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GP von Frankreich: Regierung gefordert

In den Diskussionen um ein Comeback des Grand Prix von Frankreich wird nach wie vor über Finanzierungs- und Umweltfragen gestritten.

Als sich Jean Todt im vergangenen Jahr bei der Wahl des FIA-Präsidenten gegen Ari Vatanen durchsetzte, atmete man in Frankreich erleichtert auf. Der neue Chef des Automobilweltverbandes werde seinen Landsleuten bestimmt helfen können, die Formel 1 kurzfristig in die Grande Nation zurückzuholen, meinte man – doch bislang ist nichts passiert. Todt hält sich bedeckt, in Frankreich gibt es weiter Streitereien.

"Die Regierung muss mal in die Tasche greifen", sagt Nicolas Deschaux, Präsident des französischen Motorsportverbandes FFSA, in der Sportzeitung L'Equipe. "Man schaue nur mal nach Russland, wo Präsident Putin erklärt, dass man Petrov mit Geldern von Lada in der Formel 1 unterstützt. Das läuft dort ganz anders als in Frankreich." Auch andere Nationen greifen tief in die Tasche: In Abu Dhabi, Bahrain und Co. werden Antrittsprämien übernommen, in Australien gleicht die Regierung die Verluste aus.

"Die Sicht der Regierung ist getrübt durch eine für den Wähler angenehme Meinung", kritisiert Deschaux. Die französische Regierung hatte sich beispielsweise gegen die Teilfinanzierung eines Projektes in Flins-sur-Seine entscheiden, als dort Umweltschützer Bedenken anmeldeten. "Schaut euch mal an, wie viel CO2 bei anderen Veranstaltungen ausgestoßen wird. Aber über das Tennisturnier in Roland Garros oder gar die Tour de France spricht natürlich niemand", klagt der FFSA-Chef.

Aktuell gibt es drei mögliche Schauplätze für einen künftigen Grand Prix von Frankreich. Eine Rückkehr nach Magny-Cours wäre theoretisch möglich, gilt aber nicht gerade als Wunschszenario. Der südfranzösische Kurs Paul Ricard in Le Castellet könnte ebenfalls geeignet sein. Außerdem gibt es ein Projekt in Sarcelles. "Ich erwarte, dass man die finanziellen Rahmenbedingungen für Sarcelles endlich klärt", so Deschaux. "Ich kann nicht vorhersagen, wann die Formel 1 nach Frankreich zurückkehrt. 2011 dürfte allerdings sehr unwahrscheinlich sein."

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