RALLYE

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Top und Flop

Nach einigen Monaten Unterbrechung unternahm Andreas Kiesenebner wieder einen Ausflug in die ARC, diesmal mit seinem gewohnten Co Martin Egger.

Nicht jeder Rallye-Copilot kann von sich sagen, dass er seinen Fahrer schneller macht, er kann’s anscheinend doch.

Tatsächlich griffen die jungen Oberösterreicher mit ihrem betagten Peugeot 309 sehr lebhaft ins sportliche Geschehen ein, in typischer RCP-Manier eigentlich (ja, auch sie gehören zum Rallye-Club Perg), mangelnde Schnelligkeit konnte man ihnen sicher nicht vorwerfen. Hier zeigt sich auch, dass sich die technische Kleinarbeit am Auto ausgezahlt hat, Leistungsfähigkeit und Handling haben sich entscheidend verbessert. Auch über die Zuverlässigkeit kann man eine positive Bilanz ziehen, im Wesentlichen halt. Dass es das Gehäuse der Lichtmaschine zerfetzt, kommt normalerweise nicht vor, diesmal aber war es so. Das fast sichere Aus verhinderte ausgerechnet Klassenkonkurrent Kurt Jabornig, der einen passenden Ersatz dabei hatte und sich bereit erklärt hatte, diesen zur Verfügung zu stellen. Ihm gilt der besondere Dank des Teams.

Lediglich der Beginn war etwas zurückhaltend, auch zurückzuführen auf die mehrmonatige Abstinenz, aber auch etlichen anderen Teilnehmern, die durchaus als fahrerisch genial bekannt sind, wie etwa Hans-Georg Lindner, Christoph Weber oder Reinhard Mitterauer, gelangen auf der anfangs tückisch nassen Strecke nicht auf Anhieb Spitzenzeiten. Auf der vierten Prüfung, als Andreas Kiesenebner langsam wieder Vertrauen in sich und sein Fahrzeug bekam, passierte die Sache mit der Lichtmaschine, da kam die Neutralisation gerade zum richtigen Zeitpunkt.

Bemerkenswert ist, dass sich Andreas Kiesenebner und Martin Egger von Beginn an sicher an der zweiten Stelle in der Gruppe H bis 2000 cm³ (H12) positionieren konnten. Lediglich gegen die Favoriten schlechthin, die hervorragend disponierten Lokalmatadore Kurt Jabornig/Jürgen Rausch mit ihrem Peugeot 205 GTI, waren sie gänzlich chancenlos.

So sicher, wie es schien, war die gute Position in der Gruppe H12 jedoch nicht, schon nach der fünften Prüfung war sie dahin. Besonders schmerzlich daran ist, dass es nicht etwa ein Dreher oder Ausrutscher oder ein sonstiger durch den Fahrer verschuldeter Zwischenfall war, der den Abstieg auf den vorletzten Platz in der Gesamtwertung verursacht hatte, sondern eine falsche Eintragung durch einen Funktionär in die Zeitkarte, worauf sechs Strafminuten folgten. Auch ein nachträglicher Versuch einer Intervention durch ARC-Administrator Folkrad Payrich blieb ergebnislos.

Der zu recht wütende Andreas Kiesenebner war nun jeglicher Taktik überdrüssig, kein Wunder, dass er auf der sechsten Prüfung, dem Rundkurs Althofen, eine 15. Gesamtzeit fuhr. Hier gelang es ihm auch völlig unerwartet, den bisher als unerreichbar geglaubten Kurt Jabornig zeitenmäßig zu schlagen. Die letzten beiden Prüfungen wurden nicht ganz so brutal in Angriff genommen, förderten aber ebenfalls deutliche Steigerungen zutage.

Es reichte trotz der enormen Platzverluste für einen Stockerlplatz bei den H12-Teilnehmern. Thomas Nemeth und Martin Schellander mit ihren BMW’s konnte Andreas Kiesenebner noch im Klassement überholen, bei Martin Löttner ging das jedoch nicht mehr. Im Gesamtklassement machten die zusätzlichen sechs Minuten natürlich sehr viel aus, trotzdem hat der Verlauf der Rallye gezeigt, dass Andreas Kiesenebner und Martin Egger ein gutes Wettbewerbspotential besitzen, das sich sicher noch optimieren läßt. Auf die Fortsetzung bei der Mühlviertel-Rallye darf man jedenfalls schon sehr gespannt sein.

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