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Seat Ibiza 1.0 TGI FR - Erdgas-Kleinwagen im Test

Alternativ mit Gas

Seat bietet neben Leon und Arona auch den Ibiza als kostengünstige und umweltfreundliche Erdgas-Variante 1.0 TGI mit 90 PS an. Im Test.

Georg Koman

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Der Seat Ibiza 1.0 TGI fährt also mit Erdgas - da sollte man vorab mit einem verbreiteten Irrtum aufräumen: Erdgas (CNG) hat nichts mit Flüssiggas (LPG, auch Autogas genannt) zu tun.

Erdgas ist leichter als Luft, im Gegensatz zum schwereren Flüssiggas kann sich bei einem Leck kein unsichtbarer Gas-See bilden, der dann etwa mit einer weggeworfenen Zigarette entzündet werden könnte. Deshalb gelten etwaige Einfahrverbote in Parkgaragen normalerweise nur für flüssiggasbetriebene Fahrzeuge.

Erdgas tankt man fast so einfach wie Benzin. Man muss lediglich den Zapfhahn an der Säule entsperren und dann am Auto wieder versperren. Passieren kann dabei nichts, denn die Säule erkennt, wenn der Hahn nicht korrekt verriegelt wurde. Grundlegender Nachteil: Die Anzahl der Erdgas-Tankstellen ist überschaubar - in Österreich sind es ca. 150, in Deutschland rund 850. Am besten sucht man danach mit einer entsprechenden App.

Zurück zum Seat Ibiza: Als Erdgasmodell 1.0 TGI verfügt dieser über den bekannten Einliter-Dreizylindermotor, dessen Leistung von 95 auf 90 PS reduziert wurde. In Sachen Drehmoment liegt der Erdgas-Ibiza mit 160 Nm bei 1900 Touren deutlicher unter dem Wert seines Benzin-Bruders (175 Nm bei 1500 Touren)

Den Drehmoment-Unterschied war im Test deutlich zu bemerken. Der TGI wirkt im unteren Drehzahlbereich etwas zugeschnürt. Mangels kräftigem Durchzug von unten raus muss man häufiger zurückschalten, wenn man ordentlich Leistung abrufen will. Zur Ehrenrettung des Ibiza TGI sei allerdings erwähnt, dass der Testwagen gerade einmal 400 Kilometer auf dem Tacho hatte. Durchaus möglch, dass er sich nach Abschluss der Einfahr-Phase etwas freispielt und dann besser durchzieht.

Die Erdgas-Variante ist also nicht unbedingt ein Spaßbringer, sie bietet aber zwei wichtige Vorteile. Der erste sind die günstigeren Treibstoffkosten: Ein Kilogramm Erdgas kostet in Österreich derzeit 1,09 Euro, ein Liter Super 95 1,26 Euro. Beim Ibiza TGI lassen sich bei einer Laufleistung von 15.000 Kilometern ungefähr 350 Euro im Jahr an Spritkosten sparen.

Vorteil zwei liegt im Umweltbereich: CNG reduziert die Emissionen, da bei seiner Verbrennung kaum Stickoxide (NOx) freigesetzt werden, außerdem verursacht es bis zu 50 Prozent weniger Feinstaub. Doch es ist nicht nur lungen-, sondern auch klimafreundlich: Im Erdgas-Betrieb emittiert der Motor bis zu 25 Prozent weniger CO2 als im Benzin-Betrieb.

Ansonsten verhält sich der Ibiza TGI nicht anders als seine Brüder mit Benzin- oder Dieselantrieb, sein Fahrwerk ist straff, aber nicht zu hart, die Lenkung arbeitet präzise, die Schaltung ist kurzwegig und sehr exakt.

Über das Raumangebot kann man sich nicht beschweren, lediglich der Erdgastank unter dem Kofferraum kostet etwas Ladevolumen. Statt 355 bis 1165 Liter stehen nur 262 bis 1072 Liter zur Verfügung. Ein Unterschied, den man kaum bemerkt, weil der Kofferraum aussieht wie gewohnt, lediglich auf das Kellerfach muss man größtenteils verzichten.

Der TGI ist quasi monovalent, das heißt, man hat neben dem 13,8 kg Erdgas fassenden Haupttank lediglich einen Benzin-Nottank von neun Litern zur Verfügung. Die Umschaltung zwischen den beiden Antriebsarten erfolgt unmerklich.

Angesichts eines Erdgas-Normverbrauchs von 3,3 Kilogramm auf 100 km/h kommt man mit einer Tankfüllung 418 Kilometer weit. Im Test lag der Verbrauch nur unmerklich höher, nämlich bei 3,5 kg/100 km, unsere Reichweite lag somit bei 394 Kilometern. Der Benzinverbrauch beträgt fünf Liter/100 km, der Nottank von neun Litern bringt im Fall der Fälle weitere 180 Kilometer Reichweite.

Als sportlich ausgestatteter FR (wie getestet) kostet der Seat Ibiza 1.0 TGI 20.140 Euro, als "Style" ist er bereits um 18.240 Euro erhältlich. So oder so ist das gegenüber dem 95-PS-Benziner ein Mehrpreis von rund 1.500 Euro. Allerdings gibt es von Seat derzeit einen OMV-Tankgutschein im Wert von 600 Euro geschenkt, was den Mehrpreis auf 900 Euro reduziert.

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