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Formel 1: News

Ferrari könnte Bonuszahlungen verlieren

Neue Preisgeld-Struktur: Ferrari droht seinen jährlichen 100-Millionen-Dollar-Bonus zu verlieren – Liberty-Boss Maffei: "Ausgeglichenheit hilft allen".

Die Verteilung der Formel-1-Einnahmen ist ein Thema, das seit vielen Jahren kritisch beäugt wird. Die Teams beziehen teils Bonuszahlungen, andere müssen allein von jenen Kuchenstückchen leben, die sie sich aufgrund ihrer sportlichen Leistungen in den zurückliegenden Jahren erarbeitet haben. Bernie Ecclestone hat seine Herangehensweise stets verteidigt, aber zuletzt nahm die Gegenwehr nicht nur aufgrund einer Beschwerde bei der Wettbewerbskommission der EU erheblich zu.

Unter den neuen Formel-1-Besitzern von Liberty Media könnte sich das Blatt ab 2020 wenden, wenn aktuelle Verträge auslaufen. Die Amerikaner sind bezüglich etwaiger Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht sehr vorsichtig. Der US-Elektronikkonzern Apple war beispielsweise im vergangenen Jahr zu einer Zahlung von 13 Milliarden Euro verurteilt worden, nachdem sich die EU-Wettbewerbskommissare das Konstrukt des Unternehmens in Europa ganz genau angeschaut hatten.

Ein solches Risiko möchte Liberty nicht eingehen. Dies sagt man öffentlich nicht, aber man nennt andere Argumente für eine Veränderung des bisherigen Ausschüttungsmodus. Ferrari könnte womöglich seine jährlichen Sonderzahlungen in Höhe von 100 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 93 Millionen Euro) verlieren. Ecclestone hatte den Italienern diese Summe zugestanden, um das Team bei der Formel-1-Stange zu halten. Offiziell wird Ferrari für seine Treue seit 1950 belohnt.

Was würde passieren, wenn die neuen Formel-1-Bosse die entsprechenden Sonderzahlungen an Maranello plötzlich einstellen? Gar nichts, meint Liberty-Geschäftsführer Greg Maffei. "Wenn wir bei den Ausschüttungen für mehr Ausgeglichenheit sorgen, dann steigt die Chance eines offeneren und spannenderen Wettbewerbs. Dies sorgt für mehr Aufmerksamkeit, die Einnahmen von Sponsoren gehen in die Höhe. Das sollte man bei Ferrari im Hinterkopf haben", meint der Amerikaner auf forbes.com.

Eine gerechtere Verteilung der Formel-1-Erlöse an alle Teams müsse in Maranello als "ein Geben und Nehmen" betrachtet werden, sagt Maffei. Den Machern von Liberty geht es weniger um den Kampf um maximale Performance in der Grand-Prix-Szene, sondern es steht vielmehr die Schaffung einer spannenden Show im Vordergrund. Auf diesem Weg könnten neue Märkte erschlossen und an anderer Stelle zusätzliche Fans gewonnen werden, so der Ansatz der Amerikaner. In der Folge gingen die Einnahmen automatisch nach oben.

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