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Ferdinand Piech legt VW-Aufsichtsratsvorsitz zurück

Knalleffekt

VW-Aufsichstratschef Ferdinand Piëch ist zurückgetreten: "Wechselseitiges Vertrauen war nicht mehr gegeben." Eine Ära geht damit zu Ende.

Georg Koman

Ferdinand Piëch trat überraschend und plötzlich von seinem Amt als VW-Vorsichtsratchef zurück, gleichzeitig legte er sein Aufsichtsratsmandat in der Porsche SE, deren Miteigentümer er ist und die die Aktienmehrheit am VW-Konzern hält, nieder. Seine Frau Ursula tat es ihm gleich.

Damit geht die jahrzehntelange Piëch-Ära bei VW mit einem Knalleffekt zu Ende. Der seit wenigen Tagen 78-Jährige war in den 1960-Jahren bei Porsche Technikchef, von 1988-1993 Audi-Vorstandsvorsitzender, von 1993-2002 Vorstandsvorsitzender des VW-Konzerns und von 2002-2015 dessen Aufsichtsratschef.

Er holte VW aus tiefroten Zahlen bis fast an die Spitze der Automobilindustrie - mit einem Umsatz von über 200 Milliarden Euro 2014 und fast 600.000 Mitarbeitern -, er gilt als Vater des "quattro"-Allradantriebs und des TDI-Direkteinspritz-Diesels. Ein Qualitätsfanatiker und Technikliebhaber ohnegleichen.

"Fugen-Ferdl" wurde er frech für seine Vorliebe für geringste Spaltmaße genannt, die Global Automotive Elections Foundation ernannte ihn zum "Automobilmanager des 20. Jahrhunderts", und im Zusammenhang mit VW galt er gemeinhin als der "Patriarch".

Seine Machtfülle war erstaunlich - sichtbar auch am Umstand, dass Gespräche mit Angela Merkel nicht in Berlin, sondern in Wolfsburg stattfanden. Auch der vormalige chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hatte sich zu Verhandlungen über chinesische VW-Werke nach Wolfsburg zum "Techniker der Macht" zu bequemen.

Das Ende leitete Piëch mit dem Satz "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn" ein, den er in einem "Spiegel"-Interview tat, kurz und prägnant wie immer. Der Satz sollte eigentlich das Ende von Vorstandschef Martin Winterkorn besiegeln, nun kam es genau umgekehrt.

Der 20-köpfige Aufsichtsrat stellte sich, abgesehen von seiner Frau Ursula, geschlossen gegen ihn und hinter Martin Winterkorn. Ferdinand Piëch musste erfahren, dass er die Zügel nicht mehr in der Hand hatte. Denn bisher hatte er bei ihm in Ungnade gefallene Manager schnell und umstandslos entsorgt.

Getreu seinem für ihn typischen Schwarzweiß-Denken (Wer nicht für mich ist, ist gegen mich) sah er keine Vertrauensbasis mehr und trat zurück. Im VW-Konzern und in der Porsche SE wird das trocken "bedauert".

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