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ARC/DRS: Niederbayern-Rallye

Gruber Zehnter in Niederbayern

Endlich erfolgreich: Sepp Gruber und Copilot Rudi Nothdurfter beendeten die AvD Niederbayern-Rallye als Gesamt-Zehnte und als zweit-erfolgreichstes Österreicher-Team

Mitunter gibt es auch bei Rallye-Fahrzeugen Gründe, von chronischen Krankheitsleiden zu sprechen. Ein solches verfolgte den Ford Escort Cosworth, den Sepp Gruber alternierend zu seinem Ford Sierra Cosworth einsetzt, gute drei Jahre lang ohne Unterbrechen. Jetzt endlich kam es zum ganz großen Erfolgswandel: Sepp Gruber und Copilot Rudi Nothdurfter beendeten die AvD Niederbayern-Rallye als Gesamt-Zehnte und als zweit-erfolgreichstes Österreicher-Team. Der bisher so massiv anfällige Vierrad-Escort sah damit erstmals auch bei einem Lauf zur Austrian Rallye Challenge eine Zielflagge.

Ein längst überfälliges Happy End, bei dem der Beginn alles Andere als „happy“ war: Nach den Getriebeproblemen bei der Grabfeld-Rallye, wo der vierte Gang gebrochen war und anschließende Reparaturen nötig waren, blieb nicht viel Gelegenheit, das Auto Probe zu fahren, und nach der Abnahme der AvD Niederbayern-Rallye ging erneut ein Teil in die Brüche: Diesmal ein Differential. Copilot Rudi Nothdurfter ergriff die Initiative, baute das schadhafte Teil aus und hatte somit – gemeinsam mit Servicemann Schorsch Lechner – großen Anteil daran, daß die Veranstaltung überhaupt gefahren werden konnte.

Von da weg ging erst einmal alles plangemäß: Dem Start als erfolgreichstes ARC-Team (nicht zu verwechseln mit ART; „Austrian Rallye Trophy“), der einen 17. Platz in der Gesamtwertung auf der ersten Prüfung gezeitigt hatte, folgte sehr bald schon ein zehnter Platz auf der dritten Prüfung. Danach hielt man sich in der Zwischenwertung für kurze Zeit auf dem guten 13. Gesamtrang, bis schließlich Reinhard Mitterauer mit seinem Toyota Celica GT-Four gefährlich wurde und den Tirolern die ARC-Führung entriß. Mitten in dieses herzerfrischende Duell platzte ein gerissenes Kupplungsseil, das vor dem Start der achten Prüfung gewechselt werden musste, und wieder war es Rudi Nothdurfter, der sich im wahrsten Sinne des Wortes richtig „hineinschmiß“ und so dafür sorgte, daß wieder ein ordentliches Auskuppeln möglich war. Eine dringend nötige Maßnahme, denn es herrschte größte Gefahr im Verzug. Doch selbst, als Hauptkonkurrent Mitterauer auf der Prüfung Engelreiching I zur Höchstform auflief und mit einer dritten Gesamt-Zeit glänzte, hielten Sepp Gruber und Rudi Nothdurfter dem Angriff gekonnt stand und tasteten sich immer weiter an die Top-Zehn heran. Die größere Aufmerksamkeit galt jedoch dem noch immer in Schlagdistanz befindlichen Reinhard Mitterauer. Also war auf der letzten Prüfung noch einmal volle Power angesagt, was seine Wirkung nicht verfehlte: Der zehnte Gesamtrang war geschafft – und Mitterauer besiegt. Im Übrigen war die siebente Gesamtzeit auf der Finalprüfung dieser gut besetzten Rallye, wo man zwischendurch auf einer Prüfung auch einmal um den zwanzigsten Platz herum landen konnte und wo ein ständiges „Schlagen-und-geschlagen-werden“ geherrscht hatte, eine wirklich bravouröse Abschlussleistung.

Damit konnte das Potential des Ford Escort Cosworth, das schon öfter angedeutet wurde und zwei Jahre zuvor sogar gereicht hatte, um sich mit PWRC-Weltmeister Manfred Stohl zu duellieren, nun endlich final ausgespielt werden. Erstmals konnte auch ein Gesamtsieg in der ARC-Wertung einer Rallye geschafft werden, was auch für Jemanden, der schon so viele persönliche Sternstunden erlebt hat wie Sepp Gruber, ein sehr schöner und denkwürdiger Moment ist.

Und nun? Wird mit Begeisterung weitergemacht, was sonst…

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