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Formel 1: Analyse

Technik: So funktionieren S-Schächte

Den S-Schacht gibt es in der Formel-1-WM seit elf Jahren, wenngleich technisch stets überarbeitet: Über Funktionsweise und Vorteile.

Seit im Jahr 2012 mehrere Teams ersten S-Schächte präsentiert haben, ist das Technikkonzept immer wieder zu erspähen und nicht mehr wegzudenken. Auch in der neuen Saison kommt der aus der Flugzeugtechnik stammende und von Adrian Newey im Motorsport salonfähig gemachte Aerotrick bei vielen Boliden zum Einsatz.

Die Eingänge zu den S-Schächten befinden sich an den Seiten der Frontpartie und setzen einige Zentimeter vor der Vorderachse an. Die von vorne einströmende Luft wird an den Staudrucksensoren vorbeigeführt, gelangt an die Unterseite des Chassis und verlässt die Fahrzeugoberfläche.

Vor dort aus wird sie ins Wageninnere geführt und strömt durch einen Kanal, der im seitlichen Querschnitt aussieht wie ein "S", daher der Name. Auf der Oberseite tritt sie kurz vor dem Cockpit wieder aus. Unerwünschte Verwirbelungen werden vermieden, der Luftstrom wird sauberer.

Ihren Stellenwert erlangt die Methode dadurch, dass sie an einer besonders sensiblen Stelle des Autos wirkt. Man möchte erreichen, dass der Luftstrom zwischen Frontflügel und Vorderreifen so schnell wie möglich wird, weshalb auch die Aufhängung aufwendig gestaltet wird. Alles dient dem Zweck, den Leitblechen Luft zuzuführen. Diese vor den Seitenkästen montierten Windabweiser sind spätestens seit vergangenem Jahr Schlüsselelement jedes Formel-1-Autos.

Sie bestimmen, wie die Luft über die Seitenkästen strömt und wie effizient der Heckflügel, an dem der meiste Abtrieb entsteht, gespeist wird. Verbesserungen sind fruchtbar und lohnen doppelt, weil der relative Abtriebswert mit zunehmender Geschwindigkeit exponentiell wächst: Wenn der Luftstrom bei 100 km/h einen Abtriebswert x bringt, sind es bei 200 km/h 4x.

Unterstützend wirkt beim gesamten Vorgang der Heckdiffusor. Die relative Geschwindigkeit des Luftstroms und damit der Betrag des erzeugten Abtrieb wird um zehn Prozent verbessert; aus 200 km/h würden mit bei einem durchdachten Konzept 220 km/h.

Die aktuellen S-Schächte unterscheiden sich übrigens von jenen, die 2008, allen voran bei Ferrari, erstmals in der Formel-1-WM zu beobachten waren. Damals wurde durch einen Schlitz an der Unterseite der Frontpartie über zwei separate Kanäle Luft ins Auto geführt. Die Austrittsöffnungen lagen hintereinander auf der Oberseite des Chassis. Das Konzept wurde damals jedoch sehr schnell wieder eingemottet.

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