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Formel 1: News

McLaren strukturiert Team erneut um

Nach dem Aus von Ron Dennis und den Abgängen von Jost Capito und Dave Redding baut McLaren seine Rennabteilung um: Wie das neu formierte Team nun aussieht.

Schon vor zwei Jahren hieß es bei McLaren, dass die Umstrukturierung beim Formel-1-Team abgeschlossen sei. Dann kam der neue Geschäftsführer Jost Capito von Volkswagen, der nun durch die Entmachtung von Ron Dennis schon wieder über Bord ist. Und nun geht mit Teammanager Dave Redding, der 17 Jahre lang bei McLaren war, ein weiterer Eckpfeiler verloren, was einen weiteren Umbau nach sich zieht: Als Nachfolger hat man nicht den langjährigen Alonso-Renningenieur Andrea Stella auserkoren, sondern Chefmechaniker Paul James.

Was geht also bei McLaren nach dem Dennis-Aus hinter den Kulissen vor? Rennleiter Eric Boullier erklärt die Hintergründe der Entscheidung. "Da Dave (Redding; Anm. d. Red.) so lange bei McLaren war, ist seine Rolle über die Jahre gewachsen. Bis Ende 2016 hatte er also viele unterschiedliche Verantwortungen, die wir nun etwas ausgeglichener auf unterschiedliche Leute verteilen wollten", gibt der Franzose Einblicke.

Stella, der mit Fernando Alonso von Ferrari kam, soll also weiter als Chefrenningenieur fungieren, aber zusätzlich auch noch für die Kommunikation mit der FIA sorgen. "Er wird unser Kontaktmann für jegliche Interaktion mit der FIA an den Rennwochenenden werden", bestätigt Boullier.

Ex-Alonso-Renningenieur Stella neuer FIA-Kontaktmann

Er werde sich mit Rennleiter Charlie Whiting und den technischen Delegierten zusammentun und sicherstellen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. "Andrea ist ein cleverer Mann mit einer guten Wahrnehmung, einem gefürchteten Intellekt und einem breiten Horizont", lobt Boullier den Italiener. "Ich würde ihn als sehr sorgfältigen Denker beschreiben."

Doch warum hat er Paul James zum neuen Teammanager gemacht? Und was ist seine genaue Aufgabe? "Er wird die Jungs drillen und dafür sorgen, dass wir die geschickteste Mannschaft in der Boxengasse sind", sagt Boullier. Auch für den Waliser hat er nur Komplimente übrig: "Seine Ehrlichkeit ist einzigartig, und er ist durch und durch ein McLaren-Mann. Er wird ein starker Anführer sein, aber auch überall einspringen, wo und wann auch immer er gebraucht wird." Zudem werde er die Fahrer durch das Rennwochenende leiten.

Paul James: Mit Heldentaten zum Teammanager-Posten

James habe sich vor allem als Chefmechaniker einen Namen gemacht und im Team äußerst beliebt: "Als McLaren-Chefmechaniker war er der beste der Formel 1. Und das ist nicht nur meine Meinung, sondern die vieler Teammitglieder, die bei den unterschiedlichsten Teams gearbeitet haben."

Vor allem mit seiner Fähigkeit, für alles eine Lösung zu finden, habe er sich einen Namen gemacht. Konkret fallen Boullier zwei Ereignisse ein: "In China hat die Mannschaft 2011 bei Lewis Hamiltons Auto ein Benzinleck entdeckt, als man das Auto in die Startaufstellung schicken wollte. In diesem Chaos hat Paul nicht nur die Reparatur des Benzinsystems überwacht, sondern auch den Weitblick bewiesen, das Auto ohne Heckverkleidung aus der Garage zu schicken, damit wir ohne Strafe die Startaufstellung erreichen."

Ein paar Wochen später beim Klassiker in Monaco brillierte James erneut, als er während des Rennens improvisierte: "Es gab eine rote Flagge, und die Mechaniker mussten auf Lewis' Auto springen, um den gebrochenen Heckflügel zu reparieren. Das war nicht einfach, denn die Befestigung war beim Anprall beschädigt worden. Sie haben es aber hinbekommen."

Boss Zak Brown: Umbau soll sich erst 2018 bezahlt machen

Die Beförderung von James hat auch Auswirkungen auf die Mechanikerteams: Der Finne Kari Lammenranta, der bislang bei Alonsos Auto Nummer-1-Mechaniker war, ist ab sofort Chefmechaniker. Er wiederum wird vom Briten Marc "Coxy" Cox ersetzt. "Er hat noch einen anderen Spitznamen: One Man Army", verrät Boullier. "Das sagt doch schon alles."

Beim Umbau des Teams hat der Franzose laut eigenen Angaben "keine Sekunde lang" daran gedacht, sich bei anderen Rennställen umzusehen. "Das zeigt nicht nur, wie stark unsere Struktur bei McLaren ist, sondern auch, wie hoch wir unsere eigenen Leute einschätzen", macht Boullier Werbung für seinen Arbeitgeber.

Dass die Truppe aber bereits 2017 mit der neuen Struktur Siege einfahren wird, hält der neue McLaren-Boss Zak Brown für unrealistisch. Dennoch macht er seiner neu formierten Mannschaft gegenüber dem Podcast von Marshall Pruett Mut. "Intern habe ich gesagt, dass uns das Jahr 2017 ein gutes Gefühl geben soll. Es soll uns zusammenschweißen. 2018 sollte dann auch gut aussehen. Mit dem bloßen Auge wird man also 2017 möglicherweise keine allzu großen Fortschritte sehen, denn die werden intern passieren. 2018 wird man dann einen wirklichen Unterschied sehen können."

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