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Rote Räder

Opel auf zwei Rädern: in der Ära vor General Motors lief die "Motoclub" vom Band, sie wurde das letzte Motorrad-Modell des Herstellers.

mid/kosi

Schon die Optik der Motoclub stach aus dem damaligen Angebot hervor: Das Fahrgestell, nach den Entwürfen des Künstlers und Erfinders Ernst Neumann-Neander gebaut, war ganz in Silber gehalten.

Nur der lederne Sattel, die Gummigriffe, der Schalthebel sowie auch die Reifen (!) leuchteten in einem kräftigen Rot.

Der Sitz wurde auf den Namen "Clubsessel" getauft, da er mit einem Luftkissen und Blattfedern für hohen Komfort sorgte. Angetrieben wurde die Motoclub von einem Einzylindermotor mit 500 ccm Hubraum.

Die Tourenversion verfügte über 12 kW/16 PS Leistung, die Supersport-Variante über 16 kW/22 PS. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 105 km/h beziehungsweise bei 120 km/h.
Das Extravagante an dem Opel-Motorrad war jedoch nicht nur die Optik, sondern auch die Fertigungstechnik.

Zum einen wurde es am Fließband gebaut, das der Hersteller 1924 für seine Produktion etablierte. Zum anderen wurden neue Konstruktionen aus Pressstahlprofilen verwendet, die die zeitintensiven Schweiß- und Lötarbeiten unnötig machten. Dadurch konnte die Motorclub in nur vier Stunden zusammengebaut werden. Vorher lag die Montagezeit bei mindestens 15 Stunden.

Bereits seit 1901 hat Opel motorisierte Zweiräder gebaut. Als das Stammwerk in Rüsselsheim allerdings 1925 mit der Autofertigung ausgelastet war, wurde die Motorradproduktion gestoppt.

Einen Neuanfang ermöglichte die Übernahme der sächsischen Elite-Diamant-Werke Ende 1927, wo die Motoclub ins Leben gerufen wurde.

Doch die Erfolgsgeschichte währte nicht lang: Mit der Übernahme Opels durch General Motors im März 1929 wurde die Motorradfertigung in den Hintergrund gedrängt.

Der Börsencrash Ende des Jahres entzog dem Projekt den wirtschaftlichen Boden, so dass 1930 die Produktion der Motoclub nach 6.000 gebauten Einheiten eingestellt wurde.

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