RALLYE

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ARC: Althofen-Rallye

Gut gelenkt ist halb gewonnen

Die Althofen-Rallye war für das junge Escort-Team Oliver Berger/Stefan Neumann eine wahre Talentprobe, mit allen damit verbundenen Härten.

Die anstrengende Tour durch die Oberkärntner Berge hat sich jedoch gelohnt, sie wurde mit einem zweiten Platz bei den Historischen belohnt. Oliver Berger bezeichnet die Althofen-Kärnten-Rallye als bislang schwierigste und anspruchsvollste Rallye, die er bisher bestritten hat, wobei er in seiner erst vor Kurzem gestarteten Rallye-Laufbahn gewiß schon einiges erlebt hat, man denke nur an die Triestingtal-Rallye oder die Herbst-Rallye, die beides gewiß alles andere als ein lockerer Happen für Zwischendurch sind.

Aber die Althofen-Kärnten-Rallye, die hatte alles Bisherige übertroffen, auch die Erlebnisqualität hatte Format. Beinahe erinnerten die Verhältnisse schon ein wenig an die Pirelli-Lavanttal-Rallye, und manch einer, der davon überrascht war, wie leicht man vor allem auf den anfangs noch regennassen Fahrbahnen ins Schlittern kommen konnte, wird sich die bange Frage gestellt haben, ob nicht vielleicht bald auch Schnee kommen würde. So arg war’s gerade noch nicht, aber es reichte schon.

Schon die Verbindungsetappe zur ersten Prüfung geriet zum handfesten Drama, als die Lenkung aus unerfindlichen Gründen so präzise reagierte wie die eines 80 Jahre alten Lasters. So verbrachte man hier schon die Zeit mit der Suche nach der richtigen Linie. Auf den Prüfungen aber, als es darauf ankam, konnte wie gewohnt gelenkt werden, da funktionierte alles. Ging es wieder gemütlich über eine Verbindungsetappe, ging das Herumeiern wieder los. Wahrscheinlich brauchte das fehlerhafte Bauteil eine bestimmte physikalische Wirkung, die nur bei Fahren auf Druck zustande gekommen war.

Auch wenn die Lenkung auf den Wertungsprüfungen keine Schwierigkeiten machte, die Rallye war auch so schon schwierig genug. Oliver Berger setzte einmal mehr auf nüchterne Methodik und kontinuierliche Steigerung ohne unnötiges Risiko, das Gewinnen von Erfahrung hatte Priorität. Zu lernen gab es für den Pernitzer eine Menge, und je mehr man davon zu den zukünftigen Rallyes mitnehmen kann, umso zielsicherer kann man dafür dort angreifen. Auf den Erfolg hingegen brauchten Oliver Berger und Stefan Neumann nicht warten, denn manches, was man sich auf der Strecke nicht holen kann, fällt einem zu, vorausgesetzt, man ist bis zum Schluß konstant schnell.

Ab der vierten Prüfung begann die Althofen-Kärnten-Rallye für Oliver Berger auch zeitenmäßig Form anzunehmen, hier war er nur unwesentlich langsamer als der spätere Histo-Sieger Andreas Wetzelsperger mit seinem BMW 2002, immerhin ein Mann, der in der deutschen Rallye-Meisterschaft schon um den Titel mitgefahren ist (gegen Dieter Depping & Co). Die Ergebnisse auf den Prüfungen wurden immer besser, und so gab es auch im Zwischenklassement immer wieder Sprünge nach vorne. Verdeutlicht wird dies vor allem durch das Ergebnis der siebenten Prüfung, auf der trotz eines Reifenschadens das beste SP-Resultat während der Rallye (17. Gesamtzeit) zustande gekommen war und die Zeit gegenüber dem vorigen Durchlauf um über drei Sekunden verbessert werden konnte. Es geht tatsächlich einiges vorwärts, auch was das Tempo betrifft.

Dank der guten Gesamtleistung gab es am Ende den erfreulichen 18. Gesamtrang, womit die vor der Veranstaltung gesetzten Ziele mehr als übertroffen werden konnten. Das gilt noch viel mehr natürlich für das Ergebnis bei den Historischen, ein zweiter Platz hinter Andreas Wetzelsperger, wobei man zweifellos die Ausfälle von Hans-Georg Lindner, Christoph Weber und Roland Spazierer berücksichtigen muß, und auch die Schwierigkeiten, die Oskar Hebenstreit an seinem Auto hatte, ein großer Freund und Mentor von Oliver Berger. Weil noch ist der Lehrmeister eindeutig der Schnellere.

Sicher aber ist es ein verdienter Erfolg von Oliver Berger und Stefan Neumann, der einen guten Hinweis für ihre sportliche Zukunft gibt. Ein besonderer Dank gilt dem Mechaniker-Team, das den Grundstein für das sichere Durchkommen und das dadurch ermöglichte hervorragende Ergebnis gelegt hatte, und den Sponsoren HolzbauBerger.at und Kohlhofmühl.at, die sich an diesem Einsatz beteiligt hatten.

Bei der mywave-Mühlviertel-Rallye in ca. einem Monat wollen Oliver Berger und Stefan Neumann wieder dabei sein, nach den bisherigen Saisonergebnissen hoffen sie, daß sich wieder ein paar bereitwillige Sponsoren finden, die sich ihrem Erfolgszug anschließen wollen. Denn überzeugend sind ihre Leistungen allemal.

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