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Renaissance in Österreich: Brough Superior

Lawrence of Pettenbach

Von Oberösterreich aus kommt nach 69-jähriger Absenz der "Rolls Royce der Motorräder" wieder auf die Straßen der Welt zurück.

Johannes.Gauglica@motorline.cc; bilder: brough-superior.com

Nicht nur wegen ihrer berühmten Kunden, darunter nicht zuletzt Lieutenant Colonel T.E. Lawrence ("von Arabien"), ist die Marke Brough Superior bis heute bei Freunden des Zweirades ein hoch geachteter Name.

Von 1919 bis 1940 kamen aus Nottingham die vielleicht besten und exklusivsten, sicher aber einige der teuersten Motorräder der Welt.

Der geniale Kopf hinter der Marke war George Brough, der die väterliche Motorradfirma übernahm und seinen Anspruch, die besten Motorräder seiner Zeit zu bauen, mit Konsequenz verfolgte.

Diese Qualität hatte ihren (exorbitant hohen) Preis, und in den 1930ern wurde das Motorrad zunehmend zum Massenverkehrsmittel. Die Elite fuhr lieber Auto, damit hatte die Marke immer mehr Absatzschwierigkeiten. Ausflüge ins Autogeschäft waren nicht von großem Erfolg gekrönt.

Der 2. Weltkrieg und die damit verbundenen Materialengpässe führten schließlich 1940 zum Ende der Motorradfertigung, die nach Kriegsende nicht mehr aufgenommen wurde.

Brough is back

Der Zusammenhang zwischen Brough Superior und Österreich war bisher ein eher fadenscheiniger – die Firma befand sich in der Haydn Road, und 1925 siegte George Brough mit eigener Maschine bei der Alpenfahrt.

Aber das Comeback der Marke beginnt im oberösterreichischen Pettenbach. Mark Upham betreibt hier einen schwunghaften Handel mit historischen Motorrädern und Ersatzteilen britischer Provenienz.

Er ist der Chef der neu erstandenen Brough Superior Motor Cycles Ltd., die die Markenrechte gekauft hat.

Jetzt werden hochwertige Replicas von Broughs klassischen Kreationen hergestellt, nach individuellem Kundenwunsch und ebenso exklusiv wie die Originale.

Der Preis? – Von Geld spricht man nicht.

Auf dem Concours d'Elegance in Pebble Beach trat die wiedererstandene Marke erstmals in ein größeres Rampenlicht, gezeigt wurden zwei Motorräder.

Beide orientieren sich an den Modellen des Jahres 1927, genauer gesagt: sie SIND Modelle das Jahres 1927, beinahe bis in die kleinste Schraube.

Feine Zutaten, altes Rezept

Die Motoren wurden anno dazumal von Firmen wie J.A.P. oder Matchless zugekauft, heute werden sie speziell hergestellt.

Vor 80 Jahren waren Kubaturen zwischen 680 und 1.000 Kubikzentimetern für Motorräder ehrfurchteinflößend; mit 1001,56 ccm ist der jetzt verwendete V-Twin auch nach heutigen Standards noch ein groß gewachsener Bursche. Eine Variante mit 1.150 ccm ist ebenfalls erhältlich.

Der Hersteller betont außerdem, dass diese Motoren mit Schmiermitteln auf pflanzlicher Basis funktionieren, in anderen Worten: mit Rizinusöl. Das macht die 80 Jahre alte Technik nach heutigen Maßstäben quasi "grün".

Die Endmontage der Motorräder erfolgt in Österreich. Eine EU-Straßenzulassung als Neufahrzeug ist mit dieser Technik klarerweise nur schwer möglich, aber die Firma arbeitet daran.

Falls Sie also demnächst in Pettenbach und Umgebung von einer nagelneuen Brough Superior überholt werden, freuen Sie sich daran, dass ein Stück britischer Motorradgeschichte jetzt auch ein kleines bisschen "made in Austria" ist!

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