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Rallye-Dakar 2020

Walkner verliert weiter an Boden

Während der Vorsprung von Ricky Brabec (Honda) bei den Motorrädern weiter groß ist (Walkner 6.), liegt Nasser Al-Attiyah bei den Autos nur noch 23 Sekunden hinter Sainz.

Foto: Husquvarna & Toyota

Husqvarna-Speerspitze Pablo Quintanilla attackierte auf der neunten Etappe der Rallye Dakar und sicherte sich seinen ersten Tagessieg in Saudi-Arabien. Der Chilene machte fast vier Minuten auf Ricky Brabec (Honda) gut. Der US-Amerikaner führt die Gesamtwertung aber immer noch mit fast 21 Minuten Vorsprung an. Der Österreicher Matthias Walkner (KTM) ist im Gesamtklassement weiterhin Sechster.

Nachdem die achte Etappe nach dem Tod von Paulo Goncalves abgesagt wurde, stiegen die Motorradfahrer am Dienstag wieder auf ihre Maschinen. Auf dem Weg von Wadi Al-Dawasir nach Haradh mussten insgesamt 886 Kilometer zurückgelegt werden. Die Speziale betrug 410 Kilometer. Das Terrain war harter Boden und schwierig zu fahren.

Es entwickelte sich heute von Beginn an ein enges Rennen. Kevin Benavides (Honda) eröffnete den Tag, aber nach 50 Kilometern führte Toby Price (KTM) das Zwischenklassement an. Wenig später kam es zu einer kuriosen Situation. Eine Kamelherde hatte sich in einer Schlucht versammelt. Helikopter konnten sie aber vertreiben, bevor die ersten Motorräder zu dieser Stelle kamen.

Ricky Brabec der Meister der Konstanz

Nach rund 100 Kilometern führte Brabec das virtuelle Klassement an. Damit machte er vorerst seinen Konkurrenten, die Zeit aufholen wollten, einen Strich durch die Rechnung. Pech hatte sein Honda-Teamkollege Joan Barreda, der stürzte, aber weiterfahren konnte. Brabec kam dennoch unter Druck, denn bei Kilometer 244 lag Quintanilla im Zwischenklassement vorne.

In weiterer Folge bildete sich eine große Gruppe und die Zeitabstände waren eng. Nach 347 Kilometern führte Quintanilla nur 40 Sekunden vor Barreda, und auch Price hatte nur etwas mehr als eine Minute Rückstand. Bis zum Ziel blieb es spannend, aber Quintanilla machte keine Fehler. Nach dreieinhalb Stunden Fahrzeit sicherte sich der Chilene seinen ersten Tagessieg 2020.

"Es war ein besonderer Tag, aber sehr schwierig, einen Rhythmus zu finden", sagt Quintanilla. "Nachdem was mit Paulo passiert war, war es nicht einfach, sich zu konzentrieren. Aber nach dem Tankstopp konnte ich attackieren und habe gewonnen. Ich bin sehr glücklich und möchte diesen Sieg Paulo widmen."

Brabec markierte die viertbeste Zeit und büßte knapp vier Minuten auf Quintanilla ein. Somit führt Brabec weiterhin das Gesamtklassement an. Sein Vorsprung auf Quintanilla ist auf 20 Minuten und 53 Sekunden geschrumpft. Price belegte heute den zweiten Platz und verdrängte damit Ignacio Cornejo (Honda) von Rang drei in der Gesamtwertung.

Der Österreicher Matthias Walkner büßte heute acht Minuten auf Quintanilla ein und wurde Zehnter. In der Gesamtwertung ist der KTM-Fahrer weiterhin auf dem sechsten Platz zu finden. Sein Rückstand auf Brabec beträgt 37:16 Minuten. Auf einen Podestplatz fehlen Walkner rund 17 Minuten.

"Es war nicht einer meiner besten Tage", sagt Walkner. "Von Beginn an habe ich mich nicht so wohlgefühlt. Auf steinigem Boden hatte ich etwas Mühe mit dem Motorrad. Dann wurde es ein wenig besser, aber es war bestimmt nicht einer meiner besten Tage."

Am Mittwoch geht es weiter von Haradh nach Shubaytah. Die Speziale beträgt 534 Kilometer.

Ergebnis der 9. Etappe (Top 10):
01. Pablo Quintanilla (Husqvarna) - 3:30:33 Stunden
02. Toby Price (KTM) +1:54 Minuten
03. Joan Barreda (Honda) +2:42
04. Ricky Brabec (Honda) +3:55
05. Ross Branch (KTM) +5:30
06. Kevin Benavides (Honda) +5:50
07. Luciano Benavides (KTM) +6:08
08. Ignacio Cornejo (Honda) +6:23
09. Andrew Short (Husqvarna) +6:57
10. Matthias Walkner (KTM) +8:07

Gesamtwertung nach 9 von 12 Etappen (Top 10):
01. Ricky Brabec (Honda) - 31:59:29 Stunden
02. Pablo Quintanilla (Husqvarna) +20:53 Minuten
03. Toby Price (KTM) +26:43
04. Joan Barreda (Honda) +28:16
05. Ignacio Cornejo (Honda) +29:29
06. Matthias Walkner (KTM) +37:16
07. Luciano Benavides (KTM) +41:11
08. Franco Caimi (Yamaha) +1:21:04 Stunden
09. Andrew Short (Husqvarna) +1:43:51
10. Stefan Svitko (KTM) +1:30:35

Die Rallye Dakar in Saudi-Arabien ist nach der neunten Etappe an Spannung kaum zu überbieten. Stephane Peterhansel (Mini Buggy) sicherte sich seinen dritten Tagessieg und hat nur noch weniger als sieben Minuten Rückstand. An der Spitze verteidigte Carlos Sainz (Mini Buggy) knapp die Führung, aber Nasser Al-Attiyah (Toyota) hat nur noch 24 Sekunden (!) Rückstand.

Es wurde ein langer Tag für die Teilnehmer, denn auf dem Weg von Wadi Al-Dawasir nach Haradh mussten insgesamt 886 Kilometer zurückgelegt werden. Die Speziale betrug 410 Kilometer. Das Terrain war harter Boden und schwierig zu fahren. Eröffnet wurde die Etappe von Mathieu Serradori im SRT-Buggy. Drei Minuten danach stand Fernando Alonso (Toyota) an der Startlinie.

Die drei Topfavoriten fuhren nach dem gestrigen Ergebnis erst später los. Sainz hatte zum Beispiel 14 Autos vor ihm. Es entwickelte sich bei den ersten Checkpunkten auch gleich ein Dreikampf zwischen Al-Attiyah, Peterhansel und Sainz, denn alle drei konnten sich an den Spuren orientieren und hatten demnach einen kleinen Vorteil.

Peterhansel setzt seine Aufholjagd fort

Aus dem Dreikampf um den Tagessieg wurde ein Duell, denn Sainz hatte nach 156 Kilometern durch einen Reifenschaden fünf Minuten verloren. Somit kam seine Gesamtführung in Gefahr, denn Al-Attiyah hatte nach der achten Etappe nur 6:40 Minuten Rückstand. Nach 254 Kilometern führte Peterhansel das virtuelle Klassement wenige Sekunden vor Al-Attiyah an.

So blieb es auch bis zum Ziel. Peterhansel sicherte sich den Etappensieg 15 Sekunden vor Al-Attiyah. Es war der dritte Tageserfolg für den Franzosen. "Das war heute wieder volle Attacke", sagt Peterhansel. "Wir haben von Beginn an attackiert, aber zu sehr haben wir nicht aufs Gas gedrückt. Am Morgen waren die Strecken sehr hart und kurvig, ähnlich wie in Marokko."

"Anschließend war es sehr schnell. Wir haben bei der Navigation keinen Fehler gemacht", lobt Peterhansel seinen neuen Co-Piloten Paulo Fiuza, mit dem er Englisch spricht. "Wir versuchen den Druck auf die Führenden hoch zu halten." Das ist sein Plan für die zweite Woche, der bisher voll aufgegangen ist.

Sainz verliert durch Reifenschaden fünf Minuten

Dann musste auf Sainz gewartet werden. Als der Spanier ins Ziel kam, leuchtete sein Name auf Platz fünf des Klassements auf. Sein Rückstand auf Peterhansel betrug 6:31 Minuten. Damit ist der Kampf um die Gesamtwertung wieder extrem spannend. Sainz behauptete zwar den ersten Platz, aber er hat nur noch 24 Sekunden Vorsprung auf Al-Attiyah.

"Zu Beginn der Etappe hat uns ein Reifenschaden fünf Minuten gekostet", bedauert Sainz. "Ich weiß nicht was genau passiert ist. Es war kein Reifenschaden, aber der Reifen hat sich in Fetzen aufgelöst. Es war kein guter Tag für uns." Seit der dritten Etappe führt Sainz das Gesamtklassement an. Nun hat er den Druck von Al-Attiyah.

"Es war gut, weil der Buggy schnell ist", sagt Al-Attiyah zum Konkurrenzkampf. "Wir haben unser Bestes gegeben und sind eine gute Etappe gefahren. Ich bin glücklich, dass ich Sainz nähergekommen bin. Ich denke von Tag zu Tag, es ist für alle sehr schwierig. Es ist gut, dass Stephane morgen den Marathontag eröffnen muss."

Und auch Peterhansel ist wieder in Schlagdistanz, denn ihm fehlen nur 6:38 Minuten auf seinen Mini-Teamkollegen Sainz. Drei Etappen sind bis Al-Qiddiya noch zu absolvieren. Mit Platz drei erlebte Lokalmatador Yasir Seaidan (Mini) wieder einen guten Tag. Das galt auch für Jakub Przygonski und Timo Gottschalk (Mini) mit der viertbesten Zeit.

Alonso verlor nach gutem Beginn in der zweiten Hälfte der Speziale noch 13 Minuten, aber der Dakar-Neuling schaffte wieder ein Ergebnis in den Top 10. In der Gesamtwertung verbesserte sich Alonso auf Rang zehn und ist damit auch der beste Rookie im Feld der Automobile.

Am Mittwoch geht es weiter von Haradh nach Shubaytah. Die Speziale beträgt 534 Kilometer.

Ergebnis der 9. Etappe (Top 10):
01. Peterhansel/Fiuza (Mini Buggy) - 3:08:31 Stunden
02. Al-Attiyah/Baumel (Toyota) +0:15 Minuten
03. Seaidan/Kuzmich (Mini) +4:48
04. Przygonski/Gottschalk (Mini) +6:23
05. Sainz/Cruz (Mini Buggy) +6:31
06. Al-Rajhi/Schiltsow (Toyota) +8:22
07. ten Brinke/Colsoul (Toyota) +8:30
08. de Villiers/Haro Bravo (Toyota) +11:16
09. Alonso/Coma (Toyota) +13:03
10. Terranova/Graue (Mini) +13:10

Gesamtwertung nach 9 von 12 Etappen (Top 10):
01. Sainz/Cruz (Mini Buggy) - 35:11:54 Stunden
02. Al-Attiyah/Baumel (Toyota) +0:24 Minuten
03. Peterhansel/Fiuza (Mini Buggy) +6:38
04. Al-Rajhi/Schiltsow (Toyota) +34:16
05. Terranova/Graue (Mini) +49:41
06. de Villiers/Haro Bravo (Toyota) +57:57
07. ten Brinke/Colsoul (Toyota) +1:08:59 Stunden
08. Serradori/Lurquin (SRT Buggy) +1:24:20
09. Seaidan/Kuzmich (Mini) +2:35:35
10. Alonso/Coma (Toyota) +3:17:23

© Motorsport-Total.com

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