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Formel 1: News

Hembery pocht auf den Menschenverstand

Pirelli pocht auf Testfahrten mit den neuen Reifen, noch vor dem Auftakt der Wintertestfahrten, andernfalls würde man keine Reifen liefern können.

Pirelli wird langsam sauer: Da beim Thema Tests für die kommende Saison weiterhin keine Fortschritte erzielt werden, droht der italienische Reifenhersteller jetzt sogar mit einem Ausstieg nach der aktuellen Saison. Pirelli-Präsident Marco Tronchetti Provera kündigte zuletzt an, dass er auf einen plötzlichen Ausstieg vorbereitet sei, wenn man keine Testmöglichkeiten vor dem ersten offiziellen Wintertest in Jerez (28.-31. Januar 2014) erhalten sollte.

Durch die veränderten Rahmenbedingungen in der kommenden Saison benötigt Pirelli eigentlich dringend Testfahrten, um die eigenen Reifen perfekt darauf einzustimmen. Besonders der hohe Drehmoment der Motoren stelle für die Pneus eine große Herausforderung dar, die es einzudämmen gilt. Doch trotz der schwierigen Hintergründe vermisst Pirelli Unterstützung bei ihrem Vorhaben. Eine Lösung für die mangelnden Tests ist aktuell auch nicht in Sicht.

Für den Reifenhersteller ist das Ende der Fahnenstange damit erreicht: "Basierend auf den Aussagen unseres Präsidenten, muss es ein paar Ausfahrten geben, sonst können wir keine Reifen liefern", betont Pirellis Motorsportchef Paul Hembery in Indien noch einmal mit Nachdruck. "Wir wollen einfach ein wenig gesunden Menschenverstand bei dem Thema - mehr nicht. Wir müssen Tests fahren, sonst werden wir keine Reifen für das kommende Jahr bereitstellen können."

Nachdem Pirelli in diesem Jahr häufiger im Zentrum der Kritik stand, möchte man sich bei den Italienern nicht noch ein weiteres Jahr mit schlechter Presse herumärgern müssen. Eigentlich arbeitet man schon seit längerem an den Reifen für 2014, doch ohne ein fertiges Auto ist die Erprobung der neuen Pneus natürlich schwierig. Einzig aus den Daten, die die Teams zur Verfügung stellen, muss sich Pirelli neue Mischungen backen.

Natürlich weiß man auch bei den Italienern, dass Testfahrten mit einem 2014er Auto derzeit nicht möglich sind. "Idealerweise wollen wir so schnell wie möglich ein Auto von 2014, aber die Teams haben Probleme, das Auto bis Jerez fertig zu bekommen", meint Hembery. Darum würde er sich auch mit etwas anderem zufriedengeben: "Wir wollen das Nächstbeste haben - ein aktuelles Auto oder auch einen Boliden von 2011."

Bislang zeigte man sich von anderer Seite aber in keinster Weise kooperativ. Ein gemeinsamer Test in Brasilien nach der Saison ist genauso von Tisch wie ein McLaren-Test in Austin vor dem Großen Preis der USA. Hembery bezeichnete das Verhalten der Teams unlängst als "Paranoia". Sollte Pirelli seine Drohung wahr machen, dann müsste sich die Formel 1 innerhalb kürzester Zeit einen neuen Ausrüster an Bord holen. Michelin hatte immer wieder Interesse signalisiert, doch auch für die Franzosen dürfte die Zeit äußerst knapp werden.

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