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So steht es um Teslas Finanzen wirklich
Tesla

Vom Jäger zum Gejagten

An der Börse gilt Tesla nach wie vor als wertvollster Autobauer der Welt – doch der Mythos bröckelt. Wie schwer es wirklich ist, Geld nicht nur einzunehmen, sondern auch zu verdienen.

mid

Tesla gilt als Pionier der Elektromobilität. Das US-Unternehmen ist längst zum Giganten geworden. Aktuell ist Tesla an der Börse mehr wert als alle Autobauer der USA und Europas zusammen. Und in Berlin baut der Konzern gerade eine Giga-Fabrik für Batterien und alles, was dazu gehört. Doch wie steht es bei Tesla um die Finanzen wirklich?

Nach Ansicht des renommierten Autoexperten Helmut Becker hat Tesla langfristig keine Chance, um sich mit seiner schmalen Modellpalette gegen die wachsende Konkurrenz zu behaupten. Es gebe drei wesentliche Gründe für den Niedergang Teslas, so Becker. Das Unternehmen sei eine One-Man-Show, die Modellpalette zu schmal, und der Wettbewerb hole, schreibt Becker, langjähriger Chefökonom bei BMW, in einer Analyse für die Zeitschrift Tichys Einblick.

Dass Tesla sich auf reine Elektroautos konzentriert, sieht Becker kritisch: "Die Zeit hoher zweistelliger Zuwachsraten bei Produktion und Absatz sind für Tesla vorbei. Auf dem deutschen Gesamtmarkt liegt der Marktanteil inzwischen unter einem Prozent, und am Markt für Batterie-Elektro-Fahrzeuge rangiert Tesla in der Regel nicht mehr in der Gruppe der ersten fünf."

Tesla fehle die Hybrid-Technik, von der die traditionellen Hersteller aktuell profitieren. "Die deutschen Wettbewerber setzen neben den Verbrennern und der Batterieelektrik mehr und mehr auf Plug-in-Hybrid-Technologie, um dem Bedürfnis der Kunden nach berechenbarer Reichweite zu entsprechen", so Becker. Der Markt favorisiere die Hybrid-Technologie (PHEV). "Tesla verfügt über diese Technologie nicht."

Zudem sei Teslas Fahrzeugpalette zu stark auf das Premiumsegment fokussiert, mit dem sich aber die notwendigen Steigerungsraten nicht erzielen lassen, um den Börsenwert zu halten. "Der Modelloffensive an kompakten Elektroautos hat Tesla nichts entgegen zu setzen", sagt Becker.

Zwar diskutiere Tesla-Chef Elon Musk über einen Van und Mini-Van. "Für die Milliarden an Entwicklungskosten für eine solche strukturelle Erweiterung seines schmalen Produktportfolios müssten die bisherigen Modelle aber erst einmal Gewinne einfahren. Was sie allerdings nicht tun", so Becker. Tesla habe nicht einmal genug Geld für übliche Modellpflege.

Deshalb sieht Becker Teslas Zukunft kritisch. "Aus dem Jäger von einst ist der Gejagte von heute geworden. Tesla sitzt in der Wachstumsfalle, denn das Marktwachstum bei Elektroautos findet in Zukunft vor allem bei PHEV-Autos statt, nicht bei reinen Elektroautos. Tesla beherrscht die Verbrennertechnologie jedoch nicht."

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