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Rallye-ÖM: Bosch-Rallye

Baumschlager baut den Vorsprung auf Aigner auf 25,9 Sekunden aus, Dreikampf Winter, Harrach & Waldherr um Platz drei.

Sie fuhren wie die Teufel, aber schon bei Halbzeit der Bosch Super plus-Rallye scheint eine Vorentscheidung zugunsten von Vorjahrssieger Raimund Baumschlager im Skoda Fabia S2000 gefallen zu sein. Der achtfache Staatsmeister gewann fünf der sechs Sonderprüfungen des ersten Tages und führt mit 25,9 Sekunden Vorsprung auf Andreas Aigner:

Baumschlager: „Keine Probleme. Nur auf der 1.SP hat irgendwie der Auspuff gescheppert und als es auch noch nach Kühlwasser gerochen hat, war ich sicher, dass der Motor nicht funktioniert wie er soll. Dabei hat ein Mechaniker beim Service nur etwas Kühlflüssigkeit verschüttet. Insgesamt ein sehr befriedigender Tag.“

Aigner: „Eigentlich war es nicht so schlecht, aber am Ende, auf den beiden Nacht-SP bin ich einen solchen Ruß zusammengefahren. In der Weltmeisterschaft fahren wir nie bei Nacht, diese Erfahrung fehlt mir leider ziemlich. Ich bin aber lernfähig.“

Ein dramatisches Duell um Platz 3 sollte das Salz in der Suppe der 2. Etappe werden: Patrick Winter, Beppo Harrach und Andreas Waldherr sind nur 7,1 Sekunden voneinander getrennt:

Winter: „Zufrieden, ich bin im Prinzip dort, wo ich letztes Jahr schon war.“

Harrach: „Ich bin überrascht, wie gut wir auf Asphalt dabei sind.“

Waldherr: „Die Reifentemperatur bereitet uns Sorgen. Durch ein kleines Getriebeproblem muss ich mehr als exakt schalten, aber ich bin insgesamt nicht unzufrieden.“

Sehr zufrieden Lokalmatador Willi Stengg auf Platy 6 vor Mario Saibel („Die erste Runde sind wir mit zu geringem Reifendruck gefahren, weil ein Messgerät kaputt war“), Gerwald Grössing, Reinhard Pasteiner („Mit neuem Copiloten sehr positiv überrascht von meiner Leistung“), dem bislang etwas enttäuschenden Vorjahrszweiten Waldemar Benedict („Ich weiß es nicht, woran es liegt, das Auto ist ok“).

Chancenlos zur Spitze, auf Platz 12, liegt Manfred Stohl mit seinem Erdgas-Auto: „Die normalen Prüfungen gehen noch halbwegs, aber auf den Rundkursen, die engen Abzweiger liegen dem Fahrwerk des Autos gar nicht.“

In der Wertung für zweiradgetriebene Fahrzeuge liegt der Steirer Mario Klammer vorne. Nur 6,2 Sekunden dahinter lauert jedoch sein Suzuki-Teamkollege Hermann Neubauer, der die Führung auf der letzten SP noch durch ein Elektrikproblem einbüßte. 17,5 Sekunden hinter Klammer liegt auch noch Hannes Danzinger im Ford Fiesta („kleine Bremsprobleme“) auf seine Chance.

Turbulenz herrschte bei den Dieseln: Der klar führende Michael Kogler kam nach vier Sonderprüfungen nicht mehr aus dem Service, weil sich aus unerfindlichen Gründen die Diebstahlsicherung seines VW Scirocco aktiviert hatte und sich der Wagen nicht mehr starten ließ. Michael Kogler: „So sicher ist ein VW...“

In Führung nach einem problemlosen Tag nun Daniel Wollinger im zweiten VW-TDI-Scirocco, 36 Sekunden vor Christian Mrlik auf Subaru Impreza. Der nach fünf SP noch zweitplazierte Hermann Berger wurde disqualifiziert, weil seine Copilotin im Ziel der letzten Prüfung ihre Zeitkarte nicht mehr finden konnte. Erst viel später wurde sie hinter der Karbonverkleidung der Beifahrertür lokalisiert, als es bereits zu spät war.

Bei den Historischen diktierte Kris Rosenberger fünf Prüfungen lang das Geschehen nach Belieben, ehe er knapp vor Ende aufgrund eines Elektrikdefekts am Porsche kurzfristig ausfiel aber mit erheblicher Strafzeit in der Wertung blieb. In Führung daher überraschend der Wiener Karl Wagner vor dem Schwaben Wolfram Thull (beide Porsche 911), die nur 7,3 Sekunden voneinander getrennt sind.

Aus Gründen des Zeitablaufs werden die Historischen die 2. Etappe übrigens nicht wie geplant als erste in Angriff nehmen, sondern auf jener Platzierung, die sie im Gesamtklassement nach Ende der 1. Etappe inne haben.

Acht Prüfungen stehen am heutigen Feiertag noch auf dem Programm: Höhepunkt ist auf jeden Fall der lange Pinggau-Rundkurs über 23,57 km, der am Nachmittag zweimal gefahren wird.

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