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Kopecky kommt als Tabellenleader

Die Sanremo-Rallye gibt es schon lang, seit 2007 zählt sie zur IRC. Neben 17 S2000-Teams ist in der 2WD auch eines aus Österreich am Start.

Michael Noir Trawniczek

Seit 2007 ist die legendäre Sanremo-Rallye fixer Bestandteil des IRC-Kalenders. Die Asphalt-Prüfungen üben einen besonderen Reiz auf die Piloten aus – es gibt schnelle und fließende Passagen, dazu aber auch Rhythmuswechsel, blinde Kurven und vor allem die 44 Kilometer lange Nachtsonderprüfung am Freitagabend, die SP „Ronde“ wird um 22.33 Uhr gestartet und gilt als eine harte Prüfung für Mensch und Maschine.

Die gesamte Rallye wird innerhalb eines Zeitfensters von 29 Stunden abgehalten – los geht es am Freitag um 13.54 Uhr mit der 13 Kilometer langen SP „Coldirodi“. Am Samstag wird um 17.09 Uhr die letzte der insgesamt 13 Prüfungen über 225,77 Wertungskilometer in Angriff genommen.

Nahezu die komplette Spitze der IRC ist in der Nennliste vertreten – 17 Super 2000-Boliden werden erwartet. Allerdings könnte einer der Hauptprotagonisten nicht am Start sein: IRC-Champion Juho Hänninen steht zwar auf der Nennliste, doch Berichten zufolge soll Skoda den Start wiederrufen, weil schon zwei Tage nach der Sanremo-Rallye die Besichtigung für die zur SWRC zählende Frankreich-Rallye beginnt.

Hänninen, der von Skoda für heuer den Auftrag erhielt, den WM-Titel in der SWRC an Land zu ziehen, lag in der ersten Saisonhälfte sowohl in der SWRC- als auch in der IRC-Tabelle ganz vorne - in der IRC fiel er zuletzt auf den dritten Rang zurück, als sein Skoda-Teamkollege Jan Kopecky die beiden Rallyes in Tschechien und Ungarn für sich entscheiden konnte. Skoda soll großen Wert darauf legen, dass der heurige IRC-Meister Jan Kopecky heißt…

Kopecky führt in der Wertung mit 120 Punkten. Altmeister Freddy Loix, für Skoda Belgien am Start, liegt mit 103 Zählern auf Rang zwei, dahinter Hänninen mit 98 Punkten. Bestplatzierter Peugeot-Pilot ist Thierry Neuville mit 78 Punkten…

Neuville zählt neben den erwähnten Skoda-Piloten auch zu den Favoriten für den Sieg in Sanremo, dazu gehören auch Peugeot-Pilot Bryan Bouffier und der in Ungarn unglücklich ausgefallene Andreas Mikkelsen, der für Skoda Großbritannien an den Start geht.

Ein Wiedersehen gibt es mit dem aus der WM bekannten Australier Chris Atkinson, der neben Giandomenico Basso für das Proton-Werksteam startet. Dazu kommen, neben Fixsternen wie Toni Gardemeister einige italienische Lokalmatadore wie beispielsweise Umberto Scandola auf einem Ford Fiesta S2000. Jener Lokalmatador, der im Vorjahr dank seiner exzellenten Ortskenntnisse die Rallye gewinnen konnte, Paolo Andreucci (siehe Foto), ist heuer nicht am Start.

Franz Schulz gibt IRC-Debüt

In der 2WD-Wertung ist wie zuletzt in Ungarn wieder ein österreichisches Team am Start: Der Wiener Ubahn-Konstrukteur Franz Schulz und sein Co-Pilot Hannes Hofstetter geben am kommenden Wochenende ihr IRC-Debüt und pilotieren ihren im knalligen Orange lackierten Peugeot 207 R3T.

Schulz gibt sich jedoch realistisch: „Wenn wir nicht Letzter werden, wenn wir einige Konkurrenten hinter uns lassen können ist das für uns bereits ein großer Erfolg.“

Schon 1985 war Schulz bei der Sanremo-Rallye als Zuschauer dabei: „Damals bewunderte ich Walter Röhrl, als er den Sieg holen konnte.“ Jetzt nimmt Schulz die legendären Sonderprüfungen selbst unter die Räder…

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