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WRC: Finnland-Rallye

Drama für Latvala - Lappi vor dem Sieg

Nach einer furiosen Vorstellung scheidet Jari-Matti Latvala bei der Finnland-Rallye aus: Esapekka Lappi steht nun vor seinem ersten Sieg in der WRC.

Fotos: RedBullContentPool, Photo4

Die Finnland-Rallye, neunter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2017, entwickelt sich zum Stolperstein für die Top-Fahrer in der WM. Nachdem WM-Spitzenreiter Sebastien Ogier (Ford) am Freitag verunfallt war und Thierry Neuville (Hyundai) viel Zeit verloren hatte, erwischte es am Samstag auch Jari-Matti Latvala (Toyota). Nach einer beeindruckenden Vorstellung schied der Finne bei der 19. Sonderprüfung mit einem technischen Problem aus.

Damit wird es bei der Finnland-Rallye aller Voraussicht nach einen neuen WRC-Sieger geben, denn die Top 5 vor dem Schlusstag haben alle noch nie in der Rallye-WM gewonnen. Die beste Chance auf seinen Premierensieg hat Esapekka Lappi (Toyota), der mit einem Vorsprung von 49,1 Sekunden auf seinen Landsmann Teemu Suninen (Ford) in die letzten vier Sonderprüfungen geht. Auf Platz drei liegt mit Juho Hänninen (Toyota/+53,4) ein weiterer Finne, gefolgt von Elfyn Evans (Ford/+54,7) und Craig Breen (Citroen/+1:16,9 Minuten).

Latavla, der mit einem Rückstand von 4,4 Sekunden in den Samstag gestartet war, zeigte bis zu einem Ausfall eine makellose Leistung. Der Toyota-Pilot gewann die ersten fünf Sonderprüfungen des Samstags und hatte sich bereits einen Vorsprung von 8,5 Sekunden herausgefahren, ehe sein Yaris WRC beim zweiten Durchgang der Königsprüfung "Ouninpohja" ausrollte. Damit muss Latvala seinen Traum vom vierten Sieg bei seiner Heimrallye begraben.

Packender Dreikampf um Platz zwei

Von dem darf nun aber Lappi träumen, der damit seinen märchenhaften Aufstieg in der WRC krönen und bei seiner erst vierten Rallye im World-Rallye-Car zum ersten Mal gewinnen könnte. Bei einem Vorsprung von 49,1 Sekunden und nur noch 33,84 verbleibenden Sonderprüfungs-Kilometern kann der 23-Jährige den Sieg im Grunde nur noch durch einen Unfall oder einen Technikdefekt verlieren.

"Es tut mir für Jari-Matti leid, aber es ist nicht meine Schuld, dass sein Auto kaputtgegangen ist", sagt Lappi. "Es ist ein tolles Gefühl, die Rallye anzuführen. Gestern waren es vier Sekunden, nun sind es 50 Sekunden. Aber das kenne ich aus dem vergangenen Jahr (aus der WRC2; Anm. d. Red.)." Doch zum Sieg schleichen kann der Finne nach eigener Aussage nicht. "Durch das Mitteldifferential muss man diese Autos am Limit fahren, damit sie richtig funktionieren. Man kann nicht einfach langsamer machen."

Sehr spannend wird am Schlusstag der Dreikampf um die Plätze zwei bis vier, bei dem Suninen, Hänninen und Evans nur durch 5,6 Sekunden voneinander getrennt sind. Gibt es ein rein finnisches Podium oder kann Evans in die Phalanx der Lokalmatadoren eindringen? Für Suninen und Hänninen wäre es ebenso wie für Lappi das erste Podiumsresultat in der WRC.

Neustart von Ogier noch ungewiss

Ogier konnte nach seinem Unfalls vom Freitag am Samstag nicht wie geplant unter Rallye-2-Reglement in der Wettbewerb zurückkehren. Sein Beifahrer Julien Ingrassia hatte bei dem Unfall eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen und schonte sich daher am Samstag. Ob die beiden Franzosen am Sonntag starten und somit um Punkte bei der Powerstage kämpfen können, steht noch nicht fest.

Ogiers WM-Rivale Neuville kann von diesen Problemen bisher aber nicht in dem Maße profitieren, wie es ihm lieb wäre. Wie schon am Freitag konnte Neuville auch am Samstag das Tempo der Schnellsten nicht mitgehen. Zwar verbesserte sich der Belgier auf Gesamtrang sechs, das Podium ist aus eigener Kraft allerdings außer Reichweite. Dennoch könnte Neuville, ein Top-Ergebnis bei der Powerstage vorausgesetzt, Ogier von der WM-Spitze verdrängen.

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