MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
DTM: News

BMW-Zugeständnisse „nicht ideal, aber notwendig“

Alle drei Hersteller verteidigen die Zugeständnisse die BMW in der kommenden DTM-Saison bekommt - Jens Marquardt lobt die Zusammenarbeit.

Die DTM-Saison 2016 soll noch ausgeglichener werden. Zu diesem Zweck gab die DTM-Kommission am Freitag gleich mehrere Regeländerungen für die neue Saison bekannt. Unter anderem bekommt BMW gegenüber Audi und Mercedes zwei Zugeständnisse: Zum einen wird der BMW M4 DTM in der kommenden Saison mit 7,5 Kilogramm weniger Gewicht antreten, zum anderen ist der Heckflügel des Boliden um 50 Millimeter breiter. Die drei Hersteller erklären, warum man sich zu dieser Maßnahme entschlossen hat.

"Basis ist das Ergebnis vom vergangenen Jahr gewesen. Ich glaube, wir haben alle festgestellt, dass wir in der vergangenen Saison gewichtsbereinigt Unterschiede zwischen den Paketen hatten", erinnert BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt. Aufgrund des eingefrorenen Reglements hatten die Münchener keine Möglichkeit, die Lücke auf "normalem" Wege zu schließen.

"Die Möglichkeit, da etwas zu verändern, war einfach nicht gegeben", erklärt Marquardt und Audi-DTM-Leiter Dieter Gass verrät im Hinblick auf die Zugeständnisse: "Keiner möchte es im Prinzip, aber die Randbedingungen treiben uns dazu." Laut Marquardt haben alle drei Hersteller im Winter "intensiv zusammengesessen" und "hart verhandelt". Gass erklärt: "Natürlich gibt es intern auch Diskussionen. Nicht jeder ist ein Freund der Anpassungen."

Nicht ideal, aber notwendig

Persönliche Interessen der Hersteller durften bei den Verhandlungen allerdings keine Rolle spielen. Marquardt erklärt, man wolle "im Sinne der Fans und des Sports" wieder eine gewisse Chancengleichheit herstellen. Denn in diesem Jahr sollen die Fahrer in der DTM noch mehr in den Mittelpunkt rücken. "Das ist zwangsläufig nicht möglich, wenn das Produkt sehr unterschiedlich ist", weiß Mercedes-DTM-Chef Ulrich Fritz.

"Wir möchten eine attraktive DTM und tollen Sport bieten", versichert Fritz und ergänzt: "Natürlich ist es als Wettbewerber in so einer hart umkämpften Serie nicht leicht, da einfach mal 'Ja' zu sagen. Der technische Vorteil ist hart erarbeitet." Daher sei es zwar "nicht die ideale Lösung", aber trotzdem "ein notwendiger Weg". Das sehen auch seine beiden Kollegen ähnlich.

"Den olympischen Gedanken gibt es im Motorsport nicht, wenn Werke beteiligt sind. Keiner der Anwesenden will nur dabei sei. Wir sind alle hier, weil wir gewinnen wollen", stellt Gass dennoch klar. Trotzdem sei es "leider notwendig, so eine Maßnahme zu ergreifen." Auch Audis DTM-Leiter glaubt, dass BMW sein Auto lieber lieber auf herkömmlichen Wege weiterentwickelt hätte.

Marquardt lobt Zusammenarbeit der Hersteller

Weil es ab 2017 allerdings ohnehin neue Fahrzeuge geben wird, wurde mit dieser Lösung eine kostengünstige Alternative gefunden. "Ich kann mich bei allen Beteiligten nur bedanken", erklärt Marquardt, der den Zusammenhalt der Hersteller in dieser Situation lobt. "Abseits der Rennstrecke haben wir mit der ITR und dem DMSB alle zusammen eine Verantwortung für die Rennserie", so der BMW-Motorsportdirektor.

Trotzdem erscheinen die Maßnahmen auf den ersten Blick kurios. Immerhin gewann BMW 2015 den Herstellertitel, ein Jahr zuvor siegte BMW-Pilot Marco Wittmann in der Fahrerwertung. "Der Herstellertitel, den wir da gewonnen haben, ist sicher nicht der Titel des besten Pakets gewesen", stellt Marquardt allerdings klar und erklärt: "Wir müssen uns den Verlauf der vergangenen Saison anschauen."

Die Münchener profitierten in erster Linie von zwei extrem starken Wochenenden in Zandvoort und Oschersleben. Davon abgesehen fuhr man häufig hinterher. Das soll 2016 anders werden. "Wir wollen vom ersten Rennen an richtig tollen Rennsport bieten", sagt Marquardt und ergänzt: "Nur gemeinsam werden wir Lösungen finden, die das Produkt nach vorne bringen." Es bleibt abzuwarten, ob die Rechnung in diesem Jahr aufgeht.

News aus anderen Motorline-Channels:

DTM: News

Weitere Artikel:

Auch Haas hat sein neues Formel-1-Auto bereits vor dem Barcelona-Test erstmals auf die Strecke geschickt - Oliver Bearman spulte in Fiorano die ersten Kilometer ab

Kurz vor dem Formel-1-Test in Bahrain hat McLaren das finale Design für den MCL40 von Lando Norris und Oscar Piastri präsentiert: Die Farben sind keine Überraschung

F1 Barcelona "Shakedown": Tag 2

Red Bull mit dem ersten Unfall 2026

Bestzeit für Max Verstappen, Unfall von Isack Hadjar: Im Privatduell mit Ferrari schreibt Red Bull am Dienstag die Schlagzeilen - alle anderen Teams haben verzichtet

W17-Premiere im Regen

Mercedes-Shakedown in Silverstone

Der Mercedes W17 hat in Silverstone seine ersten Kilometer abgespult - George Russell durfte als erster Fahrer auf die nasse Strecke in Großbritannien gehen