MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: Interview

Andretti: Reglement 2017 falscher Weg

Motorsportlegende Mario Andretti glaubt nicht, dass sich die Formel-1-WM mit ihrem neuen Reglement ab 2017 einen Gefallen tun wird.

Vom überarbeiteten Reglement für die Saison 2017 erhofft sich die Formel-1-WM einen Imagewandel: Breitere Autos und Flügel sollen ihr in Kombination mit höheren Kurvengeschwindigkeiten das gewisse Etwas zurückgeben, das sie in den vergangenen beiden Dekaden sukzessive verloren hat. Was für höhere G-Kräfte sorgen wird, steht aber auch in der Kritik: Die Autos werden einfacher zu fahren sein, das Überholen schwieriger.

Mario Andretti gesellt sich zu den Kritikern und glaubt, dass die Formel-1-WM an der falschen Stellschraube dreht. "Mir ist nicht ganz bewusst, warum sie das tut. Wenn sie die Fahrer fragen würde, gäbe es wohl keinen Einzigen, der diese Änderungen gut fände", merkt der Weltmeister von 1978 gegenüber dem Kurier an. "Ich glaube, dass es der falsche Weg ist. Mehr Abtrieb und breitere Reifen ermöglichen eine höhere Kurvengeschwindigkeit, aber wer schneller durch eine Kurve fahren kann, ist schwieriger zu überholen."

Neben den höheren Kurvengeschwindigkeiten ist eine weitere Befürchtung ein wieder größerer Einfluss jener Luftverwirbelungen, die das Hinterherfahren erschweren, indem sie Abtrieb kosten. Schuld daran ist nach wie vor die Tatsache, dass ein Großteil der Downforce an der Vorderachse durch den Frontflügel generiert wird, der auf verwirbelte Luft geradezu allergisch reagiert. Um dem zu begegnen, wurde 2009 der Heckflügel verschmälert, was den Effekt verringert, aber nicht eliminiert hat; zudem waren die optischen Konsequenzen zumindest gewöhnungsbedürftig. 2017 wird er wieder breiter, was diesen "Dirty Air"-Effekt also wieder verstärken wird.

Die FIA-Hoffnung "Mehr Abtrieb gleich mehr Action" sieht Andretti nach hinten losgehen: "Was alle Fahrer wirklich wollen, weil es die Fähigkeiten im Cockpit herausstreicht, ist die Motorleistung. Gebt ihnen 1.000 PS und seht, wer so ein Biest wirklich bändigen kann. Mehr Abtrieb hingegen macht es einfacher, ein Formel-1-Auto zu bewegen." Die Formel-1-Boliden des Jahrgangs 2016 erreichen diese Leistung zwar fast, doch handelt es sich dabei nur um einen theoretischen Maximalwert, wenn Verbrennungs- und Elektromotoren zeitgleich im optimalen Leistungsfenster arbeiten.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: Interview

Weitere Artikel:

Bahrain-Test: Tag 3

Mercedes mit doppelter Bestzeit

Mercedes fuhr am letzten Tag der ersten Testwoche gleich doppelt die Bestzeit, hatte aber erneut kleinere Probleme - Lewis Hamilton löst rote Flagge aus

Drohende Reduktion bleibt aus!

Mercedes-AMG präsentiert DTM-Aufgebot 2026

Mercedes-AMG präsentiert seine DTM-Aufstellung für die Saison 2026: Was aus der drohenden Fahrzeugreduktion wurde und welche Änderungen es bei den Teams gibt

Quartararo verlässt Yamaha

Quartararo wechselt 2027 zu Honda

Der MotoGP-Transfermarkt für 2027/28 nimmt Fahrt auf - Honda sichert sich die Dienste von Fabio Quartararo für die kommenden zwei Jahre

Horrorcrash 12h Bathurst 2026

AMG knallt volles Rohr in stehenden Porsche

Ein schwerer T-Bone-Crash zwischen Ralf Aron und Johannes Zelger sorgt für eine Unterbrechung bei den 12 Stunden von Bathurst 2026 - Wo waren die gelben Flaggen?

Max Verstappen findet bei den Formel-1-Testfahrten in Bahrain deutliche Worte zum neuen Reglement: Es sei wie "Formel E auf Steroiden" und mache "keinen Spaß"