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Reifen: Bekanntgabe in Barcelona?

Schon in Barcelona könnte eine Entscheidung in der Reifenfrage fallen. Whitmarsh: "Wir haben einige Optionen, die wir nun aussortieren werden."

Gut acht Monate vor Beginn der Wintertestfahrten steht noch nicht fest, welche Reifenmarken in der nächsten Formel-1-Saison zur Auswahl stehen werden. Dabei drängt die Zeit, denn die Teams haben zum teil bereits mit dem Design ihrer Fahrzeuge begonnen, welches nicht zuletzt auch vom Pneuhersteller sowie vom Rad- bzw. Reifenformat abhängt. Zur Diskussion stehen Dimensionen von 13 bis 18 Zoll, auch die Breite wurde noch nicht letztgültig festgelegt.

Am vergangenen Wochenende soll innerhalb der Teamvereinigung FOTA der Beschluss gefasst worden sein, Michelin ein Comeback zu ermöglichen, was wohl einen Wechsel von 13- auf 18-Zoll-Niederquerschnittsreifen bedeuten würde. Darüber hinaus soll Bernie Ecclestone einen Einstieg von Avon vorantreiben, während auch die italienische Marke Pirelli grundsätzliches Interesse bekundet hat. Definitive Entscheidungen sind aber noch nicht gefallen.

Auch nicht beim Treffen zwischen Ecclestone und FOTA-Präsident Martin Whitmarsh am Sonntagmorgen in Shanghai. Whitmarsh meinte anschließend nur: "Wir machen Fortschritte. Wir haben einige Optionen, die wir nun aussortieren werden." Auch Ecclestone gab sich gegenüber der BBC wortkarg: "Wir versuchen gerade, eine Vereinbarung zu treffen. Mir ist egal, welche Firma es schlussendlich wird, solange nur die Teams glücklich sind."

Die wünschen sich vor allem zweierlei: Gratisreifen und eine schnelle Entscheidung. Könnte die noch vor dem nächsten Rennen in Barcelona fallen? "Ich hoffe es", entgegnet der Vertreter der Teamvereinigung und fügt hinzu: "Zumindest sieht es aber schon mal danach aus, als ob wir nächstes Jahr Reifen haben werden. Das ist ziemlich wichtig. Wir müssen nur noch entscheiden, wie, wo und von wem."

Es wird gemunkelt, dass Michelin grundsätzlich die bevorzugte Wahl der Teams sein soll, das Angebot von Avon aber billiger sei. Das wiederum könnte Michelin durch "Business to Business"-Partnerschaften mit Automobilherstellern wie Renault und Daimler kompensieren. Die unabhängigen Teams würden dabei auf der Strecke bleiben. Gut möglich, dass sowohl Michelin als auch Avon einsteigen werden – schließlich wünscht sich Michelin ausdrücklich Konkurrenz.

"Wir müssen eine Lösung finden", betont Christian Horner, Teamchef von R·B·R. "Im Augenblick liegen zwei glaubwürdige Optionen auf dem Tisch. Hoffentlich können wir in den kommenden Wochen einen Konsens finden." Dabei ist noch gar nicht gesagt, dass es bei den Angeboten von Michelin und Avon bleiben muss, denn neben Pirelli könnten noch weitere Reifenhersteller gute Gründe finden, in die Formel 1 einzusteigen.

Horner ist vollkommen unvoreingenommen, was die Entscheidung für eines der derzeit vorliegenden Angebote angeht: "Ich denke, die beiden angesprochenen Reifenhersteller sind beide absolut dazu in der Lage, Qualitätsreifen zu liefern. Wichtig sind die Spezifikation der Reifen, die Anzahl der Pneus, der Service – es muss eben dem Standard der Formel 1 entsprechen. Mit am wichtigsten sind natürlich auch die Kosten."

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