MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: Interview

Michael Masi: Lieber richtig als rasch

Rennleiter Masi drängt FIA-Kommissare nie zu schnellen Urteilen; solche wären zwar schön, wichtiger seien korrekte Entscheidungen.

FIA-Rennleiter Michael Masi hat auf Kritik an der Entscheidungsfindung der Rennkommissare reagiert; er gab an, richtige, nicht schnelle Entscheidungen zu bevorzugen. Zuletzt hatten sich viele Beobachter über die Dauer bis zum Eingreifen der Kommissare gewundert. Während das Urteil nach der Kollision zwischen Nico Hülkenberg und Daniil Kvyat in Mexiko unmittelbar erfolgte, dauerte es bei Charles Leclerc und Max Verstappen in Japan bis nach dem Rennen.

Laut Masi können schnelle Entscheidungen nur getroffen werden, wenn die Lage eindeutig ist; sonst warten die Kommissare lieber ab und sprechen mit den involvierten Fahrern. "Wenn sie Zweifel haben, werden sie bis nach dem Rennen warten. Das liegt allein im Ermessen der Kommissare", sagte Masi; dazu hätten sie das Recht, wenn die Meinung der Fahrer eingeholt werden soll. Er stellt die rhetorische Frage: "Wollen wir eine Entscheidung, die falsch sein kann, oder wollen wir die richtige Entscheidung?"

"Darum sitzen die vier in einem Raum und schauen sich alles an, und wenn sie etwas besser verstehen wollen, sollen sie das tun", so Masi. Kvyats Kollision mit Hülkenberg hätte klarer nicht sein können. "Bei Leclerc dachten sie, dass noch mehr dahinterstecken müsse, also wollten sie die Rückmeldungen der Fahrer einholen." Druck von Liberty Media, dem Mehrheitseigner der Formel-1-WM, zu einer schnellen Entscheidung zu kommen, gebe es übrigens nicht.

"Überhaupt nicht. Wir haben alle den Wunsch, dass Ergebnis im Ziel zu kennen, aber wenn wir eine richtige Entscheidung wollen, und das eben länger dauert, dann ist das so. Das ist das gleiche wie bei einer technischen Unregelmäßigkeit, die nach dem Rennen gefunden wird – auch dann wird das Ergebnis nachträglich geändert. Unser Ziel sind richtige Entscheidungen. Manchmal brauchen diese etwas länger als uns allen lieb ist, aber ich habe trotzdem lieber ein richtiges Urteil als eine Strafe, die falsch ist", so Masi abschließend.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: Interview

Weitere Artikel:

Max Verstappen auf der Nordschleife

Zwischen Siegchance und Tragödie

Max Verstappen erlebt extremes Wochenende auf der Nürburgring-Nordschleife: Erst eine Tragödie, dann eine tolle Show und letztlich ein bitteres Ende

Rallycross-ÖM Melk: Bericht

Rallycross-Saisonstart in Melk

Mit spannenden Rennen auf dem Wachauring startete die neue Saison der Rallycross-Staatsmeisterschaft. Die Siege gingen an die Stars der FIA-Zentraleuropa-Meisterschaft. Bei den großen Tourenwagen konnten die Österreicher mit den Plätzen 1–3 zurückschlagen.

Mick Schumacher im Interview

"Großartige Dinge am Horizont"

Nach den ersten vier Rennwochenenden seiner ersten IndyCar-Saison spricht Mick Schumacher über Herausforderungen, Hoffnungen, Pläne und die Formel 1

Marko jetzt RB Ring Botschafter

Helmut Marko erklärt fehlenden "Max-Faktor"

Helmut Marko kennt Max Verstappen besser als fast jeder andere - Und er weiß genau, warum er mit dem aktuellen Red Bull nicht den Unterschied machen kann