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Inakzeptabel

Der ÖAMTC hat den Brilliance BS6 einem NCAP-Crashtest unterzogen, das chinesische Billigauto fiel mit Pauken und Trompeten durch - Lebensgefahr!

  • Hier finden Sie Fotos des Crashtests!

    Der Konkurrenzkampf auf dem Billigfahrzeug-Sektor wird immer härter. Die Problematik ist nicht neu: Nach dem enttäuschenden Crashtestergebnis des chinesischen Billig-Geländewagen "Jiangling Landwind" im Jahr 2005, kommt erneut ein Import aus Asien nach Europa.

    Für 22.950,- Euro wird seit kurzem der "Brilliance BS6" auf dem deutschen Markt angeboten. Der ÖAMTC hat den "Newcomer" gemeinsam mit seinen europäischen Partnerclubs getestet. Das Ergebnis ist erschreckend.

    "Bei einem Frontaufprall mit nur 64 km/h und bei einem Seitenaufprall mit nur 50 km/h treten schwerste Verletzungen für den Fahrer auf", sagt ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. Im Seitencrash hat der Lenker so gut wie keine Überlebenschancen.

    "Die Konstruktionsfehler des Fahrzeugs sind gravierend, tödliche Brustverletzungen, zerquetschte Beine und Füße die Folge", sagt Lang. Die Fahrgastzelle ist so instabil, dass sich die A-Säule im Crashtest fast um 20 cm in Richtung Insassen verschiebt.

    Um den völlig eingeklemmten Dummy zu bergen, musste die Tür nach dem Crashtest komplett ausgebaut werden. Der Überlebensraum für den Fahrer ist kaum noch vorhanden. Der Fußraum ist derart aufgerissen, dass die Füße und Unterschenkel des Fahrers einer großen Verletzungsgefahr ausgesetzt sind.

    Die Deformation im Seitencrash ist so stark, dass die Grenzwerte für die Bauch- und Brustbelastung überschritten werden. Aufgrund der Lebensgefahr für den Fahrer wird der zweite Stern beim Insassenschutz rot markiert. "Ein absolut inakzeptables Ergebnis in Zeiten von 'Fünfsternautos'", kritisiert der ÖAMTC-Cheftechniker.

    Etwas besser geschützt sind Kinder. Obwohl die Experten zahlreiche Mängel kritisierten, erreicht der "Brilliance BS6" bei der Kindersicherheit drei Sterne. "Die gute Bewertung ist den im Crashtest verwendeten Kindersitzen zu verdanken, die den Dummys guten Schutz boten", erklärt Lang.

    Von europäischen Sicherheitsstandards weit entfernt

    Gravierende Konstruktionsfehler werfen den "Chinesen" weit hinter europäische Sicherheitsstandards zurück. So sind etwa auf der Rückbank nur die äußeren Sitzplätze mit Drei-Punkt-Gurten ausgestattet, in Europa verpflichtende ECE-Prüfzeichen fehlen zur Gänze.

    "Wir fordern den Hersteller im Interesse der Verkehrssicherheit auf, sich mit den allgemeingültigen Mindeststandards für Sicherheit in Europa zu befassen und wenigstens bei uns geltende Grundvoraussetzungen zu erfüllen", fordert der ÖAMTC-Cheftechniker.

    Update: Die Importeure reagieren

    In Österreich gibt es für die Marke Brilliance noch keine Vertriebsorganisation; in anderen europäischen Ländern reagieren die Importeure unterschiedlich auf das Crashtest-Fiasko. In Belgien wird China-Limousine jetzt überhaupt vom Markt genommen. Die bislang neun Käufer erhalten ihr Geld zurück. In Deutschland dagegen soll der dort bislang 40 Mal verkaufte Mittelklässler jedoch weiter auf dem Markt bleiben.

    Das Modell habe bei den gesetzlich vorgeschriebenen ECE-Crashtests gut abgeschnitten und könne ruhigen Gewissens verkauft werden, so der Geschäftsführer des europäischen Generalimporteurs HSO, Hans-Ulrich Sachs. Man sei aber generell bereit, für nach dem Crashtest verunsicherte Käufer "eine Lösung zu finden".
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