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Formel 1: Analyse

Albon Favorit auf Toro-Rosso-Cockpit

Brendon Hartley pocht zwar weiter auf seinen Vertrag, doch vieles deutet darauf hin, dass Alexander Albon zu Toro Rosso stoßen wird.

Daniil Kvyat steht bei Toro Rosso bereits als erster Fahrer für 2019 fest, doch wer im zweiten Cockpit sitzen wird, ist derzeit noch unklar. Es gibt zwei verbliebene Kandidaten: Brendon Hartley, der davon ausgeht, an Bord zu bleiben, und mit Alexander Albon, der inzwischen als heimlicher Favorit gilt, nun ein weiterer von Helmut Markos "verlorenen Söhnen".

Albon, ein 22jähriger Brite mit thailändischen Wurzeln, hätte nach Ende der laufenden Formel-2-Saison eigentlich teamintern zu DAMS-Nissan in die Formel E wechseln sollen, doch inzwischen hat er vorzeitig deren Testfahrten in Valencia verlassen und wurde auch von ihrer offiziellen Nennliste entfernt. Etwa zum gleichen Zeitpunkt hat Toro-Rosso-Teamchef Tost Pascal Wehrlein für 2019 abgesagt.

Nach Hartleys überraschendem Suzuka-Qualifying deutete vieles darauf hin, dass er sein Cockpit behalten dürfen wird, aber die schwächere Leistung im Rennen bestätigte die Zweifler im Team. Helmut Marko glaubt nicht, dass Hartley das Zeug hat, eines Tages für das A-Team RB Racing zu fahren. Warum also nicht gleich auf einen anderen Youngster setzen?

Hartley hingegen sagte zu Journalisten: "Aus meiner Sicht habe ich einen Vertrag für nächstes Jahr. Alles andere solltet ihr besser mit jemandem von Red Bull diskutieren." Das klingt nicht nach jemandem, der zu hundert Prozent sicher ist, bei welchem Team er in der nächsten Saison fahren wird. Diese Unsicherheit schützt er teilweise auch als Erklärung für seine schlechten Leistungen vor.

Er führte aus: "Meine Position im Team stand schon nach drei Rennen infrage. Das ist eine ziemlich beschissene Situation für einen Sportler. Andererseits habe ich das Gefühl, dass mich das nur stärker gemacht hat; aber ja, in einer perfekten Welt hättest du in vertraglicher Hinsicht volle Unterstützung und könntest dich nur auf deine Arbeit konzentrieren."

Vieles dürfte nun für Albon als Kvyat-Teamkollege bei Toro Rosso sprechen, obwohl der 22Jährige bisher noch keinen internationalen Titel geholt hat. 2014 wurde er Dritter im Formel Renault Eurocup, 2016 GP3-Vizemeister, derzeit liegt er auf Platz zwei der Formel-2-Gesamtwertung; seine Chancen, noch Meister zu werden, sind aber eher theoretischer Natur.

Sowohl Hartley als auch Kvyat waren lange Jahre Teil des Red Bull Junior Teams von Helmut Marko, wurden aber letztlich beide wegen angeblich unzureichender Leistungen von ihrem Arbeitgeber geschasst, ehe sie kleinlaut wieder in die Familie des Limofabrikanten aufgenommen wurden. Mit Alex Albon könnte nun der Hattrick komplettiert werden, den der war von 2012 bis inkl. 2014 einer der hauseigenen Junioren ...

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