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Maserati Ghibli S Q4 - im Motorline-Test

Sportliche Eleganz

Maserati Ghibli S Q4 im Test. Ist der flotte Dreizack eine Alternative für all jene, denen deutsche Premium-Marken langweilig geworden sind?

mid/rlo

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Wer mit einem Maserati unterwegs ist, der zieht die Blicke auf sich. Das gilt besonders für den Ghibli S Q4. Mit dem formschönen Luxus-Sportwagen will die Marke aus Modena die Karten im Segment der Business-Limousinen neu mischen. Geht man nach dem Design, dann müssen sich Premium-Rivalen wie die Mercedes E-Klasse, 5er-BMW oder Audi A5 und A7 warm anziehen.

Doch das äußere Erscheinungsbild ist nur eine Sache bei der Beurteilung des Fahrzeugs. Wie aber sieht es mit den inneren Werten, der Sicherheit, der Wirtschaftlichkeit und den Fahrleistungen des edlen Italieners aus?

Wenn man den Start-Knopf drückt und dann auf "Sport" schaltet, klingt der Ghibli S Q4 gar nicht so sanft, wie es so mancher vermutet. Aus den beiden Doppelauspuff-Endrohren röhrt es gewaltig. Klar: Mit diesem Auto müsste man eigentlich ein paar flotte Runden auf der Rennstrecke drehen. Doch schon nach wenigen Minuten stellt sich beim Fahrer eine Art innere Ruhe ein. Raus aus dem Sport-Modus und rein in die "Komfort"-Zone.

Es ist einfach ein Erlebnis der besonderen Art, mit diesem Maserati sanft über die Straßen zu gleiten. Die Laufkultur sucht seinesgleichen. Dazu die passenden Klänge aus der Harman-Kardon-Soundanlage mit zehn Lautsprechern - und man beginnt zwangsläufig zu träumen. Dieser Maserati versetzt seinen Fahrer schnell in eine eigene Welt. Und in der gibt es keinen Stress, keine Wettrennen und keinen Stau - selbst wenn man mittendrin steht.

Und noch etwas fällt auf: Neidische Blicke oder böse Kommentare, wie sie mancher S-Klasse- oder Porsche-Fahrer kennt, bleiben aus. Im Gegenteil: Andere Autofahrer heben respektvoll den Daumen und Fußgänger bleiben beim Einparken stehen und sagen nur: "Wunderschönes Auto." Das klingt ehrlich und überzeugend. Einige wollen dann noch einen Blick aufs edle Ambiente im Innenraum werfen und sogar für einen kurzen Moment auf den eleganten Sitzen Platz nehmen. Verständlich: Wer weiß, wann sich mal wieder so eine Gelegenheit bietet.

Maserati-Fahrer sind entspannte Menschen und nie so richtig in Eile. Doch eines ist sicher: Sollte der Gasfuß doch mal jucken, geht die Post so richtig ab. Der Ghibli S Q4 hat Reserven - und zwar reichlich. Der V6-Benziner leistet 430 PS und beschleunigt den Dreizack in 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Vorwärtsdrang endet erst bei Tempo 286. Bei sportlicher Fahrweise wirkt der angegebene Normverbrauch von 11,9 Litern Benzin je 100 Kilometer allerdings wie eine Fata Morgana.

Der intelligente Q4-Allradantrieb sorgt dafür, dass der Ghibli bei weniger idealen Wetter- und Straßenverhältnissen niemals aus der Spur gerät. Der Ghibli S Q4 ist die richtige Wahl für Fahrer, die die Dynamik eines Hinterradantriebs schätzen und bei Bedarf auf die Traktion eines Vierradantriebs zurückgreifen möchten, teilt Maserati dazu mit. Das clevere Allradsystem überwacht kontinuierlich sechs Parameter: Fahrstil, Lenkwinkel, Gierwinkel, Geschwindigkeit, Radschlupf und Motorleistung.

Ein Maserati-Algorithmus gleicht dynamische Fahrdaten wie Radgeschwindigkeit, Lenkung, Gierwinkel und Bodenhaftung ständig mit dem Fahrstil ab. Nach Auswertung dieser Daten erstellt das Q4-System ein spezifisches Bodenhaftungsprofil für jedes einzelne Rad. Auf diese Weise gewährleistet es bei allen Straßenverhältnissen stets optimale Dynamik.

Das Interieur ist um ein fahrerorientiertes Cockpit herum aufgebaut, das intuitiv zu bedienen ist. Das Kombi-Instrument hat neben einem 7-TFT-Display große Analoganzeigen für Drehzahlmesser und Tachometer. Das Maserati Touch Control Plus (MTC+) steht im Mittelpunkt der Armaturentafel des Ghibli. Darüber hinaus steuert MTC+ die Vordersitzheizung sowie die Belüftung, die Lenkradheizung und den Betrieb der hinteren Sonnenblende.

Der Bildschirm zeigt auch die von der Rückfahrkamera erfasste Rückansicht an. Das State-of-the-Art-System verfügt sowohl über die Apple CarPlay als auch über die Android Auto-Mirroring-Funktion. Das Siri-System von Apple ist für iPhone-Benutzer auch als persönlicher Assistent im Einsatz, der es ihnen ermöglicht, Aufgaben mit Sprachbefehlen auszuführen. So können unter anderem Musik, Nachrichten, Erinnerungen, E-Mails und Webseiten aufgerufen werden. Das Infotainmentsystem umfasst einen Aux-In-Aschluss, USB-Buchsen und einen SD-Kartenleser.

Fazit: Der Maserati Ghibli S Q4 lässt in Sachen Sicherheit, Komfort und Fahreigenschaften so gut wie keine Wünsche offen. Dieser Dreizack ist fürs Big Business gemacht und durchaus eine Alternative zu den deutschen Premium-Marken. Die Preisliste startet in Österreich bei 84.030 Euro (Deutschland: 69.300 Euro) für den Ghibli mit 275-PS-Dieselmotor. Der 350 PS starke Benziner kostet ab 96.230 Euro (D: 73.100 Euro), und für den getesteten Ghibli S Q4 sind mindestens 117.835 Euro (D: 89.700 Euro) fällig.

- Länge / Breite / Höhe: 4,97 / 1,94 / 1,46 Meter
- Motor: V6-Benziner
- Hubraum: 2.979 ccm
- Leistung: 316 kW/430 PS
- Max. Drehmoment: 580 Nm bei 2.250 - 4.000 U/min
- Getriebe / Antrieb: 8-Gang-Automatik, intelligentes Q4-Allradsystem
- 0 bis 100 km/h: 4,7 s
- Spitze: 286 km/h
- Normverbrauch: 11,9 l/100 km (NEFZ)
- CO2-Emissionen: kombiniert 275 g/km
- Österreich-Preis: ab 117.835 Euro (Deutschland: ab 89.700 Euro)

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