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Kia Sorento 2,2 CRDi 4WD – im Test

Fahren & Tanken

Der 197 PS und 441 Nm starke Vierzylinder-Commonrailer hat mit 1.850 Kilogramm Sorento wenig Mühe. Bullig tritt er von ganz unten an und sorgt für annehmbare Fahrleistungen. Nur in den ersten Sekunden nach dem Kaltstart nagelt er auf Teufel komm’ raus, dann bleibt er dank guter Dämmung akustisch brav im Hintergrund.

Die Automatik hat immer den richtigen Gang parat, schaltet ruckarm und harmoniert sehr gut mit dem drehmomentstarken Motor. Manuelle Eingriffe sind zwar möglich, aber nahezu unnötig.

Vielleicht will man ja bei sportlicher Fahrweise selbst Hand anlegen? Guter Versuch, bloß kann der Sorento Sport-Anwandlungen nicht leiden. Da schiebt er heftig über die Vorderräder und wird vom hart eingreifenden ESP rüde zur Räson gebracht.

Hat das ESP den Motor einmal gewürgt, dauert es quälend lange, bis es ihn aus seinem eisernen Griff entlässt und er wieder befreit anschieben kann. Auch die Lenkung wurde nicht zum Räubern konstruiert: Sie ist leichtgängig, indirekt und verhärtet bei schnellen Manövern.

Dafür ist der Sorento voll und ganz dem Cruisen verpflichtet. Die komfortable Federung lässt kaum Stöße durch, und im Verein mit dem bulligem Motor und der sanften Automatik prädestiniert sie den Kia förmlich für lange, entspannte Reiseetappen.

Die großzügigen, mittelstraffen Sitze passen da sehr gut dazu. Dass sie nur über wenig Seitenhalt verfügen, stört beim Gleiten ja nicht. Positiv unauffällig: die kräftigen, fein dosierbaren Bremsen.

Offroad zeigt der Sorento nicht mehr so heftig auf wie sein Vorgänger. Einzige Zugeständnisse an mögliche Geländeausflüge: Eine 50:50-Sperre der an sich schlupfgeregelten Antriebsverteilung und der Bergabfahrassistent.

Beim Verbrauch liegt Kia mit den im Schnitt versprochenen 7,4 Litern gar nicht weit daneben, um die acht Liter sind selbst im Winter kein Mirakel. Wer schnelle Autobahnetappen schätzt, kann aber auch einen runden Zehner erreichen. Dies trotz des gegenüber dem Vorgänger deutlich verbesserten Luftwiderstandes (auf 0,38 cW).

In Sachen Garantie legte Kia kürzlich noch eins drauf: Für alle Modelle gelten jetzt sieben Jahre. Und nicht nur, wie bis vor Kurzem beim cee’d, auf Motor und Getriebe, sondern für das ganze Fahrzeug. Sich so etwas bei schlechter Qualität zu trauen, wäre Harakiri. Und diese Selbstmordart kennt man bekanntlich nicht in Korea.

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