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DiTech-Racingshow 2010

Mirko Bortolotti im Interview

Mirko Bortolotti darf bei den Young Driver Days bei Toro Rosso Formel-1-Luft schnuppern. Anfang Februar kommt er zur Racingshow in die Arena Nova nach Wiener Neustadt.

Sven Haidinger
Foto: Red Bull

Der 18jährige Italo-Wiener Mirko Bortolotti, italienischer F3-Meister 2008, knackte vor einem Jahr auf der legendären Ferrari-Teststrecke in Fiorano bei einem Nachwuchstest im F1-Boliden sogar die Rekordrunde von Ferrari-Testpilot Andrea Bertolini. Helmut Marko reagiert prompt und sichert sich den Senkrechtstarter für das Red Bull Junior Team. Auch dort war er rasch erfolgeich: Der Sohn eines Eissalon-Besitzers aus Wien siegt an seinem zweiten Formel-2-Wochenende, in der Gesamtwertung wird er trotz einiger Defekte Vierter.

Red Bull würdigt Bortolottis Leistungen nun mit der Nominierung für Toro Rosso beim "Young Drivers"-Test, der von 1. bis 3. Dezember in Jerez stattfindet. Im Interview erklärt der Doppelstaatsbürger, wie er in Jerez die Zukunft von Toro Rosso mitbestimmt und warum ihm sein Ferrari-Test aus dem Jahr 2008 dabei nur bedingt hilft.

Mirko, hast du mit dem Toro-Rosso-Test gerechnet?

Als Fahrer hofft man immer auf seine Chance, doch in Zeiten wie diesen ist so ein Test etwas ganz besonderes: Früher kamen Nachwuchspiloten auf bis zu 30 F1-Testtage pro Jahr, heute durch die Testbeschränkung nur noch auf drei.

Wann wirst du zum Einsatz kommen?

Es ist noch gar nicht fix, ob ich überhaupt fahre. Fix ist, dass ich für den dreitägigen Test neben Brandon Hartley nominiert wurde, ich mache mir also schon Hoffnungen. Wir haben eine enorme Verantwortung, denn das ist der einzige verbleibende Test für das Team in diesem Jahr, Toro Rosso wird einige Dinge für 2010 ausprobieren. Unser Job ist es, dem Team dabei zu helfen, so viele Daten wie möglich zu sammeln. Noch nie war ein Test so wichtig – für das Team und auch für mich.

Der Test ist eine seltene Gelegenheit, dich für die Formel 1 zu empfehlen.

In der Formel 1 muss man immer für das Team arbeiten, das ist wichtiger als die Bestzeit. Dennoch werde ich versuchen, meinen Job so gut wie möglich zu machen.

Kennst du den Kurs in Jerez?

Nein, ich bin dort noch nie gefahren. Ich war aber im Simulator, das war mehr als wichtig, da ich jetzt die Kurven kenne. Körperlich bereite ich mich mit Kartfahren darauf vor.

Helfen dir die Erfahrungen vom Ferrari-Test aus dem Vorjahr?

Das weiß ich nicht. Die Autos sind heuer durch die Reglement-Änderungen ganz anders als der Ferrari aus dem Jahr 2008. Ich habe schon mit den Ingenieuren gesprochen, die haben mir erklärt, wie sich die Autos heuer anfühlen. Ich werde mich also überraschen lassen. Aus dem Vorjahr weiß ich aber, dass die Formel 1 eine eigene Welt ist, das Formel-2-Auto, mit dem ich heuer gefahren bin, ist das absolute Gegenteil davon. Da muss ich mich sowieso umstellen.

Wie zufrieden bist du mit deiner Formel-2-Saison?

Ich muss zufrieden sein, dennoch wäre viel mehr möglich gewesen. Leider sind viele Dinge dazwischen gekommen, vor allem technische Defekte. Ich war nicht der einzige, dem es so gegangen ist, mich hat es aber sehr oft getroffen – ich glaube sieben Mal. Das hat mich viele Punkte gekostet, sonst wäre ich jetzt vielleicht Vizemeister. Ein weiterer Nachteil war, dass ich vor der F2-Saison nur in Italien gefahren bin, daher kannte ich die internationalen Rennstrecken nicht. Aus diesem Grund musste ich im Qualifying teilweise noch am Setup arbeiten – das machte es auch nicht leichter. Unterm Strich habe ich aber viel gelernt.

» Zur Racingshow-Website www.racingshow.at

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