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Motorsport/Formel 1: Reportage

Zwei Motorliner bei der Penker F1-Challenge

Zwei motorline.cc-Leser haben eine Teilnahme an der Quali-Challenge von Penker Racing & Training gewonnen. Lesen Sie, wie es den beiden ergangen ist…

Michael Noir Trawniczek

„You must feel pain, when you train“, steht auf einer Tafel – zwei motorline.cc-Leser schreiten staunend durch die Räumlichkeiten von Penker Racing & Training. Walter Penker erklärt unseren Gewinnspiel-Siegern genau, auf welchen Geräten sich seine Schützlinge quälen. Sein zurzeit erfolgreichster Pilot, Porsche Junior Klaus Bachler, ist ebenfalls anwesend und führt den Hals- und Nackenmuskeltrainer vor.

In dieser extra für die motorline.cc-Leser abgehaltenen Sonderführung dürfen diese auch die Geräte selbst ausprobieren. So auch den Start- und Reaktionstrainer, den Walter Penker selbst entwickelt hat. Wie bei einem Rennstart leuchten nacheinander rote Lampen auf - sobald sie, in einem Zeitraum zwischen zwei und sieben Sekunden, per Zufallsgenerator erlöschen, muss der Pilot die Kupplung loslassen, gleich danach muss er auf ein Ereignis reagieren…

Besonders hart ist auch das Fahrrad, dessen Lenkung so manipuliert wurde, dass man nach links lenken muss, wenn man nach rechts fahren möchte. Penker will damit die Koordinationsfähigkeiten seiner Piloten schärfen – zum Glück ist es heute einfach zu kalt, um draußen Rad zu fahren…

„Erkenne das Potential“

Nach der Führung geht es schließlich zum Formel 1-Simulator. Ein Top-Gerät, das man, ausgenommen die Simulatoren der F1-Teams, nur in Österreich, England und Italien findet. Im Penker-Simulator saßen bereits Piloten wie Pascal Wehrlein und Marco Wittmann (heute in der DTM), Andi Zuber (kam bis zum Vorhof der Formel 1, heute GT-Pilot bei Sebastien Loeb Racing) oder auch die früheren Formel 1-Piloten Sebastien Bourdais und Sakon Yamamoto.

Penker sagt: „Ich glaube, dass ich das Potential eines Piloten sehr gut beurteilen kann – keiner, der im Training nicht entsprochen hat, ist später gut geworden.“

Um einerseits den Profis die Bedeutung des Qualifyings in Erinnerung zu rufen und auch, um interessierten Amateuren einen Einblick in die Simulator-Arbeit zu gewähren, hat Walter Penker die F1 Simulator Quali Challenge 2013/2014 ins Leben gerufen. Dabei wird zwischen Profis und Amateuren streng unterschieden: Um sich für das Finale zu qualifizieren, müssen Profis auf dem virtuellen Red Bull Ring eine Zeit unter 1:12 Minuten schaffen, Amateure müssen unter 1:15 Minuten gelangen.

Ein Slot ist um 45 Euro zu erwerben und beinhaltet acht Minuten freies Training sowie zweimal zwei Qualifying-Runden. Unsere beiden Gewinner, Stefan Bäck und Karl Regula, müssen freilich nichts bezahlen, beide sitzen heute zum ersten Mal in einem Formel 1-Simulator.

Klaus Bachler als „Referenz“

Klaus Bachler führt das Gerät vor. Und auch wenn Penker standfest behauptet, es handle sich um eine Replika, so wirkt das Lenkrad so, als sei es 2009 bei der Scuderia Toro Rosso im Einsatz gewesen. KERS, DRS und weitere „Knöpferl“ müssen nicht bedient werden – Amateure dürfen sogar mit Traktionskontrolle fahren, aber auch ohne dieser Fahrhilfe ist eine Teilnehme möglich. Penker erklärt: „Der Formel 1 ist extrem giftig beim Herausbeschleunigen – für einen Amateur ist es sehr schwer ohne Traktionskontrolle. Deshalb bieten wir die TC an – sie kostet dich zwar rund fünf bis sieben Zehntelsekunden, doch du kommst sicher aus den Kurven heraus, ohne dich gleich einzudrehen.“ Beide Gewinner entscheiden sich für die Traktionskontrolle…

Auch beim Bremsen muss man sich auf etwas Ungewohntes einstellen: Denn das Bremspedal muss mit einer Kraft von rund 90 Kilogramm getreten werden. „Deshalb ist es auch wichtig, dass wir die Piloten im Simulator anschnallen“, erklärt Penker.

motorline.cc-Leser Stefan Bäck ist ein Playstation-Freak: „Ich habe eine Familie, aber ich spiele ungefähr alle drei Tage eine Stunde lang.“ Allerdings fährt er dort nicht mit einem Lenkrad, sondern mit dem normalen Controller. Dennoch merkt man sofort, dass Bäck sich ziemlich sicher fühlt. Schnell steigert er sich – doch auf die Qualifikationszeit fehlen vor dem letzten Versuch rund zwei Sekunden. Auf seiner allerletzten Runde liegt Bäck 1,3 Sekunden vor seiner bisherigen Bestzeit, doch dann übertreibt er es und landet im virtuellen Kiesbett, kracht gegen die Planken.

„Ab 3s beginnt das richtige Autofahren“

Mit leuchtenden Augen zieht er sein Resümee: „Ich würde dieses Ding am liebsten mit nachhause nehmen. Die naturgetreue Pedalerie, das Force-Feedback des Lenkrads – damit macht es richtig Spaß.“ Walter Penker sagt: „Man merkt, dass er viel auf der Playstation geübt hat. Wenn er es noch einmal versuchen würde, könnte er sich vielleicht qualifizieren, ganz sicher aber, wenn er eine Stunde gezielt am Simulator trainieren würde. Ich sage immer: Ab einem Rückstand von rund drei Sekunden fängt das richtige Autofahren an.“ Bäck fehlen auf Klaus Bachler rund sieben Sekunden, das richtige Autofahren also noch in weiter Ferne…

Karl Regula ist Berufskraftfahrer, mit einem Renngerät fuhr er noch nie, auch die Playstation ist ihm fremd. Man erkennt sofort den Unterschied: Das, was von außen so leicht aussieht, übertreibt Regula vom ersten Meter an – das heißt: Er schießt in den ersten Kurven ständig ins Kiesbett, kann den Speed nicht einschätzen. Erst mit der Zeit wird er ruhiger. Am Ende fehlen ihm rund sechs Sekunden auf die Qualifikation. Regula gibt offen zu: „Es war noch schwerer, als ich es ohnehin schon erwartet habe. Vor allem die Remus-Kurve liegt mir gar nicht. Ganz toll fand ich die Rückmeldungen vom Lenkrad.“

Penker sagt: „Wenn er eine Stunde trainieren würde, könnte er sich danach vielleicht qualifizieren. Die ersten Sekunden sind relativ schnell abgearbeitet. Bei den Profis ist das auch nicht anders. Am Ende geht es dann nur noch um Zehntel. Es geht nicht darum, einmal eine schnelle Runde zu schaffen, sondern diese konstant und auch kurzfristig auf Abruf und mit möglichst wenig Risiko fahren zu können.“

Im Anschluss druckt Walter Penker noch die Telemetrie-Daten aus – im direkten Vergleich mit der Fahrt von Klaus Bachler sieht man in jeder Kurve, was fehlt, auf einen Porsche Junior-Vertrag: Hier zu früh gebremst, hier zu spät wieder aufs Gas gestiegen, dort den falschen Gang und so weiter. Penker sagt: „Wenn wir das richtig durchanalysieren würden, dann würden wir pro Fahrer rund zwei Stunden hier sitzen. Die Profis wie ein Sebastian Vettel gehen dann noch weiter ins Detail, dann sitzt du mindestens noch mal so lang bei den Daten.“

Wer nun Lust bekommen hat, seine Rennfahrer-Gene zu testen, findet auf der Homepage www.penker-racing.com alle wichtigen Informationen.

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