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Formel-1-Test: Barcelona II

Brown: „Krise wäre ein zu starkes Wort“

Der neue McLaren-Boss Zak Brown gesteht „eindeutige“ Probleme ein, möchte aber nicht von Krise sprechen und dementiert Trennungsgerüchte um Honda.

Das einst erfolgsverwöhnte McLaren-Team steht 2017 möglicherweise vor einer weiteren schwierigen Saison in der Formel 1. Nach dem Totalabsturz auf den neunten (2015) beziehungsweise sechsten Platz (2016) in der Konstrukteurs-WM wagt McLaren mit neuem Teamchef, neuer Farbe und neuem Fahrzeugnamen einen symbolischen Neustart. Aber die Probleme bei den Wintertests sind die gleichen wie vor einem Jahr, muss selbst Neo-McLaren-Boss Zak Brown eingestehen.

"Wir haben Probleme, eindeutig", gibt er im Interview mit Sky Sports F1 zu. McLaren sei aber "ein Weltmeisterteam", weshalb sein Optimismus ungebrochen ist: "Es gibt ein paar Probleme, aber wir wissen welche. Das ist schon mal gut. Wir wissen auch, wie wir sie lösen können, aber das bedarf bei einigen Themen natürlich einer gewissen Vorlaufzeit. Wir stellen jeden Tag Verbesserungen fest. Das ist das Wichtigste."

Daraus schlussfolgert Brown: "Krise wäre ein zu starkes Wort." Was noch lange nicht bedeutet, dass er schon beim Saisonauftakt am 26. März in Melbourne mit einem erfreulichen Ergebnis rechnet. Angesichts der Probleme von Motorenhersteller Honda wäre das reine Utopie: "Wir machen gute Fortschritte, aber Melbourne wird hart. Es würde mich sehr überraschen, in Melbourne schon dort zu sein, wo wir hin wollen. Es wird ein harter Saisonbeginn."

Teamintern gibt es erste Anzeichen dafür, Honda den Schwarzen Peter für die sportlichen Schwierigkeiten in die Schuhe zu schieben. Fernando Alonso meinte zuletzt, das einzige Problem sei der japanische Motor, und auch Rennleiter Eric Boullier antwortete auf Fragen nach den Tests diese Woche schon mit Galgenhumor. Als während eines Interviews im Hintergrund ein Honda-Antrieb gezündet wurde, streckte er ironisch-grinsend beide Daumen in die Höhe.

Dass angesichts dieser Stimmung in den Medien Trennungsgerüchte kursieren, verwundert kaum. Brown beteuert aber, man werde den (bis 2024 laufenden) Vertrag einhalten, denn: "Das ist, was McLaren tut!" Aber ist das auch, was Honda tut? Zur Erinnerung: Ende 2008 stiegen die Japaner, von Misserfolgen frustriert, unvermittelt aus der Formel 1 aus - und hinterließen Ross Brawn ein Erbe, mit dem Jenson Button 2009 sensationell Weltmeister wurde.

Brown glaubt nicht an eine Wiederholung des Honda-Ausstiegs: "Jedenfalls gibt es keine Anzeichen dafür. Das war ein Honda aus einem früheren Leben!" Und: "Wir reden über nichts anderes als darüber, wie wir wieder nach vorne kommen können. Wir haben einen langfristigen Vertrag und wir haben viele Weltmeisterschaften mit ihnen gewonnen. Sie haben die richtigen Leute und wir auch. Wir werden das zusammen durchstehen."

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