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Formel 1: Interview

McLaren: Brown droht mit F1-Ausstieg

McLaren-Geschäftsführer Zak Brown fordert grundlegende Änderungen ab 2021, andernfalls könnte sein Rennstall "den Stecker ziehen".

Den Verantwortlichen der Formel-1-WM stehen offenbar einige anstrengende Monate bevor. Noch immer gibt es kein Reglement für die Saison 2021, und mit McLaren kündigt nun ein weiteres Team an, dass man möglicherweise seinen Hut nehmen werde, wenn neue Regeln nicht dem eigenen Geschmack entsprechen sollten. In der Vergangenheit hörte man ähnliche Aussagen unter anderem bereits von Ferrari und Red Bull Racing.

Geschäftsführer Zak Brown erklärte gegenüber The Guardian, für McLaren gebe es für das Modell ab 2021 zwei Voraussetzungen: Zum einen müsse es für sein Team finanziell tragfähig sein, zum anderen müsse es McLaren ermöglichen, fair und konkurrenzfähig an der Spitze mitkämpfen zu können. "Wenn uns die neuen Regeln nicht in diese Situation bringen, müssen wir unsere Teilnahme an der Formel 1 überdenken", stellt Brown unmissverständlich klar.

Aktuell gibt es noch einige Punkte im geplanten Reglement, bei denen Uneinigkeit herrscht – unter anderem geht es um die Möglichkeit einer Kostenobergrenze. Diese wollen zwar nach außen hin grundsätzlich alle Teams, doch bei konkreten Zahlen und Details der Umsetzbarkeit gibt es noch viele Fragezeichen.

Ähnlich sieht es bei der Ausschüttung der Gelder aus. "Die Verteilung der Einnahmen sollte ausgeglichener sein", forderte Brown und erklärte, diese solle verstärkt leistungsorientiert erfolgen. Ferrari kassierte 2017 zum Beispiel diverse Boni in Höhe von 93 Millionen Euro. Diese gab es unter anderem für den Status als am längsten in der Serie engagiertes Team.

"Wir sind uns alle einig, dass Ferrari der größte Name ist, und dass das auch belohnt werden sollte, aber nicht auf dem aktuellen Niveau", so Brown. McLaren erhielt 2017 Bonuszahlungen in Höhe von nur 27 Mio. Euro; Teams wie Racing Point, Renault oder Sauber erhielten gar keine Boni. Diese Ungleichheit soll ein Ende haben, wird vor allem von diesen Rennställen gefordert. Natürlich ist nicht davon auszugehen, dass die Topteams freiwillig auf ihre Zusatzprämien verzichten werden.

Ein weiterer Streitpunkt sind die so genannten B-Teams. Brown hatte bereits zuletzt erklärt, dass Rennställe wie Alfa Romeo alias Sauber oder Haas, die am Tropf Ferraris hängen, schädlich für die Formel-1-WM seien. Cyril Abiteboul von Renault teilt die Kritik, doch darüber hinaus ist aktuell keine Einigung in Sicht.

Für Brown ist es grundsätzlich am wichtigsten, dass es ab 2021 an der Spitze wieder ausgeglichener zugeht. Budgetobergrenze und Co. sollen dabei helfen, dass es in Zukunft keine Dominanz eines einzelnen Herstellers wie derzeit Mercedes mehr geben soll. "Es könnte immer noch sein, dass ein Team zwei Titel in Folge gewinnt – aber nicht fünf oder sechs", so Brown. Mercedes hat seit 2014 alle WM-Titel gewonnen, ähnlich dominant war Ferrari zehn Jahre zuvor.

Obwohl es noch einige Baustellen gibt, sagte Brown: "Ich bin optimistisch, dass alle mitmachen werden. Ich bin zuversichtlich, dass die Formel-1-WM das Richtige tun wird, dass alle zehn Teams unterschreiben werden, und dass wir ab 2021 eine viel bessere und kompetitivere Formel-1-WM haben werden." Viel Zeit bleibt den Beteiligten allerdings nicht mehr, um eine Lösung zu finden, mit der dann alle Teams gut leben können.

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