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Rallye Dakar 2020

Toyota will zweiten Dakar-Sieg

Gleich vier Werkswagen mit Al-Attiyah, de Villiers, ten Brinke und Fernando Alonso schickt Toyota nach Saudi-Arabien.

Fotos: Toyota

Toyota geht als Titelverteidiger in die Rallye Dakar 2020. Im vergangenen Januar hatte Nasser Al-Attiyah den ersten Sieg für die japanische Marke bei diesem Marathon-Klassiker erobert. Damals wurde noch in Südamerika in Peru gefahren. Nun steht für alle Beteiligten mit Saudi-Arabien eine neue Herausforderung auf dem Programm.

Der Hilux wurde in den vergangenen Monaten in Südafrika in Details weiterentwickelt. Das prinzipielle Layout rund um den V8-Saugbenziner wurde nicht verändert. Auch die Geometrie der Radaufhängungen blieb gleich. "Wir haben Fortschritte erzielt, während wir in der südafrikanischen Meisterschaft gefahren sind", sagt Teamchef Glyn Hall. "Das ist während des Jahres unser Testumfeld."

Toyota Südafrika, die für die Entwicklung des Hilux verantwortlich sind, haben sich auf Details und die Zuverlässigkeit konzentriert. Ein wesentlicher Unterschied zu den Jahren in Südamerika ist die Höhe. Der Saugbenziner verlor im Vergleich zu den Turbodieseln der Konkurrenz Leistung, als es über die Anden ging oder die Höhenlage Boliviens besucht wurde.

In Saudi-Arabien spielt das keine Rolle. "Die Möglichkeiten des Motors hängen in erster Linie vom Luftmengenbegrenzer ab, der für die Dakar 2020 auf 37 Millimeter festgelegt wurde", so Hall. "Obwohl wir immer einen größeren Luftmengenbegrenzer bevorzugen würden, werden wir uns in diesem Jahr zumindest nicht mit der extremen Höhenlage herumschlagen müssen."

Insgesamt vier Hilux wird Toyota Südafrika in Saudi-Arabien einsetzen. Auf dem Papier zählt Al-Attiyah mit Co-Pilot Mathieu Baumel zu den Topfavoriten. Das Duo hat 2019 alle Rallyes gewonnen, an denen sie teilgenommen haben. Lediglich in Marokko waren sie nicht die Sieger. Dort hat aber Teamkollege Giniel de Villiers gewonnen.

"2019 habe ich neun von zehn Rallyes gewonnen. Nur in Marokko bin ich ausgeschieden. Aber das war eigentlich gut, denn es gab ein Problem mit der Elektrik", sagt Al-Attiyah. "Somit konnten wir das Auto noch besser für andere Probleme bei der Dakar vorbereiten." Außerdem nahm er auch an der Baja 1000 in Kalifornien teil und erlebte ein anderes Marathon-Rennen.

Für Saudi-Arabien fühlt sich Al-Attiyah bestens vorbereitet: "Es wird komplett anders sein, aber ich kenne das Terrain sehr gut. 2008 und 2011 bin ich dort schon Rallyes gefahren. Ich weiß genau, was ich erwarten kann. Die Dünen sind sehr knifflig und ganz anders als in Südamerika. Es ist mehr wie Mauretanien. In Katar haben wir die gleichen Dünen. Das Terrain passt mir."

Für den Sportstar aus Katar wird die Rallye im Nachbarland fast sein Heimrennen sein. Nach 2011, 2015 und 2019 peilt Al-Attiyah seinen vierten Dakar-Sieg an. Vor dem Start demonstriert er breite Brust: "In Katar haben wir die gleichen Dünen. Ja, ich glaube, dass ich der Favorit bin. Es gewinnt nicht das beste Auto, sondern der beste Fahrer."

Al-Attiyah wird die Startnummer 300 tragen. Teamkollege de Villiers fährt mit der Nummer 304. Der Südafrikaner, der die Dakar 2009 gewonnen hat, hat mit dem Spanier Alex Haro einen neuen Beifahrer. Den dritten Hilux mit der Startnummer 307 steuert der Niederländer Bernhard ten Brinke. Er arbeitet wieder mit dem Belgier Tom Colsoul zusammen.

Und im vierten Toyota mit der Startnummer 310 sitzen die beiden Spanier Fernando Alonso und Marc Coma. Seit Monaten bereiten sie sich auf den Einsatz vor. Ex-Formel-1-Weltmeister Alonso betritt komplett neues Terrain. Und für Coma ist die Rolle des Beifahrers auch neu, denn in seiner Dakar-Karriere ist er Motorrad gefahren und hat fünfmal gewonnen.

Alonsos vorrangiges Ziel ist es, die Distanz zu schaffen. "Ich weiß, dass es sehr schwierig wird. Es gibt nichts, was so unterschiedlich zur Formel 1 ist als die Dakar", sagt Alonso. "Es ist eine interessante Herausforderung. Auf dem Papier sieht es unmöglich aus, aber ich nehme sie an und will lernen. Die Vorbereitungen in den vergangenen Monaten haben mich als Fahrer besser gemacht. Das ist meine Priorität, wenn ich vor solchen Herausforderungen stehe."

"Aus meiner Sicht", sagt Coma, "bin ich kein Beifahrer und auch nicht bereit, an der Dakar teilzunehmen. Aber als über ein Projekt mit Fernando und einem Auto und einem Team wie Toyota gesprochen wurde, konnte ich nicht nein sagen. So eine Möglichkeit gibt es nur einmal. Und wenn man ablehnt, bereut man es für den Rest seines Lebens. Wenn wir Probleme vermeiden können, dann können wir mit Fernandos Talent ein gutes Ergebnis erzielen. Ich möchte aber keine Prognosen abgeben."

© Motorsport-Total.com

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