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DTM: Hungaroring

Rene Rast ringt Mattias Ekström nieder

Audi bestimmte das DTM-Sonntagsrennen in Ungarn - Erster Sieg für Rene Rast - BMW nur dank Martin stark - Auer mit rabenschwarzem Tag.

Fotos: DTM

Audi hat sich im DTM-Sonntagsrennen von Budapest für das Pech des Samstags entschädigt und einen Doppelerfolg gelandet. Rosberg-Pilot Rene Rast holte in Ungarn seinen ersten Sieg in der Tourenwagenserie, nachdem er fünf Minuten vor Schluss Markenkollege Mattias Ekström sauber überholt und auf Platz zwei verwiesen hatte. Dazu nahm der Neuling Lucas Auer (Mercedes) die Führung in der Gesamtwertung ab. Das Podium komplettierte BMW-Speersitze Maxime Martin.

Rast war nach der Zieldurchfahrt aus dem Häuschen: "Da hätte ich im Leben nicht dran gedacht", sagt er freudestrahlend über den ersten großen DTM-Pokal und berichtet, sich vor der Saison bescheidene Ziele gesetzt zu haben: "Ein paar Pünktchen, ein- oder zweimal in die Top 10 fahren."

Sein Auftritt am Hungaroring machte klar, dass der Mindener mehr im Tank hat. Von der zweiten Pole-Position des Wochenendes zog er mit einem perfekten Start zunächst auf und davon. Nach einem Boxenstopp in Runde zwölf fiel er aber hinter den zuvor viertplatzierten Ekström zurück, der schon nach drei Umläufen die Reifen gewechselt und bis dato die schnellsten Zeiten gesetzt hatte.

Mit den frischeren Reifen schloss Rast spielerisch die 1,8 Sekunden große Lücke zu Ekström und legte sich den Schweden bis kurz vor Schluss zurecht. "Mit DRS war es einfach danebenzufahren", meint der 30-Jährige über das Manöver, das er auf der Start- und Zielgeraden ritt. Er bremste sich in der ersten Kurve innen rein und beschleunigte Ekström aus. Die Messe war gelesen, auch weil der Rallycross-Weltmeister sich als Teamplayer outete: "Er hat sich ein bisschen verteidigt, aber wir haben es clever gelöst, ohne dass wir viel Zeit verloren hätten", lässt Rast die Szene Revue passieren.

Ekström nahm seine Schlappe tapfer, zumal er früh im Rennen ahnte, was ihm blühte: "Der Reifenverschleiß war größer als ich dachte. Rene hat nur gewartet, bis meine Reifen gestorben sind. Da habe ich mit stumpfen Waffen gekämpft", meint er und bedauert es, seinen ersten DTM-Saisonsieg knapp verpasst zu haben. "Es ist okay, aber perfekt ist etwas anderes", grummelt der Schwede.

Audis Motorsportchef Dieter Gass war die Erleichterung anzumerken: "Was Rene abliefert, ist absoluter Wahnsinn", schwärmt er von seinem neuen Vollzeit-Piloten und strahlt, weil der Doppelerfolg für die Ingolstädter eine Genugtuung nach dem Pech 24 Stunden zuvor war: "Ein sehr emotionales Wochenende. Der Samstag war geprägt von Höhen und Tiefen. Umso wichtiger war es heute zurückzukommen", meint ein gelöster Gass, den nur der Drittplatzierte gestört haben dürfte.

Die Rede ist von Martin, der als Letzter losfuhr und in der ersten Runde an die Box kam. "Wir wollten etwas riskieren", sagt er über eine aggressive BMW-Strategie, die ihn dank schneller Runden auf frischen Pneus nach vorne spülte. Anschließend trug er seinen M4 DTM um den Kurs und hielt die Konkurrenz hinter sich, obwohl das Auto in der Saison 2017 als Reifenfresser verschrieen ist. "Meine Reifen haben gut durchgehalten. Ich konnte richtig auf die Tube drücken", staunt Martin.

Auf den weiteren Plätzen wurde die Vormachtstellung Audis auf dem Hungaroring deutlich: Nico Müller (4.) und Jamie Green (5.) sorgten dafür, dass vier RS 5 DTM unter den Top 5 landeten. Das Zeug dazu hätte auch Mike Rockenfeller (10.) gehabt. Der Ex-Champion musste aber nach der Reparatur einer defekten Bremsleitung aus der Boxengasse starten. Wie Martin kam er mit einem Reifenwechsel in der ersten Runde nach vorne und sortierte sich hinter Paul di Resta (Mercedes/6.), Timo Glock (BMW/7.), Robert Wickens (Mercedes/8.) und Gary Paffet (Mercedes/9.) ein.

Mercedes' Ex-Tabellenführer Lucas Auer erlebte einen rabenschwarzen Sonntag. Der Österreicher lag zu Beginn auf Rang sechs, verpatzte jedoch seinen Boxenstopp. Er verbremste sich, als er bei seiner Crew anhalten wollte, fuhr einem Mechaniker über den Fuß und stand so schief, dass seine Jungs den Schlagschrauber kaum an das rechte Hinterrad bekamen, was Auer sehr viel Zeit kostete.

Zu allem Überfluss ermittelte die Rennleitung wegen Gefährdung des Personals gegen Auer, der seinen C63 AMG DTM eine Viertelstunde vor Schluss mit einem Technikdefekt abstellen musste. "Dem Mechaniker geht es zum Glück gut", verkündet Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz die einzig gute Nachricht rund um seine Truppe, die über Rang sechs durch di Resta nicht hinauskam.

Fritz bläst die Backen auf: "Es war der erwartet schwierige Sonntag für uns", sagt er und stöhnt darüber, dass die Stuttgarter in Budapest zweimal mit der größten Zuladung unterwegs waren: "Das Gewicht hat uns nicht geholfen, aber am Schluss sind wir mit der Strecke nicht klargekommen."

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