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WRC: Korsika-Rallye

Thierry Neuville triumphiert auf Korsika

Erster Saisonsieg für Hyundai und Thierry Neuville: Während seine Rivalen straucheln, triumphiert der Belgier bei der Korsika-Rallye.

Fotos: RedBullContentPool

Vierte Rallye, vierter Sieger für den vierten unterschiedlichen Hersteller: Die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) ist so ausgeglichen wie seit 30 Jahren nicht mehr. Nach Siegen von Sebastien Ogier (Ford), Jari-Matti Latvala (Toyota) und Kris Meeke (Citroen) trug sich bei der Korsika-Rallye Thierry Neuville (Hyundai) in die Siegerliste ein. Der Belgier profitierte bei der "Tour de Corse" zwar von Problemen einiger Rivalen, zeigte selbst aber eine starke Leistung und war damit der verdiente Sieger.

Nach zehn Sonderprüfungen über 316,80 Kilometer hatte Neuville im Ziel der "Rallye der 10.000 Kurven" einen Vorsprung von 54,7 Sekunden auf Ogier, der im Laufe des Wochenendes mehrmals von technischen Problemen eingebremst wurde. Dennoch eroberte er bei der Powerstage Rang zwei von Dani Sordo (Hyundai) zurück, der im Ziel 1,3 Sekunden hinter Ogier lag. Für Neuville war es nach Deutschland 2014 und Italien 2016 der dritte Sieg in der Rallye-WM.

"Das ist großartig. Großer Dank ans Team, die immer an mich geglaubt und mich nach Monte-Carlo und Schweden aufgebaut haben", sagt Neuville, der bei den ersten beiden Rallyes der Saison mögliche Siege durch Fahrfehler weggeworfen hatte. "Am ersten Tag hatten wir Probleme, da war ich mir nicht sicher, ob wir gewinnen können. Am Samstag haben wir dann aber das Blatt gewendet."

Defekte vereiteln Sebastien Ogiers Siegchancen

Zu Beginn hatte auf Korsika Citroen-Pilot Meeke den Ton angegeben. Der Brite bestimmte das Geschehen am Freitag und führte die Rallye bis zur sechsten Sonderprüfung am Samstag an. Dann erlitt sein Citroen C3 WRC jedoch einen Motorschaden, der einen endgültigen Ausfall zur Folge hatte. "Das ist Teil des Spiels. Das Auto besteht aus zehntausenden Bauteilen, und manchmal funktioniert etwas nicht", kommentiert Meeke.

Nach seinem Ausfall schien es auf einen Zweikampf um den Sieg zwischen Neuville und Ogier hinauszulaufen. Nach der siebten SP waren beide nur durch 2,2 Sekunden voneinander getrennt. Doch dann ließ den amtierenden Weltmeister die Technik seines Ford Fiesta WRC im Stich. Bei der achten SP verlor er durch einen Hydraulikdefekt mehr als 30 Sekunden. Und am Schlusstag gingen die Probleme weiter.

Bei der neunten SP kam es zu einer Fehlfunktion der Elektrik, die verschiedene Systeme des Autos wie das Anti-Lag und die Steuerung des Differenzials beeinträchtigte. Weitere 20 Sekunden Zeitverlust machten Ogiers ohnehin geringe Sieghoffnungen endgültig zu Nichte. "Es war eine schwierige Rallye. Wir sind froh, im Ziel zu sein, und auf dem Podium zu stehen, ist besser als gar nichts. Aber wir hatten eine Menge Probleme." Mit Platz zwei in der Gesamtwertung und Rang zwei bei der Powerstage gewann Ogier dennoch 22 WM-Punkte und baute seine WM-Führung aus.

Sordo und Breen fallen bei der Powerstage zurück

Der Sieg von Neuville tröstete Hyundai über den knapp verpassten zweiten Platz von Sordo zurück, der dennoch einmal mehr auf Asphalt eine solide Leistung zeigte. Hayden Paddon im dritten Hyundai tat sich hingegen schwer und kam nicht über Rang sechs hinaus. Für M-Sport fuhr nur Ogier in die Punkteränge, nachdem seine Teamkollegen Ott Tänak und Elfyn Evans durch Fahrfehler am Freitag beziehungsweise Samstag von der Straße gerutscht waren.

Bei Toyota war Latvala einmal mehr auf sich alleine gestellt, nachdem sein Teamkollege Juho Hänninen schon bei der ersten Sonderprüfung abgeflogen war. Der Finne tat sich zu Beginn schwer, steigerte sich aber im Laufe der Rallye. Der knapp gewonnene vierte Platz und der Sieg bei der Powerstage waren dafür der gerechte Lohn. Dennoch bleibt festzuhalten, dass Toyota in Korsika wie schon in Mexiko aus eigener Kraft nicht um das Podium kämpfen konnte.

Nach dem Ausfall von Meeke und Stephane Lefebvre, der bei der fünften SP nach einem Unfall den Samstag vorzeitig beenden musste, lag es an Craig Breen beim Heimspiel von Citroen die Kastanien aus dem Feuer holen. Dies gelang dem Iren, der einmal mehr eine kontrollierte Leistung ohne große Fehler zeigte und bis zur Powerstage auf Rang vier lag. Dort fiel er dann aber noch hinter Latvala auf Gesamtrang fünf zurück. Beide trennte nach fast dreieinhalb Stunden Fahrzeit der kleinstmögliche Abstand von einer Zehntelsekunde.

Citroen in der WM mit dem Rücken an der Wand

Breen hatte zuvor bei der sechsten SP sogar einen Ausfall der Sprechverbindung zu Beifahrer Scott Martin überstanden. Dieser musste ihm daraufhin den Aufschrieb durch Handzeichen andeuten. Trotz des für Citroen sportlich unbefriedigenden Ergebnisses stellt Meeke jedoch zufrieden fest: "Wir wissen jetzt, dass wir bei allen Rallyes vorne mitfahren können." Dennoch haben sowohl der Brite in der Fahrerwertung als auch Citroen in der Herstellerwertung nach vier von 13 Rallyes einen deutlichen Rückstand auf die Spitze.

Die WRC2-Wertung wurde auf Korsika vom Andreas Mikkelsen (Skoda) dominiert. Der ehemalige Volkswagen-Werksfahrer führte die "zweite Liga" der WRC von der ersten bis zur letzten Prüfung an und lag im Ziel 1:06,3 Minuten vor Teemu Suninen (Ford). Dritter in der WRC2 wurde Yohan Rossel (Citroen). Noch vor dem Franzosen kam der etatmäßige WEC- und Formel-E-Pilot Stephane Sarrazin auf Gesamtrang neun ins Ziel, der mit einem Skoda Fabia R5 angetreten, aber nicht in der WRC2-Wertung eingeschrieben war.

In der Fahrerwertung der WRC hat Ogier nach vier von 13 Rallyes einen klaren Vorsprung. Der Franzose hat 88 Zähler auf dem Konto, Latvala kommt als Zweiter auf 75 Punkte. Neuville verbesserte sich durch seinen Sieg mit insgesamt 54 Punkten auf Rang drei. Bei den Herstellern führt weiter M-Sport, während Hyundai Toyota von Platz zwei verdrängt hat.

Weiter geht es mit der Rallye-WM 2017 in drei Wochen. Vom 27. bis 30. April steht dann in Argentinien eine Schotterrallye auf dem Programm.

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