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DTM: Zandvoort

BMW-Fünffachtriumph in den Dünen

Antonio Felix da Costa darf seinen ersten DTM-Sieg feiern, Farfus und Spengler am Podium. Extrem harte Zweikämpfe im Mittelfeld. Rammstoß gegen Lukas Auer bleibt straffrei.

Zandvoort ist in diesem Jahr in der DTM BMW-Land. Nachdem der Hersteller aus München im Samstagsrennen einen historischen Siebenfachsieg gefeiert hatte, wurde auch das Sonntagsrennen den Rennverlauf im Live-Ticker nachlesen zu einem BMW-Festival. Antonio Felix da Costa (Schnitzer-BMW) gewann das Rennen von der Pole-Position aus und jubelte im Ziel über seinen ersten Sieg in der DTM. Hinter ihm fuhren bei der Zieldurchfahrt nicht weniger als vier Markenkollegen.

"Ich musste richtig dafür kämpfen", sagt ein überglücklicher, aber auch erschöpfter Felix da Costa, der während des Rennens ständig den heißen Atem seiner Verfolger aus dem eignen Lager spürte. "Sie waren ständig hinter mir und haben Druck gemacht. Ich wollte mein Tempo und meine Reifen unter Kontrolle halten, denn die Strecke ist richtig hart zu den Reifen", sagt der Portugiese, der vor Augusto Farfus (RBM-BMW) und Bruno Spengler (MTEK-BMW) gewann.

Felix da Costa gelang bei seinem Premierensieg in der DTM ein Kunststück, denn nach Mattias Ekström ist er erst der zweite Fahrer, dem in Zandvoort ein Sieg von der Pole-Position aus gelingt. Den Grundstein dafür legte er mit einem sehr guten Start, der ihm schon vor der ersten Kurve einen guten Vorsprung verschaffte.

Boxenstopp kostet Spengler Rang zwei

Das lag auch daran, weil Spengler von Platz zwei aus weniger gut wegkam. "Leider war mein Start nicht optimal. Ich hatte schon am ganzen Wochenende mit meiner Kupplung zu kämpfen", sagt der Kanadier, der sich in der ersten Kurve hart gegen Farfus und Samstagssieger Marco Wittmann (RMG-BMW) verteidigen musste, Platz zwei aber zunächst behielt.

Diesen verlor Spengler erst bei seinem Pflichtboxenstopp in Runde zwölf. "Da hatte ich Pech und musste warten, obwohl die Jungs schon fertig waren. Wäre ich losgefahren, wären wir wahrscheinlich wegen Unsafe Release bestraft worden. Das hat uns einen Platz gekostet", sagt Spengler. So schlüpfte Farfus vorbei, und um ein Haar hätte auch Timo Glock (MTEK-BMW), der in Runde elf als erster Fahrer an die Box gefahren war, von Spenglers Problem profitiert.

An der Reihenfolge des BMW-Quartetts an der Spitze änderte sich im weiteren Rennverlauf nichts mehr. Farfus war zwar ständig in Schlagdistanz zu Felix da Costa, kam aber nicht in Angriffsposition, weil sich der 23-Jährige geschickt zu verteidigen wusste. "Ich habe versucht, vor Kurve 1 immer einen Abstand zu wahren, denn nur dort kann man gut überholen", so Felix da Costa.

Wilde Duelle im Mittelfeld

Wittmann komplettierte im Ziel das BMW-Quartett, erlebte aber ein deutlich turbulenteres Rennen als seine Markenkollegen. Nach dem Boxenstopp war der amtierende DTM-Champion hinter Lucas Auer (ART-Mercedes) zurückgefallen, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht an der Box gewesen war und den BMW-Piloten aufhielt. Als Wittmann sah, dass ihm seine Teamkollegen enteilen, schob er sich in Runde 16 mit der Brechstange am Tiroler vorbei und drehte ihn dabei um. Die Rennleitung stufte den Zwischenfall aber als Rennunfall ein.

Das war nicht die einzige heikle Situation . In Runde 21 drängte Edoardo Mortara (Abt-Audi) Daniel Juncadella (Mücke-Mercedes) in Kurve 6 nach außen. Der Mercedes des Spaniers hob auf einem Randstein ab und landete hart, wobei sich Juncadella leicht am Rücken verletzte. "Manche Fahrer können nur berühren und nicht richtig kämpfen. Das ist bei Mortara schon oft passiert", ärgert sich der Spanier. "Er hat mich rausgedrängt, dann ist das Auto geflogen und jetzt tut mir der Rücken weh."

Zuvor hätte Martin Tomczyk (Schnitzer-BMW) beinahe für einen schweren Unfall gesorgt. Nach einer Kollision mit Miguel Molina (Abt-Audi) hatte sich die Motorhaube seines Autos gelöst. Auf der Start-Ziel-Geraden hob der Fahrtwind die Verkleidung plötzlich an, was Tomczyk die Sicht nahm. Der BMW-Pilot ging deshalb vom Gas, was die hinter ihm fahrenden Piloten überraschte, die nur mit Mühe und Not ausweichen konnten.

Jamie Greens Vorsprung schrumpft zusammen

Erster BMW-Verfolger war im Sonntagsrennen Pascal Wehrlein (HWA-Mercedes). Nach schwachem Start war der junge Deutsche zunächst auf Position neun zurückgefallen, kämpfte sich dann aber wieder nach vorne, was jedoch nicht ohne Berührungen gelang. In der Schlussphase des Rennens hielt Wehrlein dann den Druck von Mattias Ekström (Abt-Audi) stand, obwohl sein Mercedes nach einer Kollision nicht mehr richtig geradeaus fuhr.

Christian Vietoris (HWA-Mercedes), Adrien Tambay (Abt-Audi) und Gary Paffett (ART-Mercedes) komplettierten die Top 10, die der Meisterschaftsführende Jamie Green (Rosberg-Audi) als 13. verpasste. Der Brite blieb damit im dritten Rennen in Folge ohne Punktgewinn, wodurch sein Vorsprung in der Gesamtwertung auf fünf Punkte geschmolzen ist.

Green führt nach acht von 18 Saisonrennen mit 81 Zählern vor Ekström und Wehrlein, die beide auf 76 Punkte kommen. In der Teamwertung führt nun HWA-Mercedes vor Abt-Sportsline, in der Herstellerwertung liegt Audi klar vor BMW und Mercedes. Das fünfte Rennwochenende der DTM-Saison 2015 findet vom 31. Juli bis 2. August auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg statt.

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