MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye Dakar 2011

„Zur Not nehmen wir einem der beiden das Motorrad weg!“

Sportchef Heinz Kinigadner spricht über den Stallkrieg seiner Piloten Marc Coma und Cyril Despres und wie KTM dennoch den zehnten Dakar-Sieg erringen möchte.

Fotos: KTM/Peuker H., KTM/Van Oers J.

KTM-Sportchef Heinz Kinigadner

VW will 2011 mit dem Race Touareg den dritten Dakar-Sieg in Serie einfahren - verglichen mit KTM bei den Motorrädern geht die Bilanz des deutschen Automobilherstellers jedoch etwas unter.

Die österreichische Motorradschmiede siegte bei der legendären Marathonrallye bereits ganze neun Mal in Folge. Ob man 2011 aber tatsächlich die zweistellige Schallmauer durchbrechen kann, bleibt abzuwarten.

Die Hubraumbegrenzung auf 450ccm könnte den Dauersieger schwächen. Kein Wunder, dass KTM-Sportdirektor Heinz Kinigadner kein Freund der Reglementänderungen ist - seine Kritik bezieht sich allerdings auf andere Themenbereiche.

"Ich bezweifle, ob es der Rallye selbst hilft", sagt er gegenüber der österreichischen SportWoche. "Die Fahrer müssen noch aggressiver fahren, in den Kurven mehr Geschwindigkeit machen."

Doch nicht nur das: Während man im Motorsport in den vergangenen Jahren stets versuchte, die Kosten zu senken, geht das neue Reglement laut Kinigadner diesbezüglich in die falsche Richtung: "Statt 20.000 Euro kostet eine Privatmaschine nun 35.000."

Gefährden Coma und Despres den KTM-Triumph?

Und dann gibt es noch einen weiteren Punkt, der einen KTM-Triumph in Gefahr bringen könnte: die Piloten.

Bereits im Vorjahr war ein Stallkrieg zwischen Zweifachsieger Marc Coma (großes Foto oben) und dem späteren Triumphator Cyril Despres entbrannt, die keine Gelegenheit ausließen, um sich Gegenseitig ein Bein zu stellen.

Kinigadner denkt zurück - und weiß: "So darf es nicht mehr sein. Da haben sie sich ja fast nur mehr gegenseitig angezeigt, Unregelmäßigkeiten aufgezeigt. Bei Coma fuhr schon ein Kamerateam mit, nur um zu schauen, wo der wie tankt. Das wollen wir nicht mehr."

Aus diesem Grund hat KTM einen eigenen Supervisor engagiert. Kinigadner: "Die Jungs dürfen frei fahren, wenn einer aber intern gegen alle Regeln verstößt, nehmen wir ihm zur Not das Motorrad weg."

Wie Kinigadner die Streithähne analysiert

Dass die beiden KTM-Stars aneinander krachen, ist kein Wunder. Sie sind laut dem Österreicher, der schon einige Male selbst bei der Dakar angetreten ist, "komplett unterschiedliche" Charaktere: "Despres ist technisch besser, er nimmt weniger Risiko. Er hat als Franzose bei einer Veranstaltung mit französischer Organisation politische Vorteile. Coma ist mehr der Herz-Fahrer - der steht länger am Gas, das kann aber auch daneben gehen."

Dass Coma seinen französischen Widersacher unbedingt vom Dakar-Thron stoßen will, beweist seine Herangehensweise: Der Spanier hat Schlüsselpersonen aus seinem Team ausgewechselt und ist überzeugt: "Alle Entscheidungen wurden getroffen, dass ich dieses Jahr gewinnen kann."

Bleibt nur zu hoffen, dass er den Jubiläumssieg für KTM nicht selbst in Gefahr bringt.

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye Dakar 2011

- special features -

Weitere Artikel:

F1 vor Rückkehr nach Afrika

Deal für Ruanda kurz vor Abschluss

Die Anzeichen dafür, dass die Formel 1 2030 einen Grand Prix in Ruanda austragen wird, verdichten sich - WurzDesign plant Rennstrecke in der Nähe von Kigali

DTM-Rennen Hockenheim 2

Thomas Preining ist DTM-Champion 2026!

Thomas Preining ist DTM-Champion 2026: Dem Manthey-Pilot reicht der dritte Platz hinter Maro Engel und Teamkollege Ricardo Feller, um seinen zweiten Titel zu feiern

F1 hält an Katar und Abu Dhabi fest

Jetzt droht der Super-GAU

Die Situation im Nahen Osten ist weiterhin mehr als fragil - Im schlimmsten Fall für die Formel 1 gewinnt Kimi Antonelli den WM-Titel 2026 auf der heimischen Couch

Offiziell: F1 in Ruanda

Ruanda-Deal - ohne konkreten Zeitpunkt

Die Rückkehr der Formel 1 nach Afrika ist offiziell beschlossen - Die Königsklasse wird in den kommenden Jahren in Ruanda fahren, sobald es dort eine Strecke gibt

Was FIA-Präsident verraten hat

Neue F1-Antriebe schon 2030?

Kommt der V8-Antrieb schneller zurück als gedacht? Der FIA-Präsident kündigt für 2030 eine neue Antriebsgeneration an, aber ein Nebensatz sorgt für Zweifel