rang.

Julian Wagner nach der Rallye W4: „Wir sind ab dem ersten Kilometer richtig gut ins Fahren gekommen! Alles hat perfekt gepasst. Von der Fahrzeugabstimmung bis hin zum Zusammenspiel mit meinem Co Jürgen Heigl mit dem ich ein erstes Mal seit langer Zeit unterwegs war. Wir haben den Freitag dominiert, einen deutlichen Vorsprung auf Hermann Neubauer herausgefahren und uns in eine großartige Ausgangslage für den zweiten Tag genbracht. Damit hätte wohl niemand gerechnet, ich selbst am wenigsten. Auch der Samstag hat wunderbar begonnen, wir waren auf dem Weg zu einer weiteren Bestzeit als ich fünf Kilometer vor dem Ziel der fünften Sonderprüfung beim Runterschalten die Gänge nicht mehr wechseln konnte. Wir sind die Prüfung also in den falschen Gängen zu Ende gefahren und haben trotzdem die zweitschnellste Zeit geholt. Aber da hat die Tragödie schon ihren Lauf genommen. Wir sind im fünften Gang zur Zeitnahmen gefahren, dort stehen geblieben und dann ist gar nichts mehr gegangen. Wir haben verzweifelt gekämpft, versucht am Schaltgestänge den Gang händisch zu wechseln, aber der fünfte Gang ist nicht mehr rausgegangen. Wir wollten trotzdem nicht aufgeben, haben versucht im fünften Gang anzufahren, aber nachdem es dort auch noch leicht bergauf gegangen ist, hatten wir keine Chance das Auto in Bewegung zu setzen. Schlussendlich ist auch noch die Kupplung durchgebrannt und wir mussten aussteigen. Das ist schon irrsinnig bitter, vor allem weil wir bis dahin großartig unterwegs waren. Unabhängig vom Ergebnis wäre ich die Rallye mit den weiteren selektiven Prüfungen sehr gerne zu Ende gefahren. Aber so habe ich nicht nur die Rallye verloren, sondern auch die Möglichkeit, weitere Erfahrung auf Schotter zu sammeln. Dass der Sieg in der Familie geblieben ist, ist sicherlich ein kleiner Trost für mich. Ich freue mich riesig für Simon, er hat sich das verdienet. Gratulation auch an Hermann Neubauer zum Meisterstitel. Er hat über das Jahr wenig Fehler gemacht, trotzdem konnten wir ihn richtig fordern und davon war vor der Saison nicht auszugehen. Wenn wir für kommendes Jahr wieder ein Projekt auf die Beine stellen, muss er sich den Gurt allerdings noch ein wenig fester schnallen! Am Ende der Saison möchte ich mich bei allen bedanken, die mich unterstützt haben. Allen voran bei meinen Sponsoren und bei Raimund Baumschlager. Trotz des bitteren Endes, war es ein fantastisches Jahr mit zwei Siegen und dem Vizemeistertitel.“

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

ÖRM: "Rallye W4"

Weitere Artikel:

ORM/ARC/MRC, Lavanttal: Bericht

Simon Wagner lernt schon kärntnerisch!

Der Oberösterreicher gewann die LASERHERO Lavanttal-Rallye 2026 powered by Dohr – Wolfsberg / SG TOOLBOX in Wolfsberg seit dem Jahr 2022 zum vierten Mal und ist in der heurigen Rallye-Staatsmeisterschaft noch unbesiegt

WRC Kroatien: Spätes Drama um Neuville

Neuville nach spätem Drama "am Boden zerstört"

Trotz klarer Führung endet Thierry Neuvilles Rallye in Kroatien im Desaster: Nach dem folgenschweren Patzer erhält der Belgier Rückendeckung von Hyundai

CZ, Rally Sumava Klatovy: Vorschau Wagner

Wagner in CZ: Angriff auf den Titel!

Simon Wagner und Hanna Ostlender greifen auch 2026 wieder in der Tschechischen Rallye-Meisterschaft an – und das mit einem klaren Ziel: Nach dem Vizemeistertitel im Vorjahr soll nun der volle Angriff auf den Titel erfolgen.

ARC, Lavanttal: Bericht Neulinger

ORM3 & ART2-Sieg als Geburtstagsgeschenk

Marcel Neulinger machte sich mit dem dritten Saisonsieg im Folge (TEC7 ORM3 & ART2) bei der 48. Lavanttal Rallye selbst ein besonderes Geburtstagsgeschenk: Mit Co-Pilot Jakob Ruhsam strich der Doppelstaatsmeister im BWT Lancia Ypsilon Rally4 HF in Kärnten abermals volle Punkte ein!

WRC Kroatien: Nach Tag 2 (SP8)

Pajari führt - Keferböck im Masters Cup vorne

Nachdem Oliver Solberg und auch Elfyn Evans früh im Wald landeten hat sich Toyota-Youngster Sami Pajari in Kroatien an die Spitze gesetzt, aber Hyundai hält mit. Im WRC Masters Cup führen Keferböck/Minor mit rund vier Minuten Vorsprung.

TEC7 ORM3, Lavanttal Rallye: Bericht

Marcel Neulinger erneut das Maß der Dinge

Mit Marcels älterem Bruder Nico (Rang drei) standen gleich zwei Neulingers am Siegerpodest in Wolfsberg. Lukas Dirnberger hält sich mit Rang zwei im Titelrennen.