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Bosch-Rallye: Vorschau Nothdurfter

Gespanntes Verhältnis

Zuletzt sehr auf der Erfolgswelle geschwommen sind Alois Nothdurfter und Christoph Friesenegger mit ihrem Ford-Lotus Cortina.

Aber wenn man sie auf ihre Erinnerungen an die BOSCH Super Plus-Rallye 2006 anspricht, wird in ihrer Antwort eher Frustration als Begeisterung durchklingen. Verständlicherweise: Dies war im vergangenen Jahr die Rallye mit dem schlechtesten Ergebnis. Nämlich gar keinem, dank eines relativ aufwendig zu reparierendem Kurbellagerschadens. Überdies folgte kurz darauf eine Verletzung an Alois Nothdurfters Knie, was eine mehrmonatige Pause nach sich zog.

Danach ging es zwar umso besser weiter, einmal sogar mit einem Sieg bei den Historischen trotz bekannt harter Pointinger-Konkurrenz, aber an ein so unglückliches Rallye-Ende wie im vergangenen Mai denkt man nur ungern zurück. Ein gutes Ergebnis könnte das Verhältnis um einiges aufbessern, und das ist jederzeit möglich, denn auch bei der Pirelli-Lavanttal-Rallye, dem jüngsten Lauf zur österreichischen Castrol Historic Rallye-Staatsmeisterschaft, war der Tiroler Cortina-Drifter mit dem niederösterreichischen Beifahrer wieder prächtig in Fahrt. Lediglich ein kapitaler Bremsausfall zu Beginn der Rallye verhinderte, daß sie ergebnismäßig voll bei der Musik gewesen wären – zeitenmäßig waren sie es sehr wohl.

Somit kann man auch guter Hoffnung sein, daß Alois Nothdurfter und Christoph Friesenegger bei der BOSCH Super Plus-Rallye 2007 wiederum zu den schnellsten Teilnehmern der Castrol Historic Rallye-Staatsmeisterschaft gehören werden, und technische Schwierigkeiten, vor allem von so großer Schwere wie vor einem Jahr am gleichen Ort, sind in der letzten Zeit eher selten aufgetreten. Bleibt noch die Frage, ob die für ihre eher schnellen Strecken bekannte BOSCH Super Plus-Rallye dem Team mit dem ältesten Rallyeauto des Feldes ausreichend gute Möglichkeiten für gezielte Angriffe bieten wird können. Was jedoch das betrifft, so hat es auch bei der ähnlich beschaffenen BP Ultimate-Rallye des vergangenen Jahres relativ wenig Schwierigkeiten gegeben, außerdem sind einige Wertungsprüfungen neu, was von Grund auf zu einer ausgeglicheneren Wettbewerbssituation führt. Vorteilhaft wäre natürlich, wenn die Fahrbahn hier etwas kurvenreicher wäre als der langjährige BOSCH-Rallye-Durchschnitt. Und wie alle Jahre, werden die Kräfteverhältnisse vor allem vom Wetter abhängen. Kräftiger Regen über lange Dauer würde Alois Nothdurfter zweifellos mehr liegen als pralle Sonne und heißer Asphalt, auf dem die Porsches ihren PS-Vorteil besonders ausspielen können.

Eine entscheidende Rolle seitens der Gegner wird in jedem Fall Christian Rosner spielen, in den vergangenen beiden Jahren eindeutig der schnellste und wohl auch erfolgreichste Porsche-Fahrer im österreichischen Rallyesport. Dahinter könnte man wohl – je nachdem – entweder Johannes Huber mit einem weiteren Porsche 911 oder Josef Pointinger vermuten, der mit seinem Ford Escort RS 2000 unverändert eine fixe Größe ist, wie sein neuerlicher Sieg bei der Pirelli-Lavanttal-Rallye bewiesen hatte. Zu diesen besagten Größen kann man in zunehmendem Maße auch Sepp Gruber dazuzählen, der bei der Pirelli-Lavanttal-Rallye ein faszinierendes Escort-Duell mit Josef Pointinger inszeniert hatte, das erst durch einen Wurm in der Zündelektrik verloren wurde. Und dann ist da natürlich eine große Unbekannte, verkörpert durch einen Teilnehmer, der in einer anderen Klasse längst bewiesen hat, daß er ein absoluter Top-Driver unseres Landes ist: Michael Brandner. Daß er mit seinem Ford Escort in der Lage sein wird, an der Spitze der Historischen mitzufahren, gilt als nahezu sicher, die Frage ist bloß, wie viel Anlaufzeit er benötigen wird.

Natürlich gibt es noch andere Mitbewerber, auf die man Obacht geben muß, etwa Koni Friesenegger (Opel), Gerhard Openauer (Ford) oder EM-Champ Michael Stoschek (D/Porsche). Es wird also wieder einmal das ganze Kämpferherz von Alois Nothdurfter und Christoph Friesenegger gefordert sein. Aber wenn man es genau betrachtet: Gerade das ist es, was die Rallye-Besucher sehen wollen – und wohl auch ganz sicher zu sehen bekommen.

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