RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Inhalt

WRC: Korsika-Rallye

Sieg für Latvala

Volkswagen-Pilot Jari-Matti Latvala siegt vor Elfyn Evans, der damit sein bestes WRC-Ergebnis feiert. Sebastien Ogier nur auf Platz 15.

Jari-Matti Latvala (Volkswagen) ist der Sieger der Rallye Frankreich, zehnter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2015. Der Finne setzte sich bei der Rallye, die zum ersten Mal seit 2008 wieder auf der Mittelmeerinsel Korsika stattfand, und bei der an den ersten beiden Tage unwetterartige Regenfälle für Probleme sorgten, gegen M-Sport-Pilot Elfyn Evans (Ford) durch, der mit Rang zwei sein bestes Karriereresultat feierte (alle Ereignisse des Schlusstags in der Chronologie). Den dritten Rang sicherte sich Andreas Mikkelsen (Volkswagen).

"Es war ein Wochenende, bei dem man nicht immer ans Limit gehen sondern clever fahren musste", sagt Latvala, der seinen dritten Saisonsieg und WRC-Sieg Nummer 15 feierte. "Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis und freue mich, dass ich auf Asphalt und in Frankreich gewonnen habe."

Während zwei der drei Volkswagen-Piloten jubeln durften, endete die Rallye Frankreich für Sebastien Ogier enttäuschenden. Nach dem vorzeitigen Titelgewinn in Australien warf den dreimaligen Weltmeister am Freitag zunächst ein Reifenschaden und dann ein Getriebedefekt auf dem Weg in den Parc Ferme und die damit verbundene Zeitstrafe aussichtslos zurück. So waren die drei Punkte für den Sieg bei der Powerstage bei seiner Heimrallye das einzig zählbare Ergebnis für den Franzosen.

Unwetter sorgen für Absagen

Das bestimmende Thema bei der "Tour de Corse" war in diesem Jahr aber das Wetter. Heftige Regenfälle hatten am Donnerstag und Freitag für Überschwemmungen gesorgt, die auch das Programm der Rallye durcheinander wirbelten. Da Teile der Wertungsprüfung "Casamozza-Ponte Leccia" unpassierbar waren, konnte die als zweite und vierte WP geplante Prüfung nicht gefahren werden. Damit gingen nur sieben Prüfungen in die Wertung ein.

Latvala ließ sich von den Wetterunbilden aber nicht aus der Ruhe bringen. Nach einer kontrollierten Fahrt bei den nassen Bedingungen am Freitag griff er am Samstag an und eroberte bei der sechsten Wertungsprüfung die Führung, die er anschließend am Sonntagmorgen ausbaute. Mit einem Vorsprung von mehr als einer halben Minute brauchte der Finne bei der Powerstage nichts mehr riskieren und festigte mit seinem dritten Saisonsieg WM-Rang zwei.

Überraschungsmann der Rallye Frankreich war aber ohne Zweifel Elfyn Evans. Nachdem für den Waliser zuletzt in Australien gar nichts gelaufen war, zeigte er auf Korsika eine starke Leistung. Mit dem Sieg bei der dritten WP am Freitag übernahm Evans die Spitze, die er am Samstag fast behauptet hätte. Mit gerade einmal zwei Sekunden Rückstand auf Latvala ging Evans in den Schlusstag.

Evans fährt seine bisher beste Rallye

Dort setzte tat er sich jedoch schwer, haderte mit der Abstimmung seines Fiesta und fiel deutlich hinter Latvala zurück. Anstatt um den Sieg zu kämpfen, musste sich Evans gegen den von hinten heranstürmenden Andreas Mikkelsen verteidigen. Im Ziel waren jedoch noch 3,2 Sekunden Vorsprung übrig. "Andreas hat viel Druck gemacht, und heute morgen haben wir uns das Leben selber schwer gemacht. Aber ich jetzt bin ich sehr glücklich", sagt Evans.

Das war auch Mikkelsen, der auf dem von ihm ungeliebten Untergrund Asphalt bei der zehnten Rallye der WRC-Saison 2015 zum siebten Mal aufs Podium fuhr. "Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten das Beste gemacht. Ich bin zufrieden mit dem Wochenende und meiner Leistung", sagt er.

Bester Citroen-Pilot war Kris Meeke auf Rang vier, womit er nicht ganz zufrieden war. "Kein tolles Wochenende, was das Tempo betrifft, aber wir waren konstant und haben gute Punkte geholt", sagt der Nordire, der in den Kampf um das Podium zu keiner Zeit eingreifen konnte. Teamkollege Mads Östberg, der nach der verletzungsbedingten Absage der Rallye Australien auf Korsika wieder antrat, wurde Sechster. Junior Stephane Lefebvre, der mit einem dritten DS3 WRC an den Start ging, verpasste als Elfter knapp die Punkteränge.

Schwarzes Wochenende für Hyundai

Ein rabenschwarzes Wochenende erlebten die beiden Hyundai-Stammfahrer Thierry Neuville und Dani Sordo. Neuville kam am Freitag gerade einmal gut einen Kilometer weit, ehe er mit dem rechten Hinterrad an eine Brücke anschlug, dabei die Radaufhängung zerstörte und ausschied. Nach dem Neustart unter Rallye2 kam der Belgier nur auf Gesamtrang 21 ins Ziel.

Sordo verlor am Freitag durch einen Reifenschaden gut zwei Minuten, die er im weiteren Verlauf der Rallye trotz der Bestzeit bei der achten Wertungsprüfung nicht mehr aufholte. So stand für den Asphaltspezialisten ein durchwachsener siebter Rang zu Buche. Damit musste Hyundai im Kampf um Rang zwei der Herstellerwertung einen Rückschlag einstecken, dort hat nun Citroen um einen Punkt die Nase vorne.

Freude dürften Hyundai-Teamchef Michel Nandan an diesem Wochenende nur seine beiden Junioren bereitet haben. Kevin Abbring lag nach einem starken Freitag zwischenzeitlich auf Gesamtrang zwei und war auch am Schlusstag noch auf Kurs zu einem Top-5-Resultat, kam aber bei der vorletzten Wertungsprüfung von der Straße ab und schied aus. Somit wurde Teamkollege Hayden Paddon Fünfter, nachdem er nach Problemen am ersten Tag zwischenzeitlich auf Rang 15 zurückgefallen war.

Ogier nur mit Sieg auf der Powerstage

In Szene setzen konnten sich auch die französischen Gaststarter Bryan Bouffier und Stephane Sarrazin (beide Ford), die als Achter beziehungsweise Neunter ins Ziel kamen und damit ihren Markenkollegen Ott Tänak hinter sich ließen. Der Este komplettierte die Top 10. Robert Kubica (Ford), der bei der ersten Wertungsprüfung zeitgleich mit Ogier die Bestzeit gefahren hatte, schied am Samstag bei der fünften WP nach zwei Reifenschäden aus, gewann als Zweiter der Powerstage aber zwei Zusatzpunkte. Drei Punkte gingen dort an Ogier, einen Zähler sicherte sich Latvala.

Hinter dem bereits als Weltmeister feststehenden Ogier (238 Punkte) belegt Latvala mit nun 160 Punkten Rang zwei in der Gesamtwertung. Mikkelsen hat als Dritter 34 Punkte Rückstand auf seinen Teamkollegen. Nächster und vorletzter Lauf der WRC-Saison 2015 ist vom 22. bis 25. Oktober die Rallye Spanien, eine weitere Asphalt-Rallye.

WRC2: BRR Skoda-Pilot Kremer auf Platz drei liegend out

In der WRC2-Wertung ging der Sieg an den Franzosen Julien Maurin (Ford). Er profitierte dabei auch von Problemen der Konkurrenz. Pontus Tidemand (Skoda), der die Klasse nach dem ersten Tag angeführt hatte, schied am Samstagvormittag aus, Craig Breen (Peugeot) warfen Technikprobleme zurück. Rang zwei in der WRC2 sicherte sich Esapekka Lappi (Skoda), Dritter wurde Eric Camilli (Ford).

Der Deutsche Armin Kremer (Baumschlager Rallye Racing Skoda) schied am Sonntag auf Rang drei der Klasse liegend nach einem Unfall aus. Ein Ausrutscher auf der siebten Sonderprüfung kostete BRR Pilot Armin Kremer bei der zur Weltmeisterschaft zählenden Rallye Korsika einen Stockerlplatz. Der Deutsche rutschte auf der siebten Sonderprüfung mit seinem vom oberösterreichischen BRR Team eingesetzten Skoda Fabia R5 von der Strecke und konnte die Rallye nicht fortsetzen.

„Der Ausrutscher passierte auf einer wirklich ungünstigen Stelle, denn das Auto blieb nahezu unbeschädigt, aber es waren keine Zuseher zur Stelle, die helfen konnten den Fabia wieder auf die Strecke zu befördern,“ schildert Raimund Baumschlager, der Kremer in Korsika betreute, den Vorfall.

Bis zu seinem Ausscheiden präsentierte sich Armin Kremer gemeinsam mit seinem Co Pirmin Winklhofer in ausgezeichneter Form und rangierte auf Platz drei in der WRC2 Wertung.

Die besten Bilder Die besten Bilder Ergebnis & WM-Stand Ergebnis & WM-Stand

Ähnliche Themen:

WRC: Korsika-Rallye

Weitere Artikel:

Worauf muss ich beim Kauf achten? Wir haben, gemeinsam mit Kindersitz-Experte Peter Jahn die richtigen Antworten auf viele Fragen und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung rund um den Autokindersitz-Kauf.

Neulich, als mir die Zukunft mal wieder eine Szene machte ...

Cartoon: An der Ampel

Wer an der Ampel mit dröhnenden Endrohren die Poleposition für sich beansprucht, ist entweder extrem kurzsichtig oder hat Angst davor, auf der Strecke zu bleiben. Beides ist nicht besonders zukunftsorientiert, denn das Gelingen der Mobilitätswende wird sicher nicht mit einem Kavaliersstart entschieden. Trotzdem macht es Spaß, Erster zu sein, wenn die Lichter auf nachhaltiges Grün springen.

Erster E-Jeep im Geländeeinsatz

Jeep-Safari mit den "glorreichen Sieben"

Sieben Jeep- und Jeep Performance Parts-Konzeptfahrzeuge sind vom 27. März bis 4. April in Moab auf einigen der anspruchsvollsten und malerischsten Strecken am Start.

Mit elf Teilnehmern aus Österreich

Suzuki Cup startet mit drei Rennen auf dem Hungaroring

Für die 18. Rennsaison des Suzuki Cup sind insgesamt fünf Rennwochenende im In- u. Ausland geplant. Das Aufgebot an Fahrern aus Österreich bei den Auftaktrennen in Ungarn besteht aus elf Teilnehmern.