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Toni Gardemeister im Motorline-Talk:
"Vielleicht holen wir am Ende des Jahres ein paar WM-Punkte"

Toni Gardemeister spricht im motorline.cc-Exklusivinterview über seine bevorstehende Zukunft als Werkspilot des neuen Suzuki WRC-Teams.

Michael Noir Trawniczek
Foto: Suzuki World Rally Team

Toni, zunächst einmal Gratulation zu deinem Werkscockpit. Das Suzuki SX4 WRC hatte bei seinen Testeinsätzen bei den WM-Läufen auf Korsika und in Wales noch einen gewaltigen Rückstand zu verzeichnen, du hast den Wagen ja schon getestet - glaubst du, dass man hier einen großen Schritt vorwärts tätigen kann?

Unsere Erwartungen sind nicht wirklich hoch, weißt du. Vielleicht können wir im Verlauf des Jahres ein paar WM-Punkte einfahren - aber die ersten Rallyes werden sicher nicht so leicht sein. Dennoch rechne ich fest damit, dass der Wagen von Rallye zu Rallye immer schneller wird.

Gibt es da in punkto Platzierung überhaupt konkrete Ziele oder Erwartungen?

Das höchste der Gefühle wären definitiv ein paar WM-Punkte, und das auch erst im zweiten Teil der Saison. Es ist niemals leicht mit einem neuen Auto, aber wir werden uns voll darauf konzentrieren und hart arbeiten und wenn das Auto dann am Ende der Saison schneller geworden ist, dann sollten ein paar WM-Punkte möglich sein. Das wäre natürlich sehr schön, wenn uns das gelingen würde.

Für dich persönlich - betrachtest du dieses Werksengagement als deine zweite Chance?

Das kann man durchaus so bezeichnen - ich war jetzt zwei Jahre lang ohne einem Werkscockpit und für mich ist das schon so etwas wie ein Neubeginn. Ich fahre zwar schon seit zehn Jahren in der Rallye-Weltmeisterschaft, aber ich fühle mich immer noch sehr jung. In den letzten zwei Jahren konnte ich nur sporadisch an WM-Läufen teilnehmen, da fehlt dir eine gewisse Kontinuität.

Du hast zwei sehr harte Jahre hinter dir - für die Piloten ist es extrem schwierig geworden, ohne einem Werkscockpit an der Rallye-WM teilzunehmen.

Es ist derzeit wirklich extrem schwierig, einen Sitz in einem World Rallye Car zu bekommen. Es gibt nicht so viele Teams und es gibt sehr viele begabte und schnelle Fahrer. Zugleich gibt es mittlerweile aber auch so viele Piloten, die auch den nötigen finanziellen Background aufbringen können, sodass es wirklich schwierig geworden ist, ein Cockpit zu erlangen.

motorline.cc ist eine österreichische Website - Manfred Stohl kämpft zurzeit um seinen Verbleib in der Rallye-WM, was sagst du zu seiner Situation?

Es ist einfach schwierig, wenn du nicht genügend Geld auftreiben kannst - für mich war es extrem hart, ich konnte die letzte Zeit über nur noch wenige Rallyes bestreiten. Für Manfred Stohl ist es sehr schlimm, dass die OMV ihre Sponsortätigkeit beendet hat - aber vielleicht findet er ja das Geld, um weiter in der Weltmeisterschaft Rallyes fahren zu können oder, was noch viel besser wäre, vielleicht findet er ja ein Cockpit bei einem Team?

Nur gibt es nicht so viele Teams, wo es ein Cockpit geben könnte.

Naja, vielleicht ergibt sich ja etwas.

Hast du einen mehrjährigen Vertrag bei Suzuki unterschrieben?

Ja, mein Vertrag läuft über zwei Jahre.

Für dich ist es also eine relaxte Situation - du musst nicht fürchten, nach einer Saison wieder ohne Cockpit da zu stehen...

Ja, sicher, das ist viel angenehmer. Denn im ersten Jahr müssen wir den Wagen erst einmal flott machen und es ist viel relaxter, wenn du weißt, dass du im Jahr darauf weiterfahren kannst. Das ermöglicht es dir, dich wirklich voll auf die Weiterentwicklung des Autos konzentrieren zu können.

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