MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: News

Ferrari könnte Bonuszahlungen verlieren

Neue Preisgeld-Struktur: Ferrari droht seinen jährlichen 100-Millionen-Dollar-Bonus zu verlieren – Liberty-Boss Maffei: "Ausgeglichenheit hilft allen".

Die Verteilung der Formel-1-Einnahmen ist ein Thema, das seit vielen Jahren kritisch beäugt wird. Die Teams beziehen teils Bonuszahlungen, andere müssen allein von jenen Kuchenstückchen leben, die sie sich aufgrund ihrer sportlichen Leistungen in den zurückliegenden Jahren erarbeitet haben. Bernie Ecclestone hat seine Herangehensweise stets verteidigt, aber zuletzt nahm die Gegenwehr nicht nur aufgrund einer Beschwerde bei der Wettbewerbskommission der EU erheblich zu.

Unter den neuen Formel-1-Besitzern von Liberty Media könnte sich das Blatt ab 2020 wenden, wenn aktuelle Verträge auslaufen. Die Amerikaner sind bezüglich etwaiger Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht sehr vorsichtig. Der US-Elektronikkonzern Apple war beispielsweise im vergangenen Jahr zu einer Zahlung von 13 Milliarden Euro verurteilt worden, nachdem sich die EU-Wettbewerbskommissare das Konstrukt des Unternehmens in Europa ganz genau angeschaut hatten.

Ein solches Risiko möchte Liberty nicht eingehen. Dies sagt man öffentlich nicht, aber man nennt andere Argumente für eine Veränderung des bisherigen Ausschüttungsmodus. Ferrari könnte womöglich seine jährlichen Sonderzahlungen in Höhe von 100 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 93 Millionen Euro) verlieren. Ecclestone hatte den Italienern diese Summe zugestanden, um das Team bei der Formel-1-Stange zu halten. Offiziell wird Ferrari für seine Treue seit 1950 belohnt.

Was würde passieren, wenn die neuen Formel-1-Bosse die entsprechenden Sonderzahlungen an Maranello plötzlich einstellen? Gar nichts, meint Liberty-Geschäftsführer Greg Maffei. "Wenn wir bei den Ausschüttungen für mehr Ausgeglichenheit sorgen, dann steigt die Chance eines offeneren und spannenderen Wettbewerbs. Dies sorgt für mehr Aufmerksamkeit, die Einnahmen von Sponsoren gehen in die Höhe. Das sollte man bei Ferrari im Hinterkopf haben", meint der Amerikaner auf forbes.com.

Eine gerechtere Verteilung der Formel-1-Erlöse an alle Teams müsse in Maranello als "ein Geben und Nehmen" betrachtet werden, sagt Maffei. Den Machern von Liberty geht es weniger um den Kampf um maximale Performance in der Grand-Prix-Szene, sondern es steht vielmehr die Schaffung einer spannenden Show im Vordergrund. Auf diesem Weg könnten neue Märkte erschlossen und an anderer Stelle zusätzliche Fans gewonnen werden, so der Ansatz der Amerikaner. In der Folge gingen die Einnahmen automatisch nach oben.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: News

Weitere Artikel:

Ford wird 2027 mit einem LMDh-Boliden in der Langstrecken-WM antreten, nicht in der amerikanischen IMSA-Serie: Ford-Sportchef Mark Rushbrook erklärt die Gründe

Formel-1-Kalender 2027

Zehn Sprints - davon einer in Monaco!

Der Formel-1-Kalender für die Saison 2027 umfasst erwartungsgemäß 24 Rennen - Die Anzahl der Sprints wird auf zehn erhöht und umfasst eine interessante Auswahl

DTM-Rennen Sachsenring – Hintergründe

Halbfinale in der DTM

Das vorletzte Rennwochenende der Saison 2026 stand ganz im Zeichen der Taktik. Wer schafft es, sich die beste Ausgangsposition für den in rund vier Wochen in Hockenheim anstehenden Showdown herauszufahren. Vor allem Thomas Preining, aber auch Maro Engel und Marco Wittmann haben die besten Ausgangspositionen für das Finale.

"Verstehe nicht, was sie wollen"

Maverick Vinales rechnet mit KTM ab

Maverick Vinales ist zurück, doch vor seinem Comeback in Motegi beschäftigt ihn nicht nur seine verletzte Schulter, sondern vor allem das Zerwürfnis mit KTM

DTM erwägt große Format-Revolution

2027 Shootout-Qualifying in zwei Teilen?

Wird für 2027 in der DTM das Qualifying- und das Rennformat sowie der Ablauf geändert? Am Sachsenring gab es intensive Gespräche mit den Teams

Ein Thriller mit einem märchenhaften Ende: Kimi Antonelli demütigt George Russell und gewinnt den Grand Prix von Italien - Charles Leclerc übersteht Crash unverletzt