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Unter den Rock geschaut

Die 24h von Le Mans beginnen traditionell mit einem für die Zuschauer und Fans ganz besonderem Ereignis: Die technische Abnahme findet im Herzen der Stadt – auf dem Place de Republique – in offenen Zelten statt. Dabei ergeben sich eine Vielzahl von Einblicken, die ansonsten kaum oder gar nicht möglich sind.

Bernhard Schoke

Um genau diese zu verhindern, hat es in jüngeren Vergangenheit einige Versuche und Initiativen gegeben, diese langjährige Tradition zu kippen. Um es vorweg zu nehmen:
Erfolglos, denn der Organisator des Rennens mit aktuell 101jähriger Tradition hat ganz einfach und strikt gesagt – dies sind unsere definierten und bekannten Regeln, daran wird nicht gerüttelt und wenn ihr dies nicht wollt, dann könnt ihr zuhause bleiben.
Und bisher hat es keinen Hersteller, Importeur oder Team gegeben, der deswegen nicht bei DEM Langstreckenrennen im Westen Frankreichs gestartet ist – dafür ist der weltweite Ruf und die Strahlkraft dieses Events einfach viel zu groß, dass eine entsprechende Grundsatz-Entscheidung davon abhängig gemacht wird.
Und dabei wird vor allem die Fans die Chance den Rennern und Piloten ganz nahe zu kommen, umfassend genutzt. Bereits am Freitagvormittag waren die Plätze in vielen Reihen – quasi auf Lücke bezogen, um das Geschehen direkt verfolgen zu können.
Geboten wird dafür eine Menge.
Beginnend mit der Aufstellung der Boliden – stimmungsvoll unter großen alten Bäumen – bevor sie gesäumt von Zuschauern zu den einzelnen Positionen der technischen Abnahme von den Mechanikern geschoben werden.
Dort werden dann von den technischen Kommissaren die vom Reglement vorgesehen Eckpunkte gecheckt.
Dazu gehören nicht nur technische Details, sondern auch die Überprüfung, ob der Renner „im Falle eines Falles“ auch mit speziellem Hebekränen aus den Kiesbetten gehoben werden können.

Valentino Rossi

Der unumstrittene Star des ersten Tages war ganz eindeutig „der Doctor“ – Beinahme des Piloten der auf Zwei-Räder über viele Jahre eine Macht war und beinahe unzählige Titel gewonnen hat.
Er stand bei den Fans ganz hoch im Kurs. Aber nicht nur dort. Auch bei der Interview-Runde des bekannten ACO-Strecken-Sprechers Bruno Vandestick nahm jenes mit Rossi besonders breiten Raum ein. Auch persönliche Interessen spielen hier wohl auch eine Rolle.
Außerdem ist der Italiener natürlich in der gesamten Motorsport-Welt ein Begriff und kann sehr gut Vergleiche zwischen den Welten mit zwei und vier Rädern nicht nur erläutern, sondern verständlich „auf den Punkt“ formulieren. Nichts desto trotz musste auch er das Programm – Road to Le Mans – absolvieren und sich so seine „Fahrkarte“ sichern.

Auch hier gilt: Die Regeln macht der ACO und die sind eben zwingend – von jedem – einzuhalten.
Ebenso wie die Mittagspause, die allerdings für den einen oder anderen etwas kürzer ausfällt, weil der Zeitplan für das Scrutineering eher ein Anhaltspunkt ist, als in Stein gemeißelt. Er dient – erfahrungsgemäß – der Definition der Reifenfolge, wann welcher Renner das Procedere zu durchlaufen hat. Demzufolge verlief der Nachmittag – bis in den frühen Abend – da die obligatorischen Gruppenbilder mit dem gesamten Teams, Fahrer und Verantwortlichen den Zeitplan immer weiter nach hinten verschob.

Was war sonst noch wichtig?

Lokal-Matador Peugeot bildete den Abschluss des heutigen Tages – ein Schelm, wer jetzt dazu meint, dies sei aufgrund des dann noch höheren Publikums-Zuspruchs geschehen. Morgen kommen zwei der Top-Favoriten auf die Hebebühnen: Porsche am Vormittag und Toyota kurz vor der Mittagspause.

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